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So schaut der Asiatische Laubholzbockkäfer aus – ein höchst gefährlicher Baumschädling.

Der Asiatische Laubholzbockkäfer

Ein Baumschädling, den jeder fürchtet

Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist ein aus Asien eingeschleppter Baumschädling, den niemand haben will. Im Raum Murnau hat er bereits viele Bäume befallen, die gefällt werden mussten. Dass sich der Holzschädling vom Staffelsee auch auf das Schongauer Land ausbreiten könnte, sehen Forstexperten derzeit noch als gering an.

Schongau – „Hoffentlich bleiben wir von dem Asiatischen Laubholzbockkäfer in Schongau verschont“, wünscht sich Schongaus Stadtförster Klaus Thien. Denn dies würde zu einem vollständigen Abholzen aller Laubbäume innerhalb der Quarantänezone führen, die nach Bekanntwerden sofort erlassen werden müsste.

Dem Stadtförster ist die Dramatik in Murnau und auch in München bekannt. In Bayern ist der Asiatische Laubholzbockkäfer derzeit an fünf Orten aufgetreten: Feldkirchen (Landkreis München), Kelheim (Landkreis Kelheim), Murnau am Staffelsee (Landkreis Garmisch-Partenkirchen), Neubiberg (Landkreis München) und Ziemetshausen (Landkreis Günzburg). In Kelheim ist dieser Käfer angeblich bereits erfolgreich bekämpft worden.

„Von den heimischen Bäumen sind bei uns fast alle Laubholzarten gefährdet“, berichtet Franz Jäger, forstamtlicher Sachbearbeiter für Waldschutz in den Landkreisen Weilheim-Schongau, Starnberg und Garmisch-Partenkirchen. Der Käfer befalle gesunde Bäume und könne diese bei starkem Befall zum Absterben bringen. „Es gilt, die weitere Verbreitung dieses Schädlings zu verhindern“, so Jäger. Er weist darauf hin, dass der Fund eines Asiatischen Laubholzbockkäfers meldepflichtig sei.

Dieser Käfer kann nach Auskunft von Franz Jäger alle Laubbaumarten befallen – mit einigen Ausnahmen. Eiche, Walnuss und Wildkirsche sowie die Obstbäume mag er anscheinend nicht. Dass er sich von Murnau aus auch Richtung Schongau ausbreitet, ist eher unwahrscheinlich, „denn dieser mit Flügel ausgestattete Käfer ist sehr flugfaul“, weiß der Sachbearbeiter zu berichten.

Wie kommt der Asiatische Laubholzbockkäfer eigentlich nach Murnau? Vermutet wird, dass er durch Holzpaletten (zum Transport von Granitsteinen) aus dem fernen China eingeschleppt worden ist.

Stadtförster Klaus Thien aus Schongau.

Um das Risiko der Ausbreitung des Käfers zu minimieren, ist das in Befallsgebieten anfallende Laubholz-Schnittgut unter amtlicher Aufsicht und über genehmigte Wege zu entsorgen. Separate Sammlungen sind dabei genauso möglich wie zugelassene Sammelstellen. Die tatsächliche Entsorgungspraxis richtet sich nach den Gegebenheiten in der jeweiligen Quarantänezone.

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) stellte im November 2016 in Murnau einen Befall von Laubbäumen durch den Laubholzbockkäfer fest. Dieser eingeschleppte Schädling ist hoch gefährlich, da er auch gesunde Bäume innerhalb weniger Jahre zum Absterben bringen kann. Die genauen Ausmaße des Befalls in Murnau wurden bereits intensiv untersucht und analysiert. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse werden im Radius von einhundert Metern um die befallenen Bäume alle spezifizierten Laubbaumarten gefällt und unschädlich entsorgt. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weilheim ist für das Monitoring und die Bekämpfung des Käfers auf Waldflächen zuständig.

Im Vergleich zum Borkenkäfer dauert es beim Asiatischen Laubholzbockkäfer viel länger, bis er sich entwickelt. Nach der Eiablage (30 bis 40 Stück) vergehen in der Regel rund zwei Jahre, bis der Käfer ausgewachsen ist.

Dennoch gilt es, die Augen offen zu halten, denn ein befallener Baum wird von innen her ausgehöhlt, ohne dass dies zunächst sichtbar ist. „Auf einmal brechen dann Äste ab. Dies stellt vor allem eine Gefahr für die Verkehrssicherheit dar“, klärt Sachbearbeiter Franz Jäger auf.

„Zum Glück ist der Asiatische Laubholzbockkäfer bei uns draußen im Wald noch kein Thema“, sagt Florian Riedl, Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung von Schongau. Er hofft, dass dies auch so bleiben wird.

Michael Gretschmann

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