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Der Richter drängte den Angeklagten zu einer Aussage, doch der schwieg weiter.

Prozess am Landgericht

Schizophrener Angeklagter hat lange Liste an Vorstrafen

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Schongau - Seit Ende November muss sich ein 24-jähriger Iraker vor dem Landgericht München II verantworten. Ihm wird räuberische Erpressung vorgeworfen (wir berichteten). Er schweigt zu den Vorwürfen. Der Prozesstag am Freitag offenbarte seine Vorstrafen.

Vor 16 Jahren kam Serian A. aus dem Irak nach Deutschland. Er war ein freundlicher Bub, doch er litt unter seinem alkoholkranken Vater, der ihn, die Mutter und den zwei Jahre älteren Bruder misshandelte. Er ging zur Schule, lernte nie so recht Lesen und Schreiben, wurschtelte sich durchs Leben, bis seine Krankheit, die Schizophrenie, ihn aggressiv werden ließ.

Im Prozesstag am Freitag standen die Vorstrafen des 24-Jährigen auf der Tagesordnung. Da gab es den Betrug mit dem Chip-Armband im Schwimmbad Plantsch, die angezettelte Schlägerei nach einer Silvesterknallerei im nachbarlichen Garten. Er würgte einen Kneipenbesucher und verletzte die Mitarbeiterin einer Job-Vermittlungsbörse mit Brotmesser und Beil. Heuer im Februar, da befand er sich schon in U-Haft, gesellte sich zu den Gewalttaten noch eine Drogenverurteilung.

Die Geldstrafen zahlte er nicht ab. Mal wusste er nicht wie, mal gab es aber keinen wirklichen Grund. Dabei hatte er phasenweise konsequent gearbeitet und bei seinen Hilfsjobs auch ordentlich verdient. Einen großen Teil seines Lohns gab er der Mutter. Die Familie konnte deshalb aus einem beengten Ein-Zimmer-Appartment in eine Vier-Zimmer-Wohnung ziehen. Serian A. lernte Lesen und Schreiben. Doch er hatte sich nicht im Griff. Die aktuelle Anklage listete elf Gewaltattacken auf, unter anderem eine heftige Attacke nach einem Streit auf offener Straße um ein Drogengeschäft sowie Todesdrohungen nach einem Handygeschäft. Er wurde festgenommen und in die Psychiatrie gebracht.

Im aktuellen Prozess geht es auch um die Unterbringung in einer solchen Einrichtung und die Frage nach der Wiederholungsgefahr. Richter Oliver Ottmann gab dem Angeklagten am Freitag nochmal die Möglichkeit auszusagen. Doch der 24-Jährige schwieg weiter. Fragen zu seinen Vorstrafen beantwortete er anfangs noch. Als er aber bemerkte, dass er sich in Widersprüche verwickelte, sagte er nichts mehr. Am nächsten Prozesstag soll der psychiatrische Gutachter vernommen werden.

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