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Millimeterarbeit mit tonnenschwerer Last: Die Behelfsbrücke über den Lechkanal wurde gestern Vormittag demontiert. 

Demontage hat begonnen

Baustelle am Mühlkanal: 350-Tonnen-Kran entfernt Behelfsbrücke 

Langsam, aber sicher geht die Baustelle am Mühlkanal in Schongau ihrem Ende entgegen: Am heutigen Dienstag hat die Demontage der Behelfsbrücke begonnen. 

Schongau – Es ist im wahrsten Sinne des Wortes Millimeterarbeit, wie die Arbeiter die Ersatzbrücke am Kanal wieder in die vorgesehene Zerlege-Position ziehen. Alles läuft, grob gesehen, genau so ab, wie zu Beginn der Arbeiten. Damals wurde von Peitinger Seite aus gezogen, jetzt zieht man aus Richtung Schongau.

Die Arbeiten verlangen viel Gefühl in den Fingerspitzen ab, vor allem bei Kranführer des 350 Tonnen Autokrans. In den vergangenen Tagen wurde von den Arbeitern viel Vorarbeit geleistet, damit das Zurückziehen der Behelfsbrücke möglichst schnell vonstatten gehen kann.

Nur dem aufmerksamen Betrachter fällt auf, dass sich die große 61 Meter lange Eisenkonstruktion ganz langsam von der Peitinger auf die Schongauer Seite des Kanals gezogen wird. Dazu wurden an verschiedenen Stellen Rollenlager unter die Brücke geschoben. Wie von Kranführer Olli Hermann zu erfahren ist, hat er mit seinem Autokran auf Schongauer Seite auf das Endstück zwölf Tonnen an Ausgleichsgewichten gelegt. Auf Peitinger Seite wurde das Brückenendstück an Spezialhalterungen befestigt, die wiederum vom 350-Tonnen-Kran gehalten werden.

52 Tonnen zeigt das Display in seinem Führestand an. Wichtig ist, dass die Behelfsbrücke genau in der Waagerechten gehalten wird. Ein weiterer Arbeiter überprüft das mit seinem Messgerät und gibt die Ergebnisse per Funk an alle Beteiligten. Zwei weitere Arbeiter stehen an einem Gerät, welches zum Ziehen verwendet wird. „Doppelt wirkender Verzugszylinder“ wird das Ding von den Spezialisten genannt, ein wahres Kraftpaket.

Routiniert schreiten die Arbeiten voran, es dauert knapp vier Stunden, bis die Behelfsbrücke sicher auf Schongauer Seite liegt und die Spezialisten in Ruhe zum Mittagessen gehen können. Die Brückenkostruktion wird in den kommenden Tagen vor Ort zerlegt, die Teile mit dem kleineren Autokran zum Abtransport bereitgelegt.

HANS-HELMUT HEROLD

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