+
Die beliebte Rutsche am Plantsch ist renovierungsbedürftig

Sanierungen im Plantsch Schongau

Förderprogramm kommt wie gerufen

  • schließen

In einer Hauruck-Aktion hat die Bauverwaltung der Stadt Schongau Sanierungspläne für das Plantsch fertiggemacht. Grund: Im August war ein Bundesförderprogramm aufgelegt worden, auf das man nur ganz kurzfristig reagieren konnte. Investieren muss die Stadt in ihr Hallenfreibad ohnehin – die beliebte Rutsche etwa ist eigentlich bereits fällig.

SchongauDie Mitglieder des Schongauer Stadtbauamts sind auf Zack. Nur den August über war Zeit, Projektanträge für das Bundesförderprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ einzureichen. Auch die Stadtratssitzung musste um eine Woche vorgezogen werden, „sonst hätten wir diese Förderung per se verloren“, erläuterte Bürgermeister Falk Sluyterman eingangs der jüngsten Sitzung. Immerhin eine Million Euro an Gesamtinvestitionskosten sollen in die Hand genommen werden, bis zu 45 Prozent der förderfähigen Kosten könnten als Zuschuss fließen.

Und das Förderprogramm kommt zur rechten Zeit, wie Stadtbaumeister Sebastian Dietrich klar machte, denn unter anderem der Ersatz der beliebten Großwasserrutsche im Plantsch steht unweigerlich an, denn sie ist mit ihren 17 Jahren schon um zwei Jahre über dem Regelalter. Dies verdeutlichte dem Gremium auch Bad-Chef Andreas Kosian. „Damit in das Förderprogramm reinzukommen, wäre die perfekte Lösung“, so Kosian auf Nachfrage unserer Zeitung. Die TÜV-Abnahme erfolge jährlich. Erst kürzlich wurden von der Wartungsfirma jedoch erste winzige Laminatablösungen festgestellt. Wenn die Tragschicht beginne, sich aufzulösen, gehe das immer schneller. „Kurzfristig sind zwar kleinere Reparaturen möglich, aber wenn an der Rutsche etwas abplatzt, ist das gefährlich.“ Rutschenhaus und Pumpentechnik könnten erhalten werden, meint Kosian, auch draußen die Mittelstützen. Aber die Rutsche selbst solle ersetzt und einen neuen Verlauf bekommen, vor allem auch wärmegedämmt. „Eine Geisterbahn nach dem Motto höher, schneller, weiter wird es aber mit Sicherheit nicht, es bleibt eine Rutsche für ein Familienbad.“

Saniert werden könnte in drei Bauabschnitten. Allein für die Rutsche würden im Jahr 2020 insgesamt rund 500 000 Euro fällig. Stadtrat Gregor Schuppe (ALS) wollte wissen, was sich hinter dem Punkt Umrüstung der Badewasserfilter auf Glasperlentechnik versteckt, „das klingt ja recht spektakulär“. Ist es auch, der Schongauer Badbetrieb war seit 2013 Vorreiter, die kleineren Anlagen in Glasperlentechnik sogar Referenzanlagen, wie Kosian erläuterte. „Gemeinsam mit dem Gesundheitsamt haben wir das schon fast entwickelt.“

Statt Sand und Kohle würden die nur wenige Millimeter großen Glasperlen als Filter eingesetzt, was Wasser und Energie spare. Man habe quasi keine Legionellen mehr im Filtrat, weil diesen die Nährstoffe entzogen werden. Das Entkeimen mit Ozon oder Chlor entfällt, da sich die Glasperlen viel leichter desinfizieren lassen. „Die Anschaffung ist teurer, aber das spart Betriebskosten über Jahre“, so Kosian. Was in Schongau damals ein Pilotprojekt war, hätten mittlerweile andere Bäder übernommen. Im Plantsch soll die Umrüstung der Badewasserfilter im Jahr 2021 erfolgen.

Am dringendsten steht die Erneuerung der Badewassertechnik an, die dann auch bereits für das Jahr 2019 vorgesehen wäre. Einen Förderbeitrag hierfür sieht Kosian als sicher an. „Die Pumpen haben ihr Alter erreicht, sie neigen dazu, auszufallen – dann müssten wir sofort schließen im Tagesbetrieb“, macht der Bad-Chef gegenüber den Schongauer Nachrichten deutlich. Abgesehen davon müssten die alten Stromfresser ohnehin raus, es dürften nur noch effiziente Pumpen eingesetzt werden. Der Austausch bringt jedoch Folgekosten mit sich, denn neue Pumpen brauchen wiederum eine neue Steuerungstechnik. Den Sanierungsbetrag für Badewassertechnik und Badewasserfilter schätzt Kosian noch einmal auf insgesamt rund 500 000 Euro.

Ein kräftiges Lob für die Mitarbeiter im Schongauer Stadtbauamt, die so rasch reagierten, gab es nicht nur aus den Reihen der Stadträte, sondern auch vom Bad-Chef selbst. „So wie sie derzeit besetzt sind – ein dickes Lob für die Kollegen.“ Wenn die Stadt nicht in Genuss der Fördermittel kommt, muss über die Gegenfinanzierung neu beraten werden.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Schutz für die Bienen zu fairem Milchpreis
Mit einem neuen Plakat des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) machen nun auch  die Landwirte in Rottenbuch auf ihre missliche Lage aufmerksam. Sie fordern: …
Schutz für die Bienen zu fairem Milchpreis
Rauschendes Fest für 25 Jahre Kinderlächeln
„Es gibt nichts Schöneres, als das Lächeln eines Kindes“, sagt Monika Ludwig. Am vergangenen Freitag feierte das Peitinger Ferienprogramm 25. Geburtstag und hatte …
Rauschendes Fest für 25 Jahre Kinderlächeln
Rauschende Tänze, unterhaltsame Show
Der 1. Vorstand des Schongauer SPD-Ortsvereins Daniel Blum gibt Gas. Er macht nicht nur seit Jahren den Vereinsvorsitz. Am Freitag Abend machte er auch Moderation, …
Rauschende Tänze, unterhaltsame Show
Zur besten Sendezeit: Böbings Schafe fordern Joko und Klaas
Dass seine Schafe einmal zur besten Sendezeit einen Fernsehauftritt haben würden, hätte sich der Böbinger Josef Pirchmoser im Traum nicht einfallen lassen: Am 15. …
Zur besten Sendezeit: Böbings Schafe fordern Joko und Klaas

Kommentare