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So sieht ein digitales Geländemodell des Schneckenbichls aus. Grau bis weiß ist der Schlossberg, in grün das Gelände am Lech, wo heute UPM steht. 

Historischer Verein

Die alte Welfen-Burg erlebbar machen

Mit einem speziellen Aufnahmeverfahren soll der Schneckenbichl und das früher auf ihm stehende Welfenschloss digital rekonstruiert werden. In der Mitgliederversammlung des Historischen Vereins zeigte Franz Grundner, was mit Hilfe von Laserscannern möglich ist.

Schongau Von Schongauer Flur aus sieht man den Schneckenbichl kaum. Dem Schloßberg vorgelagert und mit Wald bestanden, ist die Erhebung nahe des UPM-Werks kaum auszumachen. Und selbst im Luftbild muss man suchen, um den Bichl, auf dem letzten Endes die bedeutende Welfenburg gestanden haben soll, auszumachen.

Obwohl der Hügel begangen werden kann, finden sich sichtbar so gut wie keine Überreste jener hochmittelalterlichen Trutzburg mehr, die Burgenforscher Joachim Zeune dort verortet. Insbesondere, nachdem Zeune während des Symposiums vergangenes Jahr visualisierter Bilder jener Wohntürme, etwa Schloss Chillon am Genfer See, gezeigt hatte, sei im Verein der Wunsch gekeimt, eine dreidimensionale Visualisierung zu kreieren, so Vorsitzende Heide Krauthauf. Auch wenn die hohen Kosten sie persönlich doch etwas schreckten.

Man habe Angebote über das Landesamt für Denkmalpflege eingeholt und eine Firma gefunden, die entsprechende Geländeinterpretationen auf Basis der vorhandenen oder noch zu erstellenden Datensätze erstellt. Man könne mit einer Kostenübernahme durch das Landesamt von rund 50 Prozent der insgesamt 17 000 Euro rechnen, so Krauthauf. „Der Verein alleine kann das nicht stemmen.“ Gemeinsam mit der Stadt und dem Museum wäre es aber möglich.

Franz Grundner erklärte die Idee. Das Zauberwort lautet Airborne Laserscanner, zu Deutsch: Ein in einem Luftfahrzeug (Helikopter oder Flugzeug) montierter Laserscanner, der auch die dichte Vegetation durchdringt und punktgenau das Gelände abtastet, sodass man daraus ein detailgetreues Geländemodell erstellen könne. Hatten Kartographen dafür früher so genannte Stereobilder genutzt, um dann Höhenlinienkarten zeichnen zu können, entstehen nun Punktewolken, die sich zu einem dreidimensionalen Bild oder Geländemodell zusammenfügen, über das man virtuell hinweg fliegen kann, wie Grundner mit einem kleine Beispielfilm zeigte. In diesen Film kann man die Rekonstruktion des Schlosses oder der Gebäude einfügen und ebenfalls quasi um diese herum fliegen. Ein solcher Film würde um die 30 000 Euro oder mehr kosten, so Grundner.

Für das Museum oder entsprechende Publikationen würde aber eine Visualisierung von unten genügen, also, wie sie ein Betrachter sehen würde, der etwa von Schongau in Richtung Schneckenbichl schaut. Diese 3-D-Visualisierung könnte auch als Vorlage für ein Modell dienen, das man im Museum ausstellen könnte, so Gr19undner.

Oliver Sommer

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