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Gleich sechsmal wurde die Traumnote 1,0 erreicht und mit dem Staatspreis ausgezeichnet. Schulleiter Thomas Schütz (li) und Landtagsabgeordneter Harald Kühn (re) mit den Absolventinnen Julia Hartmann, Miriam Garmeier, Sabrina Hannweber, Sophia Thurner und Stefanie Happach (von links). Antonia Stichaner fehlt auf dem Bild. 

Abschlussfeier in der Schongauer Berufsschule

Voller Hoffnung auf eine gute Zukunft

Die Schüler, die im Februar ihre Ausbildung an der Berufsschule Schongau beendeten, wurden nun verabschiedet. Schulleiter Thomas Schütz gab ihnen ein besonderes Zitat mit auf den Weg. 

Schongau – „Gebt mir einen Platz, wo ich stehen kann, und ich werde die Erde bewegen“. Dieses Zitat von Archimedes gab Schulleiter Thomas Schütz den 118 Schülern mit auf den Weg, die im Februar ihre Ausbildung an der Berufsschule Schongau beendeten. 

„Archimedes will keinen billigen Stehplatz, er will aufrecht stehen, geradeheraus, mit erhobenem Kopf, stolz, nicht mit krummem Rückgrat“, führte Thomas Schütz aus. Schränkte aber ein, dass es von diesen Plätzen nicht so viele gäbe. „Sind sie dieser Gesellschaft gegenüber kritisch, nur so können wir uns weiterentwickeln. Und wenn Sie Ihren Platz gefunden haben, so hängen Sie ihre Kritik nicht an den Nagel, weil Sie jetzt Geld verdienen oder dann Ihre Familie ernähren müssen oder Ihren Job behalten wolle. Denn spätestens dann beginnen Sie Ihren Rücken zu krümmen und den aufrechten Gang zu vergessen“, gab er den Absolventen mit auf den Weg.

Landtagsabgeordneter Harald Kühn wies auf die enormen Herausforderungen durch Globalisierung und Digitalisierung und die rasant gestiegene Entwicklungsgeschwindigkeit auf dem Berufsmarkt hin. „Wir brauchen den Leistungswillen der jüngeren Generation, um uns in eine gute Zukunft zu führen und den heutigen Wohlstand zu erhalten“, meinte er. Dazu gehöre auch die Bereitschaft zur Weiterbildung, betonte er mit dem Blick auf den Fachkräftemangel, der stetig ansteigt.

Neue Integrationsklassen in der Berufsschule

Eine Lösung dafür könnten die neuen Integrationsklassen sein, die jungen Flüchtlingen einen Bildungsabschluss ermöglichen. Innerhalb von zwei Jahren lernten die Schüler der ersten Integrationsklasse an der Berufsschule Schongau so gut Deutsch, dass sie den mittleren Bildungsabschluss erzielen konnten.

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„Wir waren anfangs 24, aber einige von uns sind abgehauen, weil sie Angst vor Abschiebung hatten“, erzählte Klassensprecher Reshad Mahzon. Und Klassensprecherin Yasna Soltani wies darauf hin, dass noch elf der Absolventen einen Ausbildungsplatz suchen: „Wenn Sie einem von uns bezaubernden jungen Menschen einstellen wollen, können Sie sich an das Schulzentrum wenden.“ Bei den Lehrern bedankte sie sich mit „Sie haben uns Hoffnung auf eine gute Zukunft gegeben, auch wenn es schwierig und anstrengend war. Wir wollen ein Teil dieses Landes sein!“

Schülersprecher werfen humorvollen Blick zurück

Die Schülersprecher Lisa Erber, Gregor Peuker und Sebastian Dorn warfen einen humorvollen Blick zurück auf die vergangenen Schuljahre und bedankten sich ebenfalls für die vielen Tipps und Tricks der engagierten Lehrer.

Insgesamt verließen 118 Absolventen mit dem Abschlusszeugnis die Schule. Davon 15 Bankkaufleute, 17 Kaufleute für Büromanagement, acht Einzelhandelskaufleute, eine Verkäuferin, acht Groß- und Außenhandelskaufleute, 19 Automobilkaufleute, 19 Industriekaufleute, zehn Elektroniker für Betriebstechnik und 27 Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik. Sechs von ihnen, nämlich Miriam Garmeier, Sabrina Hannweber, Antonia Stichaner, Sophia Thurner, Stefanie Happach und Julia Hartmann, erzielten die Traumnote 1,0 und wurden mit dem bayerischen Staatspreis ausgezeichnet.

Für die musikalische Umrahmung des Abends waren zwei ehemalige Schüler und Bandmitglieder der Gruppe Yokio engagiert worden, da der Nachfolger von Chorleiterin Galina Christiani, die sich letztes Jahr in den Ruhestand verabschiedete, mit dem Chor „noch nicht so weit war“, wie Thomas Schütz verkündete.

Ursula Fröhlich

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