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Schöffen-Verhandlung am Amtsgericht Weilheim

Letzte Bewährung für vorbestraften jungen Schongauer

Mehrere Straftaten innerhalb kürzester Zeit hat ein erst 20-jähriger Schongauer begangen. Wegen seiner schon vorbelasteten Vorgeschichte war ein hohes Strafmaß zu erwarten. Daher fand die Verhandlung am Amtsgericht Weilheim vor einem Jugendschöffengericht statt.

Schongau – Körperverletzung, Sachbeschädigung, eine Schwarzfahrt in der Deutschen Bahn, massive Beleidigung von Polizisten und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte: Diese Delikte hat der junge Mann aus Schongau in ein paar Monaten angesammelt. Bis auf die ihm vorgeworfene Körperverletzung – er soll vergangenes Jahr ein Mädchen auf dem Volksfest in Weilheim auf das Ohr geschlagen haben – gab der Angeklagte freimütig alles zu. Die Körperverletzung stellte das Gericht mangels  Beweisen ein. Alles andere wurde während der Verhandlung bestätigt.

So hatte der junge Mann ohne ersichtlichen Grund im April 2019 den Spiegel eines Polizeifahrzeugs beschädigt. „Ich war an dem Tag einfach frustriert“, begründete er seine Tat. Im September dann fuhr er ohne Fahrschein mit der Bayerischen Regiobahn von Weilheim nach Schongau. „Ich hatte einfach kein Geld“, erklärte er dazu.

Und im Januar dieses Jahres wurde er volltrunken in Schongau aufgefunden. Die herbeigerufene Polizei wollte ihm zunächst nur helfen, wurde dann aber von ihm massiv beschimpft und beleidigt. Als er zur Ausnüchterung in Gewahrsam genommen werden sollte, wehrte sich der junge Mann heftig, wollte fliehen und versuchte auch, einen Polizeibeamten zu schlagen.

„Es geht heute bei Ihnen um einiges“, sagte Jugendrichterin Claudia von Hirschfeld, denn der junge Mann hat schon vier Vorstrafen angesammelt, bekam unter anderem schon vier Wochen Jugendarrest und hat schon etliche sozialtherapeutische Einrichtungen durchlaufen.

Die Richterin tat sich mit den beiden Schöffen aber schwer mit einem Urteil und dachte lange darüber nach, ob in diesem Fall eine Bewährung noch in Frage kommen würde. Letztendlich verhängte sie eine fünfmonatige Jugendstrafe und gab dem jungen Mann noch eine letzte Chance.

„Wir rechtfertigen diese Bewährung nur mit einem Bündel an Auflagen“, gab von Hirschfeld zur Urteilsbegründung an.

So erhält der zu den Tatzeiten 19-Jährige noch eine Geldauflage von 3000 Euro, sechs Einzelberatungen zum Thema Alkohol sind Pflicht, und er muss 60 Stunden am Projekt „Hofzeit“ teilnehmen, einer sozialpädagogischen Einrichtung. „Sie sind fällig, wenn Sie sich nicht an die Auflagen halten. Ich fackel nicht lange, wenn Sie weiter Mist bauen“, machte von Hirschfeld dann dem Angeklagten noch deutlich klar.

Regina Wahl-Geiger

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