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Blick von oben auf die Fahrzeughalle: Gut zu sehen ist im Vordergrund der Anbau für den weiteren Stellplatz. Noch fehlt das Dach über dem Rohbau.

Millionenprojekt kommt zügig voran

Baustelle am Schongauer Feuerwehrhaus: Die ersten Rohbauten stehen schon 

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Seit Ende Oktober läuft die millionenteure Sanierung und Erweiterung von Feuerwehrhaus und Fahrzeughalle der Schongauer Feuerwehr. Ein Mammutprojekt, das die Wehr vor eine besondere Herausforderung stellt, wie der Besuch auf der Baustelle zeigt.

Schongau – Still ist es an diesem Nachmittag in der Fahrzeughalle der Schongauer Feuerwehr. Es läuft kein Einsatz, nur der Gerätewart und der Kommandant sind vor Ort. Auch Handwerker sucht man vergeblich. „Die fangen erst in der nächsten Woche wieder an“, sagt Werner Berchtold. Der Kommandant klingt entspannt, kein Wunder, läuft doch bislang alles nach Plan. Seit Beginn der Bauarbeiten Ende Oktober ist bereits einiges geschafft worden. Der Anbau an die Fahrzeughalle steht schon im Rohbau, nächste Woche soll das Dach kommen. „Dann kann innen verputzt werden“, sagt Berchtold. 

Der zusätzliche Stellplatz ist dringend nötig, denn um alle Fahrzeuge unterzubekommen, muss die Feuerwehr aktuell Stellplätze in der Halle doppelt belegen. Auch in der Waschhalle steht ein Wagen. „Das ist gerade im Winter ein Problem, wenn wir die Fahrzeuge nicht draußen waschen können.“ Das Platzproblem soll mit dem Anbau der Vergangenheit angehören, dafür sorgen auch drei neue Fertiggaragen, deren Fundamente direkt nebenan bereits gegossen wurden. Im hinteren Teil des Anbaus ist zudem ein Raum für das neue Treibstofflager vorgesehen.

Kommandant Werner Berchtold vor der Tür zum neuen Treibstofflager im Anbau.

Im Rohbau steht auch schon der Anbau auf der Rückseite der Fahrzeughalle, der eine Lücke im Bestand schließt. Hier soll die Atemschutzwerkstatt einziehen und künftig auch die Kleidung der Feuerwehrler nach einem Einsatz gewaschen werden. „Wir brauchen dann nicht mehr mit dreckigen Sachen zu den Umkleiden“, so Berchtold. Auch eine Übergabestation für die gebrauchten Atemschutzgeräte anderer Ortsfeuerwehren wird in unmittelbarer Nähe in die Fahrzeughalle integriert.

Überhaupt merkt man bei dem Rundgang: Hier hat jemand bei der Planung mitgedacht. So sind im neuen Raum Anschlüsse für eine kompakte Schlauchwaschanlage vorgesehen. Die alte befinde sich derzeit im Keller des Feuerwehrhauses und habe bereits 50 Jahre auf dem Buckel“, sagt Berchtold. „Aber solange sie geht, brauchen wir nichts neues.“ Auch wenn das heißt, dass die Schläuche vorerst weiterhin mühsam mit dem Aufzug in den Keller müssen.

Auch so ist der Umbau teuer genug:2,5 Millionen Euro hat die Stadt zur Verfügung gestellt. „Ich bin optimistisch, dass das reicht“, sagt Berchtold. Wo es geht, greift seine Mannschaft mit an. Auf der Rückseite der Fahrzeughalle etwa muss die alte Holzverschalung entfernt werden. „Das machen wir selbst.“

Sobald die Atemschutzwerkstatt aus dem Feuerwehrhaus in die neuen Räume umziehen kann, beginnen die Arbeiten am über 50 Jahre alten Hauptgebäude. Zuvor muss allerdings erst noch die Umkleide provisorisch in die Fahrzeughalle verlegt werden, denn der Betrieb muss weiterlaufen. „Das wird noch eine Herausforderung“, ahnt der Kommandant. Läuft alles glatt, soll der Umzug im Mai oder Juni über die Bühne gehen.

Im Hauptgebäude ist dann die Umkleide an der Reihe. Die wird durch Hinzunahme eines bisher von der Atemschutzwerkstatt genutzten Raums vergrößert und gleichzeitig ein abgetrennter Bereich für die weiblichen Mitglieder der Wehr geschaffen, samt eigenem Zugang zur Dusche. Vergrößert wird auch das Stüberl, ein langer Wunsch der Feuerwehr, weiß Berchtold. „Das ist damals einfach zu klein geplant worden.“ Dafür verzichte man auf den ursprünglich geplanten eigenen Alarmeingang.

Der Lehrsaal im ersten Stock des Feuerwehrhauses wird komplett modernisiert und erweitert.

Dank einer Rampe vor der Eingangstür, einem Plattformlift und einer behindertengerechten Toilette wird das Feuerwehrhaus durch den Umbau barrierefrei – ein wichtiges Anliegen der Stadt, schließlich dient der Lehrsaal im ersten Stock auch als Wahllokal. Apropos Lehrsaal: Auch der hat die besten Zeiten hinter sich. Er wird komplett modernisiert, vergrößert und erhält auf der Südseite mittels Außentreppe einen zweiten Fluchtweg.

Und zuguterletzt wird auch auf der Gebäudesüdseite gebaut. „Hier entsteht ein Übungsturm mit zwei Ebenen mit Fensteröffnungen, an dem wir das anleitern und abseilen üben können“, erklärt der Kommandant.

Bis es soweit ist, müssen sich die Feuerwehrler freilich noch eine Weile gedulden. Erst 2021 wird die Sanierung abgeschlossen sein.

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