Professorin Bü Prechter (re.) stellte die Entwürfe bei der Ausstellungseröffnung vor.

Realisierungswettbewerb

Erste Ergebnisse fürs Schongauer Stadtmauerumfeld

Einen städtebildprägenden Grüngürtel mit hohen denkmalpflegerischen Ansprüchen: So stellte sich Schongaus Bürgermeister und der Stadtrat die Vorgaben für den städteplanerischen Realisierungswettbewerb für das Stadtmauerumfeld vor. Professorin Bü Prechter hat die Ergebnisse dieser Ausschreibung am „Tag der Städtebauförderung 2018“ im Stadtmuseum Schongau präsentiert.

Schongau – Das Stadtmauerumfeld sollte durch bestimmte Maßnahmen aufgewertet sowie die Nutzbarkeit und die Aufenthaltsqualität verbesserte werden. Es sollte, so die Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin, eine Vernetzung mit der Umgebung hergestellt und der Blickbezug verbessert werden. Die Landschaftsarchitektin sieht Schwierigkeiten in den drei Straßenquerungen und in dem Verkehrslärm im Norden. Wichtig sei, dass die Aussichtspunkte stark verbessert und mit der Altstadt vernetzt werden. Verbuschungen sollten beseitigt und Bäume behutsam ausgelichtet werden. Nur so könne eine Sichtachse hergestellt werden.

Wichtig sei auch die Beleuchtung der Plätze und der Wege, eine Akzentbeleuchtung der Altstadt, Spielangebote für Kinder, ein Fitness Parcours für Senioren und Sitzgelegenheiten mit einheitlicher Möblierung. Auch die Reaktivierung der Freiflächen hält die Professorin für wichtig. Der 1,6 Kilometer lange Grüngürtel um die Stadtmauer sei ein ganz langer Korridor. Bäume müssten ausgelichtet oder gefällt werden. Dadurch könne die Sicht auf die Altstadt wieder hergestellt werden.

Da allerdings sieht die Professorin ein Problem. „Wenn Bäume ausgelichtet oder gefällt werden, gibt es sofort ein Geschrei,“ weiß die Städteplanerin aus Erfahrung. Dabei müsse man erkennen, dass Bäume nun mal eine begrenzte Lebensdauer haben. „Es ist eine hohe Kunst, den richtigen Nerv zu treffen.“

Bei der Ausschreibung haben sich lediglich zehn Büros beworben. Anfangs, gestand Prechter, sei sie enttäuscht gewesen. Aber bei diesen Vorgaben sei es eigentlich kein Wunder gewesen. Die am Wettbewerb teilnehmenden zehn Büros hätten unzählige Stunden an den Plänen gearbeitet. „Bitte würdigen Sie die Arbeit der Städteplaner.“ Die besten vier Arbeiten werden im Stadtmuseum vorgestellt. Die Jury verteilte zwei zweite Plätze für gleichwertige Arbeiten und zwei Anerkennungen. Auf Schautafeln wird gezeigt, wie sich die Städteplaner das Stadtmauer-Umfeld vorstellen. „Man kann es nicht besser machen, ich beglückwünsche Schongau, dass die Stadt so einen guten Beitrag bekommen hat,“ sagte Bü Prechter abschließend.

Wie es jetzt weiter geht, erklärte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich. Zunächst werden die Büros beauftragt, einen Rahmenplan mit konkreten Einzelmaßnahmen zu erstellen. Die erste Einzelmaßnahme sei danach die Gestaltung des Umfeldes des Münzgebäudes nach dessen Sanierung. Zweite Einzelmaßnahme ist die Gestaltung der Stadtmauer im Bereich des Sonnengrabens. Stadtrat Friedrich Zeller (SPD) meinte: „Wer nicht da war, der möge die nächsten 20 Jahre schweigen.“ Seine Kollegin Kornelia Funke (CSU) indes bedauerte, dass über die Gestaltung des Stadtmauerumfeldes mit sehr viel Unwissen diskutiert werde.

Auch Zweiter Bürgermeister Tobias Kalbitzer hatte sich die Arbeiten der Wettbewerbspreisträger genau angeschaut. Er sehe darin durchwegs Maßnahmen, „mit denen die Stadt noch liebenswerter gemacht werden kann.“

Die Ausstellung mit allen Wettbewerbsbeiträgen und den Preisträgern kann noch bis Sonntag, 27. Mai, zu den üblichen Öffnungszeiten des Stadtmuseums besichtigt werden.

Walter Kindlmann

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