Machen sich für die Schwalben in den Landkreisen Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen stark (v.r.): Maria Lidl (stellvertretende Kreisbäuerin), Christian Haupt (LPV), Lisa Krötz (BBV), Michael Schödl (LBV), Thomas Müller (BBV) und Christine Sulzenbacher (Vorsitzende Kreisbäuerin).
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Machen sich für die Schwalben in den Landkreisen Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen stark (v.r.): Maria Lidl (stellvertretende Kreisbäuerin), Christian Haupt (LPV), Lisa Krötz (BBV), Michael Schödl (LBV), Thomas Müller (BBV) und Christine Sulzenbacher (Vorsitzende Kreisbäuerin).

Fotowettbewerb

Schnappschüsse für die Schwalben

Es ist noch nicht lange her, da gehörten sie auf Bauernhöfen zum täglichen Anblick – vor allem morgens und abends, wo sie in der Regel besonders zahlreich vertreten sind. Ihre Flugkünste sind faszinierend: Sie können pfeilgerade durch die Luft schnellen oder in wilden Linien umherschwirren. Inzwischen sind sie rar geworden, es werden immer weniger. Die Rede ist von den Schwalben.

Landkreis – Um Schwalben auf dem Land und in der Stadt wieder verstärkt anzusiedeln, haben sich die Kreisverbände Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) und des Landschaftspflegeverbands (LPV) sowie der Bayerische Bauernverband (BBV) auf breiter Front zusammengeschlossen. Das Ziel: Möglichst viele Menschen in den beiden Landkreisen sollen dazu animiert werden, Nisthilfen an Gebäuden, Gebäudeteilen oder Stallungen anzubringen.

Gekoppelt ist die Aktion an einen Fotowettbewerb: Die schönsten und originellsten Schwalben-Aufnahmen, die eingereicht werden, werden prämiert. Auf einem speziellen Portal des LBV und der LPV können die Teilnehmer ihre Fotos hochladen. „So selbstverständlich die Schwalben auf unseren Höfen daheim auch sind, so wichtig sind sie für die Natur“, erklärten Kreisbäuerin Christine Sulzenbacher und ihre Stellvertreterin Maria Lidl bei der Auftaktveranstaltung auf einem Bauernhof in Schwabsoien.

Leben der Boten des herannahenden Frühlings wird immer schwieriger

Mit der Rückkehr aus den Winterquartieren sind sie jetzt wieder zu sehen – als „Boten des herannahenden Frühlings und Sommers“, wie der Volksmund weiß. Doch die Lebensbedingungen für die gefiederten Zweibeiner werden eben auch immer schwieriger: Neben den Gefahren des langen Fluges von Afrika nach Europa drohen nicht nur in Bayern, sondern in der gesamten Bundesrepublik fehlende Nist- und Brutmöglichkeiten.

Fotos können bis September eingereicht werden

„Diese traurige Entwicklung haben wir zum Anlass genommen, diesen Fotowettbewerb ins Leben zu rufen“, schildert Lisa Krötz, die stellvertretende Kreisbäuerin des BBV Garmisch-Partenkirchen. Vom 3. Mai an bis Mitte September können die Schwalbenfotos eingereicht werden, „am besten mit einer kleinen Geschichte dazu“, wie es sich Michael Schödl von der Regionalstätte des LBV wünscht.

Nur ein Foto pro Teilnehmer ist erlaubt. Eine Jury wird dann die schönsten Aufnahmen auswählen, den ersten zehn Gewinnern winken informative und schön bebilderte Vogelbücher.

350 Nisthilfen wurden an Landwirte abgegeben

In den Landkreisen ist man schon vor dem Wettbewerb tätig geworden – dank der Fördermittel der „Leader Zugspitzregion“ und der Allianz-Stiftung „Blauer Adler“, die bislang rund 350 Nisthilfen kostenlos an Landwirte abgegeben haben. Dabei handelte es sich um Kästen für Mehlschwalben, die draußen an den Gebäuden brüten, und für Rauchschwalben, die extra für zugige Laufställe entwickelt wurden.

Doch Vorsicht ist geboten: Zum einen befinden sich die Nester für Mehlschwalben sehr weit oben, so dass es gefährlich ist, sich für die Aufnahmen dorthin zu begeben. Und bei den Rauchschwalben mit dem offeneren Nest sollen die Brut und die Jungvögel nicht durch das Fotografieren beeinträchtigt und möglicherweise gefährdet werden. Wenn einmal ein Vogel aus dem Nest gefallen ist, sollte es laut Schödl am besten wieder dorthin zurückgebracht werden, damit die Eltern es weiter versorgen könnten. „Eine Aufzucht von Jungschwalben, die reine Insektenfresser sind, ist sehr schwierig“, weiß der Vogelkundler. „Das können die Eltern viel besser.“

Mehr Informationen:

Die gibt es auf den Seiten des Bayerischen Bauernverbandes und den Regionalgruppen des LBV und des LPV, Regionalgruppe Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau. Bei der Teilnahme kann nur ein Bild eingereicht werden, und es sollte eine kurze Beschreibung oder Geschichte zu dem Bild mitgeteilt werden. Unbedingt auch eine Mailadresse beziehungsweise Telefonnummer angeben, damit die Gewinner benachrichtigt werden können.

Hier der Internet-Link und der QR-Code:

Rafael Sala

Im Rahmen des Corona Konjunkturprogrammes „Wald & Holz“ können sich auch zahlreiche Waldbesitzer aus dem Landkreis auf eine finanzielle Unterstützung freuen. Auch Kommunen können die Prämie beantragen.

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