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Kraftakt statt Festakt: Miteinander öffnen (v.l.) Helmut Pawlitschko, Guido Schneider (beide Bauhof Schongau), Bürgermeister Falk Sluyterman und Martin Blockhaus (Stadtbauamt) die Absperrungen am Lechberg. 

Sanierung abgeschlossen

Nach drei Monaten: Lechberg wieder für den Verkehr freigegeben

Nach mehr als drei Monaten Sperre konnte am heutigen Freitag die sanierte Straße am Lechberg wieder für den Verkehr freigegeben werden. Wie geplant, wurden alle aufgetretenen Schäden und Mängel behoben. Und zwar so fundiert, dass für die nächsten Jahrzehnte keine Maßnahmen mehr anstehen. Das Besondere: Die Stadt hat alle Kosten aus eigener Tasche gestemmt.

Schongau – „Das ist ja jetzt ein super Fahrgefühl“, ist das erste große Kompliment in Richtung Martin Blockhaus. Der zuständige Mitarbeiter im Stadtbauamt für die technische Sanierung des Lechbergs ist noch damit beschäftigt, die letzten Verkehrsschilder am unteren Teil des Lechbergs zu entfernen. Die lobenden Worte kommen von Sabine Sandner aus Peiting, die nach einem Kinderarztbesuch am Bürgermeister-Schaegger-Platz als erste Verkehrsteilnehmerin den Berg hinunterfährt. Und aus dem offenen Autofenster ruft sie noch ein „hat zwar eine Zeit gedauert, aber hat sich rentiert“, nach. Gibt Gas und weg ist sie.

Gas gegeben hat auch die ausführende Firma Hubert Schmid, die für die aufwendige technische Sanierung die bauliche Verantwotung trägt. Genau 103 Tage hat es vom ersten Arbeitsgang bis zur Freigabe der Straße gedauert. Der geplante Termin wurde nur um eine Woche überzogen, obwohl immer wieder unvorhergesehene Schäden aufgetreten sind. „Zum Beispiel wurden Drainageleitungen freigelegt, die in keinem Plan eingezeichnet sind“, sagte Blockhaus. Diese mussten natürlich professionell erneuert werden, sonst wären bestimmte Arbeitsschritte sinnlos gewesen.

Die Schäden bestanden aus Verformungen der Straße und vor allem Absetzungen des Belags. Ursache waren nicht tragfähige Bodenschichten. Auf Grund der Verkehrssicherungspflicht blieb der Stadt nur eine komplette Instandsetzung übrig. Wie Blockhaus betont, ging es nur um die Sicherheit, keinesfalls um irgendwelche Maßnahmen von Verschönerungen. Natürlich wurde darauf geachtet, dass der Fußweg im unteren Bereich sich optisch dem Gesamtbild anpasst. Die Verbesserung passierten aber ebenfalls aus Sicherheitsgründen. So wurde der Fußgängerweg näher an die Straße geführt, damit der Winterdienst jetzt wesentlich besser arbeiten kann.

Ein großer Brocken und zeitintensiv war das Einrammen von circa zehn Meter langen Bohrpfählen im unteren Bereich des Berges. Und das auf eine Länge von guten 38 Metern. Auf diese Bohrpfähle hat man dann eine Betonmauer aufgesetzt. Diese garantiert optimale Sicherheit gegen ein erneutes Setzen des Erdreichs. Darauf wurden dann die neuen Leitplanken nach den neuesten Sicherheitsvorschriften montiert. Zudem wurden die nicht in den Plänen verzeichneten Drainageleitungen eingebracht. Sie sollen zur Trockenlegung der Bodenschichten beitragen und dadurch den Hang stabilisieren.

Ebenfalls im unteren Bereich wurde viel Wert auf Sicherheit gelegt. Die Fußgängerüberquerung am Einmündungsbereich in die Bahnhofstraße wurde barrierefrei ausgebaut. Rollstuhlfahrer oder Fußgänger mit Rollatoren brauchen ihre fahrbaren Hilfsmittel nicht mehr mühsam über Steinkanten bewegen oder gar heben.

Rund 570 000 Euro beträgt die Auftragssumme der Baufirma. „Wir haben diese Summe alleine geschultert, da wir für diese Kommunalstraße keinerlei Zuschüsse bekommen haben“, erklärt Bürgermeister Falk Sluyterman vor Ort. „Es erscheint zwar als eine große Summe, aber wenn man die topographische Lage berücksichtigt und einbezieht, kann man diesen Betrag nachvollziehen. Auf alle Fälle haben wir jetzt für die nächsten Jahrzehnte Ruhe“, sagt Sluyterman, reibt sich die Hände und trägt mit dem Leiter des Bauhofs Guido Schneider, seinem Mitarbeiter Helmut Pawlitschko und Blockhaus ein Teil der Straßenabsperrung zur Seite. Kein Festakt, nur ein kleiner Kraftakt.

Jetzt stehen nur noch kleinere Verschönerungsarbeiten an. Dazu gehört das Entrosten und Streichen des Handlaufs neben dem Fußweg sowie das Abschleifen einiger Eisenteile und Erneuern der Verkehrsschilder. Alles jedoch Arbeiten, für die der Lechberg nicht mehr gesperrt werden muss.

Von Hans-Helmut Herold

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