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Schließt bald: Die Filiale in der Schongauer Münzstraße wird zur SB-Filiale.

Bald nur noch Geldautomat vor Ort

Raiffeisenbank schließt Schongauer Altstadt-Filiale

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Eine erfolgreiche Bilanz des Jahrs 2016 ziehen Mario Lindauer und Stephan Rupprecht, die Vorsitzenden der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel mit Sitz in Peiting. Zu den Grundsteinen gehört eine strenge Kostenkontrolle – und deshalb wird die Filiale in der Schongauer Münzstraße in absehbarer Zeit aufgegeben. Wie bereits in Peiting soll nur der Geldautomat bleiben.

Peiting/Schongau

– Eine lustige Übersicht zeigten die Raiffeisenbank-Vorsitzenden Mario Lindauer und Stephan Rupprecht beim Bilanzpressegespräch: Es zeigte in Echtzeit, wie viele Menschen sich deutschlandweit beispielsweise online bei den Raiffeisenbanken einloggen oder eine Überweisung tätigen. Da sausten die Zahlen nur so nach oben, schon nach weniger als einer Minute lag die Zahl der Online-Logins bei weit über 1000. „Auch bei uns steigt die Zahl der Online-Konten rapide an, in den vergangenen Jahren von 14 500 auf jetzt über 17 000“, sagte Lindauer. Mittlerweile beträgt die Zahl der Online-Konten 60 Prozent, dem könne man sich nicht verschließen.

Endlich baustellenfrei: Stephan Rupprecht (l.) und Mario Lindauer mit Blick auf den neuen Kreisverkehr.

Das war die elegante Überleitung zu einem Thema, das keine Bank gerne verkündet: Die Schließung einer Filiale, genauer die Umwandlung in eine SB-Filiale. „Wir werden natürlich weiterhin der Ansprechpartner vor Ort bleiben“, betonte Rupprecht und verwies auf das weiterhin dichte Filialnetz. Doch wie bereits in Peiting, wo in der Filiale am Hauptplatz nur noch ein Geldautomat steht und die Mitarbeiter in die Hauptstelle umgezogen sind, wird es künftig auch in Schongau sein: Die kleine Filiale an der Münzstraße wird zur SB-Filiale, die Mitarbeiter ziehen in die größere Zweigstelle nach Schongau-West um. „Da wollen wir erweitern um vier zusätzliche Büros, da haben wir auch mehr Parkplätze“, sagte Rupprecht – ein Thema, das in Schongau heikel ist. Bürgermeister Falk Sluyterman sei natürlich informiert worden, „das er keinen Luftsprung vor Freude macht, ist uns klar“, so Rupprecht. Aber allein für die Organisation seien so kleine Filialen personell schwer aufrechtzuerhalten, wenn es eine andere große am selben Ort gibt. Man habe es aber nicht eilig mit dem Umzug, „das kann auch 2019 werden“, heißt es. Übrigens habe es auch bei der Vertreterversammlung keine Diskussionen über das Thema gegeben.

Da standen eher die guten Zahlen im Vordergrund, die sich wieder sehen lassen können. Der Bilanzgewinn ging zwar etwas zurück, von 1,49 auf 1,29 Millionen Euro, doch das ist in der schwierigen Niedrigzinsphase aller Ehren wert. Die Bilanzsumme ging um sieben Prozent von 686 auf 714 Millionen Euro nach oben, auch das Kreditgeschäft wuchs um fast sieben Prozent auf 354 Millionen Euro. Deutlich höher, nämlich um rund 20 Prozent auf 35 Millionen Euro, ist sogar die Wachstumsrate des Kreditgeschäfts, das die Raiffeisenbank über Verbundpartner abwickelt – oder abwickeln muss. Denn Kredite mit mehr als zehn Jahren Laufzeit, wie sie wegen des niedrigen Zins derzeit immer beliebter werden, könne man wegen des sogenannten Zinsänderungsrisikos als Regionalbank nicht selber anbieten, so Lindauer.

Auch bei den Kundeneinlagen ging es um drei Prozent auf 493 Millionen Euro hinauf, die so wichtige Eigenkapitalquote liegt mit 18,4 Prozent auf dem höchsten Stand seit Jahren, und das gesamte betreute Kundenvolumen liegt bei 1,1 Milliarden Euro – „ein Riesen-Vertrauensverhältnis der Kunden an uns“, so Rupprecht.

Im Aufsichtsrat gab es eine Veränderung: Der langjährige Vorsitzende Karl Graf, ehemaliger Bürgermeister von Hohenpeißenberg, ist aus Altersgründen ausgeschieden, für ihn rückt der Schongauer Georg Huber ins sechsköpfige Gremium nach. Wer Vorsitzender wird, entscheidet sich erst bei der nächsten Sitzung im Juli, hieß es.

Die Fusion der Sparkassen im Landkreis „haben wir interessiert verfolgt, aber da ist gar nicht geplant“, versichert Rupprecht. Man belege einen Spitzenplatz unter den bayerischen Raiffeisenbanken, Größe und Ergebnis passen – „wir können zuversichtlich weiterhin selbstständig in die Zukunft gehen“, versicherte Rupprecht.

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