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Pfarrer Joseph B. Ssemmanda aus Uganda hat in Schongau bereits die ersten Gottesdienste gehalten

In Schongau und Bernbeuren

Aushilfspfarrer überbrücken die Urlaubszeit 

Urlaub steht auch den Pfarrern im Schongauer Land zu. Damit die Abhaltung von Gottesdiensten und die Seelsorge in dieser Zeit gewährleistet werden kann, sind die Pfarreien auf Aushilfspriester angewiesen. Heuer kommen sie aus Uganda (Afrika) und aus der Ukraine.

Schongau/Bernbeuren – „Ich freue mich auf meine seelsorgliche Aushilfstätigkeit in Schongau“, hat Pfarrer Joseph Balikuddembe Ssemmanda gleich zu Beginn verkündet. Der 53-jährige Seelsorger stammt aus Uganda, hat eine schwarze Hautfarbe und spricht gut Deutsch (mit leichtem Akzent). Seine Stimme klingt sympathisch, und er ist gut zu verstehen.

In Schongau vertritt Pfarrer Ssemmanda in den kommenden Wochen Stadtpfarrer Norbert Marxer. Das Patrozinium Mariae Himmelfahrt am 15. August wird noch gemeinsam gefeiert, danach ist der Aushilfspfarrer aus Uganda voll eingespannt.

Das sind die ersten Eindrücke des Aushilfspfarrers von Schongau

„Ich bin in Schongau gut aufgenommen worden“, freut sich Joseph Ssemmanda. Er logiert im ehemaligen Pfarrhaus von Verklärung Christi. Seine ersten Eindrücke von Schongau? „Eine schöne Stadt, hier gefällt es mir gut“, sagt der 53-jährige Aushilfspriester. Er ist nicht zum ersten Mal in Deutschland. Auch in Dinkelscherben hat er schon als Seelsorger ausgeholfen.

Joseph Ssemmanda ist im Dorf Bongole in Uganda mit 13 Geschwistern aufgewachsen. Eine Schwester ist bereits verstorben. In Kampala besuchte er das Priesterseminar, studierte Philosophie und Theologie und empfing 1994 die Priesterweihe. Seine Heimatpfarrei ist St. Matia Mulumba in Old Kampala.

Pfarrer Joseph Ssemmanda hat in Augsburg an Deutsch-Kursen teilgenommen

In Augsburg hat Pfarrer Joseph an Deutsch-Kursen teilgenommen und seine Sprachkenntnisse später am Goethe-Institut in Kampala erweitert. Seine Verbindungen zur Diözese Augsburg rissen nie ab, und so ist er dort zu einem beliebten Aushilfspfarrer in der Urlaubszeit geworden. In Schongau hält sich Pfarrer Joseph (seine Leibspeise sind Nudeln mit Kraut) zum ersten Mal auf. Und was sind seine Hobbys? „Volleyball ist meine Lieblingssportart“, verrät er.

Aushilfspfarrer in der Pfarreiengemeinschaft Bernbeuren

Auch in der Pfarreiengemeinschaft Bernbeuren (mit den Pfarrgemeinden Bernbeuren, Burggen Tannenberg und Ingenried) ist man froh über einen Aushilfspfarrer. Er heißt Andriy Tanasiychuk und kommt aus der Stadt Kolomyja (im Westen der Ukraine). Von 2015 bis 2017 war er Generalvikar in der Diözese Odessa (am Schwarzen Meer). Jetzt ist er Pfarrer in seiner Heimatstadt Kolomyja. Dort gibt es eine alte Holzkirche, die renovierungsbedürftig ist. Auch darum muss sich Tanasiychuk kümmern.

Professor Andriy Tanasiychuk ist Aushilfspfarrer in der Pfarreiengemeinschaft Bernbeuren und in Steingaden

Seine Priesterweihe empfing der 41-jährige Ukrainer im Jahr 2002 in Warschau (Polen). Dort hatte er auch das Priesterseminar besucht. „Von 2002 bis 2007 habe ich in Rom Kirchenrecht studiert“, berichtet Andriy Tanasiychuk. In der „Ewigen Stadt“ schrieb er auch zwei Doktorarbeiten.

Andriy Tanasiychuk unterrichtet auch an der Universität in Venedig

Nach seinem Studium in Rom wechselte der 41-jährige Ukrainer als Professor für Kirchenrecht an die Universität in Venedig. Dort unterrichtet er noch regelmäßig.

Von zehn Jahren nahm Andriy Tanasiychuk zweimal an einem Sprachkurs an der Akademie Klausenhof teil. Er hat schnell gelernt. Seit November 2017 ist er in die Diözese Augsburg als Urlaubsvertretung unterwegs und hilft immer aus, wenn ein Priester benötigt wird.

„So habe ich die Möglichkeit, die schönen Orte, die freundlichen Leute und die deutsche Kultur kennenzulernen, außerdem verbessere ich dadurch meine Deutschkenntnisse“, sagt der Pfarrer aus der Ukraine. In Bernbeuren hat er vor zwei Jahren schon einmal ausgeholfen. Diesmal kommt auch noch Steingaden hinzu.

VON MICHAEL GRETSCHMANN

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