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Die Baustelle am Bahnhof wird derzeit eingerichtet, Vorarbeiten laufen bereits. Bis Ende September soll etwas nördlich des Bahnhofs ein neuer Mittelbahnsteig gebaut werden für den barrierefreien Einstieg.

Barrierefreier Ausbau

Arbeiten am Schongauer Bahnhof starten am Montag

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Am Bahnhof Schongau haben die Vorbereitungen für die große Baustelle begonnen, am Montag geht es los. Binnen von drei Monaten soll der mittlere Bahnsteig barrierefrei ausgebaut werden. Für Bahnreisende ändert sich erst einmal wenig, außer, dass der Zug auf Gleis vier abfährt und hält. Total gesperrt wird der Bahnhof erst ab dem 9. September für knapp zwei Wochen.

Schongau – Schon 2014/2015 hatte man mit dem Gesamtprojekt Ausbau Pfaffenwinkelbahn begonnen – zuletzt das elektrische Stellwerk in Peißenberg gebaut. Parallel hierzu wurde geplant, alle Bahnhöfe zwischen Weilheim und Schongau barrierefrei auszubauen. In Schongau wird nun damit gestartet. „Für die übrigen fünf Maßnahmen ist das Baurecht beim Eisenbahnbundesamt beantragt, diese sollen 2021 realisiert werden“, erklärt Herbert Kölbl,Vertriebsbeauftragter für Bayern bei der DB Station&Service AG, auf Anfrage der Schongauer Nachrichten. In Schongau sind die Voraussetzungen gut: Bei den anderen Stationen werde es mehr Einschränkungen geben, da teilweise Vollsperrungen nötig würden, so Kölbl. Schongau dagegen kann als Endhaltestelle unter „rollendem Rad“ gebaut werden, wie es im Fachjargon heißt, der Zugverkehr kann also bis auf eine kurze Phase weiterlaufen.

Auf einer Länge von 140 Metern wird der Mittelbahnsteig ausgebaut, so Alexander Neumann, Projektleiter für den Bahnhof Schongau. Dieser wird fünf Meter breit und bekommt eine Höhe von 55 Zentimetern, was den barrierefreien Einstieg in die Züge ermöglichen soll. Nördlich des Bahnhofsgebäudes sind zwei Wetterschutzhäuschen geplant, und zwar direkt auf dem Bahnsteig. Diese werden zunächst mit einem Fahrkartenautomaten ausgestattet, ein weiterer kann bei Bedarf nachgerüstet werden. Auch der Vorplatz des Bahnhofsgebäudes wird neu gepflastert und bekommt eine neue Beleuchtung. Der Hauptzugang soll südlich des Bahnhofsgebäudes verlaufen. Der Zugang im Norden, wo die Stadt Schongau eigentlich eine Park & Ride-Anlage bauen möchte, soll offen bleiben.

Die Baustelle wird derzeit eingerichtet

Die Baustelle wird derzeit eingerichtet, Container sind bereits aufgestellt. Los geht es am Montag, 29. Juni, mit dem neuen Mittelbahnsteig. Dazu müssen Teile von Gleis zwei und drei rückgebaut werden, der Reiseverkehr läuft über den Bahnsteig vier. Auch ein neuer Reisendenweg wird gebaut. Der neue Bahnsteig soll bis Ende August bereits fertiggestellt sein, aber noch nicht nutzbar.

Vom 9. bis zum 18. September, in den knapp zwei Wochen nach den Sommerferien, muss dann der Bahnhof Schongau komplett gesperrt werden. In dieser Zeit wird der alte Bahnsteig an Gleis vier abgerissen und das Gleis drei in neuer Lage hergestellt, über das künftig der Zugverkehr laufen soll. „Geplant ist in dieser Zeit ein Schienenersatzverkehr, der mit der Bayerischen Regiobahn abgestimmt wird“, so Bahnsprecher Bernd Honerkamp. Ab dem 19. September kann der neue Bahnsteig in Betrieb genommen werden. Bis Ende September gibt es weitere kleine Umbauarbeiten an Gleisen oder Weichen, von denen die Fahrgäste nach Auskunft Neumanns aber wohl nicht mehr viel mitbekommen werden.

Lösung für Fahrradständer scheint noch nicht in Sicht

Weitere konkrete Planungen gibt es seitens der DB Station&Service AG für Schongau derzeit offenbar nicht. Auch eine Lösung für die von der Stadt geplanten Fahrradständer scheint noch nicht in Sicht zu sein. Wie Stadtbaumeister Sebastian Dietrich jüngst im Bauausschuss bekannt gab, hatte die Stadt eine Absage kassiert für die Fläche, auf der sie seit Längerem im Rahmen der Aktion „Bike+Ride“ Fahrradabstellanlagen realisieren wollte. Dietrich hatte die der Stadt gegenüber genannte Begründung, dass die Elektrifizierung in naher Zukunft realisiert werden solle, angezweifelt. Was die Elektrifizierung anbelangt und auch die Verlängerung der Strecke zum Krankenhaus, müsse man erst die Politik befragen, dass diese einen konkreten Planungsauftrag gibt, so der Bahnsprecher. „Wir sind gehalten, diese zunächst vorgesehene Fläche für eine spätere Elektrifizierung vorzuhalten, ohne dass wir schon beauftragt worden sind, diese zu planen“, konkretisiert er. Aber die Gespräche würden weiterlaufen, der Dialog sei ja nicht beendet, man müsse sehen, dass man eine andere Fläche finde. „Da liegen verschiedenste Projekte übereinander, die vor vier oder fünf Jahren noch nicht bekannt waren – da ist viel Musik drin gerade.“

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