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Nichts geht im Schongauer Plantsch: Bis auf Weiteres bleibt das Gelände ohne Gäste, auch wenn dies wieder eingeschränkt erlaubt wird. Die Sanierungsarbeiten und die Revision müssen durchgezogen werden.

Schongauer Bad bleibt zu

Bäder-Wiedereröffnung in den Pfingstferien ohne das Plantsch

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Während im Umkreis mit der Öffnung der Freibäder ab 8. Juni geplant wird, müssen im Schongauer Plantsch Sanierungsmaßnahmen und Revision durchgezogen werden. Über eine Notöffnung vor den Sommerferien, Preise und Öffnungszeiten entscheidet demnächst der Verwaltungsrat. Für Besucher werden die Auflagen sehr ungewohnt sein: „Mit Badespaß und Familienausflug hat das nichts mehr zu tun“, sagt Badchef Andreas Kosian.

Schongau – Ein düsteres Bild hatte Andreas Kosian im April im Stadtrat gezeichnet. Um den finanziellen Schaden in diesen Corona-Zeiten so gering wie möglich zu halten, hatte der Verwaltungsrat beschlossen, die Revisionszeit im Plantsch mit bereits geplantem Umbau der Badewassertechnik vom Herbst in die aktuelle Schließzeit vorzuziehen. „Damit wird eine Schließzeit im Herbst definitiv vermieden“, war der Ansatz von Andreas Kosian.

Wie der Schongauer Bad-Chef bereits den Stadträten erklärt hatte, muss dies nun durchgezogen werden. „Diese Entscheidung erlaubt leider keinen Rückzieher“, den Prozess könne man nicht mehr stoppen. Die Badewassertechnik wurde bereits soweit zurückgebaut, dass eine Wiederinbetriebnahme erst nach Abschluss der Um- und Modernisierungsarbeiten möglich ist, die bestellten Firmen müssen die Arbeiten im vorgezogenen Zeitfenster erledigen. Aktuell geht Kosian davon aus, dass man, wenn dies erlaubt wird, technisch zu den Sommerferien komplett in Betrieb gehen könnte, mit etwas Glück vielleicht etwas früher.

Der neue Verwaltungsrat muss im Juni über Notöffnung entscheiden

Die nächsten schwierigen Entscheidungen muss im Juni der neue Verwaltungsrat des Plantsch fällen, und dann auch über eine eventuelle Notöffnung nur des Freibadbereichs abstimmen. Wenn dies überhaupt möglich ist, dann aber auch erst im Juli. Der Plantsch-Chef ist hin- und hergerissen, was er dem Verwaltungsrat empfehlen soll. Denn durch den Notbetrieb des Freibades könne es wiederum passieren, dass sich möglicherweise auch der Termin für die Gesamtöffnung nach hinten verschiebt, gibt Kosian zu bedenken.

Der neue Verwaltungsrat bekommt gleich richtig zu tun. „Es gab noch nie über so viele, so wichtige und gleichzeitig so greislige Themen zu entscheiden“, so Kosian.

Vor allem geht es um voraussichtlich massive Einschränkungen und zahlreiche Auflagen, und jeder einzelne Badbetreiber muss dafür den Kopf hinhalten. Zwar dürfen Freibäder ab dem 8. Juni starten. Aber welche Regelungen die bayerische Regierung genau macht, sei bisher unklar. Nach dem „Pandemieplan Bäder“ der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen dürften, weil die Freifläche so riesig ist, rechnerisch 591 Besucher gleichzeitig ins Schongauer Bad.

Wie lassen sich alle Maßnahmen vernünftig umsetzen?

Aber wie das so umsetzen, dass gleichzeitig alle Hygienemaßnahmen und Abstandsregelungen eingehalten werden? „Das macht es jetzt so schwierig“, erläutert Kosian seine Not. Beispielsweise dürften nur zwei Frauen und zwei Männer gleichzeitig in den jeweiligen Duschbereich. Also duschen am besten nur draußen und den Duschbereich innen zulassen? Das beliebte Warmhaltebecken darf ebenso wenig überbelegt sein wie die Schwimmbecken. Dort sollen Bahnen abgetrennt werden, sodass man eine Bahn hin, die andere zurückschwimmen kann. Theoretisch dürften zehn Schwimmer gleichzeitig diese Doppelbahn benutzen, wenn sie wie die kleinen Entenküken hinter ihrer Mutter herschwimmen. Ein Überholen des langsameren Schwimmers ist hingegen schon wieder schwierig.

Saunabereich bleibt wohl in jedem Fall erst mal zu

Und über den Saunabereich kann zum Leidwesen Kosians noch gar nicht gesprochen werden – dieser bleibt zu. Und dies, obwohl die Sauna und der Gastrobereich in den letzten Haushaltsjahren erheblich dazu beigetragen haben, dass das Baddefizit für die Stadt nicht zu groß wird. Unproblematisch ist nur die Nutzung der Rutsche: Abstandsregelungen sind leicht einzuhalten.

Apropos Defizit: Auch über Preise und Öffnungszeiten muss noch diskutiert werden. „Es wird keine Tagestarife mehr geben, sondern nur noch einen festen Stundentarif für alle“, schätzt Kosian. Und nur, wer vorab online ein Zeitfenster gebucht hat, kommt ins Bad. „Eine Öffnung der Bäder unter den aktuellen Bedingungen hat nichts mehr mit Erholung, Spaß und Vergnügen zu tun.“

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