Für die Caritas

50 Jahre Spenden gesammelt

Schongau – 50 Jahre lang ging sie bei Wind und Wetter von Haustür zu Haustür. Ihr Anliegen: Sie bat um eine Spende für die Caritas. Gisela Meier (80) ist deshalb nun für ihre „langjährige Mitsorge und Mitarbeit“ für die Caritas mit dem Ehrenzeichen in Gold der Caritas ausgezeichnet worden.

Die Urkunde ist vom Präsidenten des Deutschen Caritasverbandes, Prälat Dr. Peter Neher, und dem Direktor des Caritasverbandes für die Diözese Augsburg, Domkapitular Dr. Andreas Magg, unterzeichnet. Schongaus katholischer Pfarrer Norbert Marxer überreichte nun bei einer gemeinsamen Feier der Schongauer Caritas-Sammlerinnen und –Sammler die Urkunde.

Kaffeerunde der Sammler

Es ist gute Tradition in Schongau, nach der Caritas-Herbstsammlung Ende September bzw. Anfang Oktober des Jahres die Sammlerinnen und Sammler zu einer Kaffeerunde einzuladen. Pfarrer Marxer nutzte die Gelegenheit, sich im Namen der Pfarreiengemeinschaft Schongau bei allen „für die vielen Mühen“ zu bedanken. Oft sei das Klingeln an der Haustür umsonst, manchmal müsse man mehrmals gehen, manchmal werde man dumm angeredet. „Doch Sie ertragen das tapfer und lassen sich nicht beeinflussen, weil Sie in der Caritassammlung einen Dienst der Kirche, einen Dienst der Nächstenliebe erkennen.“ Die Sammlung sei dabei mehr als nur die Bitte um eine Spende. Viele ältere einsame Menschen würden sich über den Besuch freuen. „Diese Begegnung ist viel wichtiger als die Spende“, so Pfarrer Marxer.

Gisela Meier hat vor 50 Jahren ihren Dienst als Sammlerin aufgenommen, „weil mich der damalige Pfarrer gefragt hat“. Früher sei es gemütlicher gewesen. Es waren kleinere Häuser. „Heute sind es so viele Wohnblöcke“, erzählt sie. Die älteren Menschen, die eher etwas spenden, „sterben weg“. Und die Jüngeren geben seltener etwas, viele „nichts mehr“. Meier tut das „furchtbar leid“, weil die Pfarrei selbst wie auch die Caritas mit den Spenden viel Gutes bewirken könnten. Ein weiteres Problem sieht sie im häufigeren Ortswechsel der Menschen heute. „Man kennt sich nicht mehr wie früher, das Persönliche fehlt.“ Das bedauert Meier, denn sie erlebe auch heute noch immer wieder nette Begegnungen. Manchmal werde sie sogar zum Kaffee eingeladen, einmal bot man mir einen Schnaps an. „Wenn man so etwas erlebt, geht man beschwingter wieder nach Hause“.

Ihr Beweggrund ist die Dankbarkeit

Der eigentliche Grund aber, warum sie diesen Dienst des Spendensammelns so viele Jahre schon leistet und noch nicht damit aufhören will, ist: „Ich habe es immer aus Dankbarkeit dafür gemacht, dass ich immer so gut beieinander bin.“

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