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Bei den Schienenbusfahrten am 29. September hob der Landtagsabgeordnete Hans Friedl (2.v.r.) die Kelle für die Reaktivierung der Fuchstalbahn. Ein paar Tage zuvor hatte der Allinger im Landtag allerdings einen für die Reaktivierung von stillgelegten Bahnstrecken hilfreichen FDP-Antrag abgelehnt.

Abstimmung im Landtag

Freie Wähler wollen CSU nicht verärgern: Rückschlag für Fuchstalbahn

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Die Mitglieder des Arbeitskreises Fuchstalbahn sind enttäuscht von dem Landtagsabgeordneten Hans Friedl (Freie Wähler). Obwohl sich der Allinger als Befürworter der Reaktivierung von stillgelegten Bahnstrecken ausgibt, hat er einen dafür hilfreichen Antrag im Landtag abgelehnt. Der Grund: Er will keinen Koalitionskrach.

Schongau/München Nimmt man frühere Aussagen aus dem Büro des Landtagsabgeordneten Hans Friedl als Grundlage, passte der kürzlich von der FDP eingereichte Antrag im Landtag eigentlich hervorragend dazu. „Im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) muss von einer Nachfrage- auf eine Angebotsstrategie umgeschwenkt werden“, sagte Friedl damals. „Ein voll besetzter, fahrender Zug ist immer besser in der Ökobilanz als die entsprechende Anzahl von Autos, die im Stau auf der Straße stehen. Die Fuchstalbahn hat eine zweite Chance verdient“, erklärte der Abgeordnete ganz zur Freude der Umweltinitiative Pfaffenwinkel.

Der zur Initiative gehörende Arbeitskreis Fuchstalbahn sah in Friedl fortan einen Verbündeten, der noch dazu Mitglied des für sie wichtigen Verkehrsausschusses im Landtag ist. Der Ausschuss hatte am 24. September über den Antrag der FDP-Fraktion zu entscheiden: Die Staatsregierung wurde darin aufgefordert, gemeinsam mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) und in Abstimmung mit dem Bund das für Streckenreaktivierungen vorausgesetzte Kriterium „Mindestzahl von Fahrgästen“ zu überprüfen und durch „andere Kriterien zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit zu ergänzen“.

Reaktivierung der Fuchstalbahn bleibt weiterhin eine Vision

Im Visier hatten die Antragsteller die Zahl 1000, die eines der Totschlagargumente der CSU ist, an denen sich die Freunde der Fuchstalbahn seit Jahren die Zähne ausbeißen. Mindestens so viele Fahrgäste müssten pro Werktag für eine stillgelegte Bahnstrecke prognostiziert werden, damit sie ein Kandidat für eine Reaktivierung wird. Im Ausschuss hatten die Freien Wähler nun die Chance, zusammen mit SPD, Grünen und FDP die 1000 ins Wanken zu bringen. Stattdessen stimmte die Fraktion aber gegen den FDP-Antrag. Die Reaktivierung der Fuchstalbahn für den Personenverkehr bleibt so weiterhin eine Vision.

Arbeitskreis findet Abstimmungsergebnis traurig

„Ich finde es traurig, dass Herr Friedl wider besseren Wissens mit der CSU gestimmt hat“, bedauert Harald Baumann, Vorsitzender des Arbeitskreises. Als Friedl fünf Tage nach der Sitzung im Landtag zu den Schienenbusfahrten nach Schongau gekommen war, habe er ihn auf die Abstimmung ansprechen wollen, berichtet Baumann. Dazu sei es aber leider nicht gekommen, berichtet der Schongauer.

Abgeordneter kündigt weitere Gespräche an

Auf Anfrage der Heimatzeitung machte der Abgeordnete Friedl mittlerweile klar: „Sie können sicher sein, dass von Seiten Freie Wähler da nicht locker gelassen wird. Das Kriterium 1000 Fahrgäste/km darf nicht weiter ein K.O.-Kriterium sein“, heißt es in seiner schriftlichen Stellungnahme. Dass er den Antrag der FDP abgelehnt hat, begründet er so: „Wir sind in einer Koalition und brauchen Lösungen und keinen Koalitionskrach.“ Wäre der Antrag im Verkehrsausschuss durchgegangen wäre er letztlich im Plenum abgelehnt worden, konkretisierte der Abgeordnete gestern. Es gehe darum, „bei der CSU dicke Bretter zu bohren“, wirbt Friedl um Verständnis. Man wolle nun weitere Gespräche mit der CSU und auch der Bayerischen Eisenbahngesellschaft führen, verspricht der Abgeordnete.

Reaktivierungsbefürworter lassen sich nicht ins Boxhorn jagen

Harald Baumann und der Arbeitskreis Fuchstalbahn dürften ihn bei Zeiten daran erinnern. Sie hatten nicht mit eine Ablehnung im Ausschuss gerechnet. „Das hat uns kalt erwischt“, sagt Baumann und kündigt an, weiter in der Politik für die Fuchstalbahn zu werben: „Wir lassen uns nicht ins Boxhorn jagen, wir haben einen langen Atem und bleiben am Ball.“

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