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Vorschriftsmäßig: Dieser Radfahrer schiebt sein Gefährt über die provisorische Brücke an der Mühlkanalbrücke. Damit war er fast der einzige. 

Provisorische Radelbrücke soll bleiben

Stadtrat: „Das Staatliche Bauamt ist uns noch etwas schuldig“

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Die provisorische Fahrradbrücke zwischen Schongau und Peiting erst einmal beizubehalten, dies wurde erneut in einer Stadtratssitzung gefordert. Zwar sieht das Staatliche Bauamt in Weilheim die Notwendigkeit nicht, bietet aber dennoch Gespräche an. Ein bisschen Zeit bleibt noch: Der für Ende Mai anvisierte Abbau wurde auf Ende August verschoben.

Schongau – „Das Staatliche Bauamt ist uns wegen der Verzögerungen an der Mühlkanalbrücke noch etwas schuldig.“ Stadtrat Friedrich Zeller (SPD) hat eine ganz klare Meinung, die er jüngst auch wieder in der Stadtratssitzung zum Ausdruck brachte. Die provisorische Rad- und Fußgängerbrücke, die das Bauamt während der Arbeiten an der Mühlkanalbrücke aufgebaut hat, soll weiter bleiben, bis es eine ordentliche Lösung für eine Querung der Dießener Straße gibt, so sein Wunsch.

Zeller favorisiert die sogenannte „Märchenwaldbrücke“. Die derzeitige Behelfsbrücke sei zwar Eigentum der Baufirma, vielleicht könne man diese aber ablösen, hatte Zeller in der Sitzung vorgeschlagen. „Die Schongauer und Peitinger haben so viel Geduld aufbringen müssen, jetzt könnte das Bauamt uns auch mal entgegenkommen.“

Zeitnaher Termin mit Peitings Bürgermeister geplant

„Ganz so einfach erklärt es sich nicht“, hatte es Bürgermeister Falk Sluyterman bereits in der Sitzung angedeutet, es gebe seitens des Bauamtes vielfältige Argumente dagegen. In der Sitzung sagte er aber zu, zeitnah einen Termin mit dem nun neuen Peitinger Bürgermeister Peter Ostenrieder zu vereinbaren und das Thema nochmals anzugehen.

Rathauschefs: Provisorischer Radweg besser als Führung direkt an der Straße 

Das wäre dann der zweite Anlauf in diese Richtung.Bereits Anfang März war ein gemeinsames Schreiben, das er und der damalige Peitinger Rathauschef Michael Asam verfasst hatten, an das Bauamt in Weilheim gegangen, und zwar direkt an den Leitenden Baudirektor Uwe Fritsch. „Dieser provisorische Radweg und die Behelfsbrücke sind allemal besser und sicherer als die bisherige Führung der Radler direkt an der Straße“, formulierten es Sluyterman und Asam.

Staatliches Bauamt: Provisorische Brücke auf Dauer ungeeignet

Das Augenmerk liege auf der Förderung des Alltagsradverkehrs, so die ablehnende Antwort aus dem Staatlichen Bauamt. Dies bedeute eher einen nachträglichen Anbau von Radwegen an Bundes- und Staatsstraßen. Nur dort, wo es unvermeidlich und deutlich wirtschaftlicher sei, könnten auch abseits gelegene Radwege vom Baulastträger finanziert werden. „Die provisorische Brücke in Schongau ist schon aufgrund ihrer zu geringen Breite für einen regelmäßigen und dauerhaften Radverkehr ungeeignet“, so Fritsch in dem Antwort-Schreiben.

Peitinger Straße soll innerorts ausgebaut werden

Eine Notwendigkeit, die Brücke zu erhalten, sieht auch Christoph Prause, Projektleiter aus dem Staatlichen Bauamt in Weilheim, nicht. Die neue Mühlkanalbrücke sei bereits großzügig anlegt mit kombiniertem Rad- und Fußweg: 2,50 Meter sind hierfür beidseitig vorgesehen. Die Radfahrer Richtung Peiting sollen dann in einem weiteren Schritt nach dem Ortsausgang über eine Querungshilfe auf die Lechseite geführt werden. Innerorts soll die Peitinger Straße in naher Zukunft ebenfalls ausgebaut werden – inklusive UPM-Einmündung. Hierfür lägen bereits verschiedene Ausbauvarianten vor, ergänzt Fritsch.

Nächster Schritt sei eine Einigung mit der Stadt Schongau über die favorisierte Ausbaulösung, der Straßenausbau soll in den nächsten Jahren realisiert werden.

Anlieger haben auch ein Wort mitzureden

Abgesehen davon, dass die Brücke der Baufirma gehöre, sie zu schmal und ungeeignet sei, müsse auch die Stadt Schongau für den Unterhalt aufkommen, so der Hinweis aus dem Staatlichen Bauamt. Auch gehört der Weg am Lech der Wasserwirtschaftsverwaltung. Und die Anlieger hätten noch ein Wörtchen mitzureden. „Die Anwohner sind auf der einen Seite durch die Straße dauerhaft belastet und wären es dann auch von der Lechseite aus“, gibt Prause zu bedenken.

Ein Gespräch mit der Stadt Schongau und der Marktgemeinde werde man in jedem Fall anbieten, ein Termin soll sogar kurzfristig vereinbart werden, betont Fritsch. Ein bisschen Luft ist noch: Eigentlich stand bereits ein Abbautermin Ende Mai im Raum, dieser wurde nun verschoben auf nach dem 21. August.

Nicht alle Stadträte stehen hinter Erhalt der provisorischen Brücke

Im Übrigen steht offensichtlich gar nicht der ganze Stadtrat hinter dem Erhalt der provisorischen Radelbrücke, wie sich in der Sitzung gezeigt hatte: „Die Brücke ist für Radler gar nicht praktisch“, hatte Bettina Buresch (Grüne) moniert. Sie sei glatt, zu eng, man müsse absteigen. Und ein Umweg sei der Weg überdies. „Wenn man noch analog radelt, ist dies kein praktischer Radweg. Ich sehe es gar nicht ein, dafür Geld auszugeben.“

Peitings Bürgermeister Peter Ostenrieder will gerne an dem Termin teilnehmen, aber auch hinterfragen, ob die Bürger nicht doch lieber an der Straße entlangradeln. „Dieser Radweg wäre offen und einsehbar.“

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