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Gefährlicher Übergang: Weil der Durchgang zur Altstadt am Münzgebäude gesperrt ist, müssen Fußgänger die Straße zwischen Münztor und Ampel überqueren.

Sorge um Sicherheit

Fußgänger-Übergang am Münztor: „Das ist lebensgefährlich“

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Seit Ende Februar ist der Durchgang neben dem Münzgebäude wegen der laufenden Sanierungsarbeiten gesperrt. Fußgänger, die in die Schongauer Altstadt wollen, müssen deshalb vor dem Münztor die Straße queren. Ein gefährliches Unterfangen, klagen Bürger.

Schongau – Es war Kornelia Funke, die in der Bauausschusssitzung am Dienstag die Fußwegführung in die Altstadt ansprach. „Ich bin sehr froh, dass die Sanierung des Münzgebäudes endlich losgegangen ist“, wollte sie ihren Einwurf nicht als Kritik an der Maßnahme verstanden wissen. Als Leiterin der Bücherei am Münztor konnte die CSU-Stadträtin jedoch aus erster Reihe von den brenzligen Situationen berichten, die sich seit der Sperrung des Münztor-Durchgangs zugetragen hatten. Denn seitdem müssen Fußgänger die Straße zwischen Münztor und Ampel queren. Schilder weisen entsprechend den Weg. Mehr als einmal hätten Autofahrer nur mit einer Vollbremsung Schlimmeres verhindern können, sagte Funke, die von einer kritischen Situation sprach.

Fast noch untertrieben findet das Helene Sagstetter. „Wahnsinn“ sei das, schimpft die 80-jährige Schongauerin im Gespräch mit den Schongauer Nachrichten. „Ich gehe hier fast täglich entlang. Das ist lebensgefährlich.“ Sie selbst sei fast schon von einem Auto überfahren worden bei dem Versuch, auf die andere Seite zu gelangen. „Die kommen da von allen Seiten.“

Tatsächlich ist die Situation für Fußgänger alles andere als übersichtlich. Das beginnt schon damit, dass man von Seiten des Schwanenweihers kommend Autos aus der Altstadt erst spät zu Gesicht bekommt, da die Straße vor dem Tor einen leichten Bogen macht. „Da kann man nur auf Verdacht gehen“, klagt Sagstetter. Um auf die Fußgängerinsel zu gelangen, muss man zudem zwei Fahrstreifen überqueren und den entsprechenden Verkehr im Blick haben. Hinzu komme, dass viele Autofahrer mit großem Tempo den Berg hinabfahren würden, um noch über die grüne Ampel zu kommen, sagte Funke in der Sitzung.

Gefährlich wird es auch, wenn sich der Verkehr auf der Geradeausspur staut und Fußgänger sich zwischen den wartenden Autos hindurchschlängeln. Wer nicht aufpasst, dem droht in dem Fall Ungemach durch Rechtsabbieger, die auf ihrer Spur freie Fahrt haben.

Wie Stadtbaumeister Sebastian Dietrich in der Sitzung betonte, sei die Fußwegführung mit der Polizei im Vorfeld der Baumaßnahme abgesprochen worden. Außerdem werde im Bereich des Tors demnächst noch ein Bauzaun aufgestellt, der die Fahrbahnbreite verringere, kündigte er an. „Das sollte den Verkehr deutlich entschleunigen.“ Bürgermeister Falk Sluyterman erinnerte daran, dass ohnehin nur 30 km/h erlaubt seien.

Nicht verstehen kann Helene Sagstetter, weshalb die Stadt keine Schilder aufstelle, die Autofahrer auf die Fußgänger aufmerksam mache – wie bei der neuen Querungshilfe auf der Altstadtseite. Stadtbauamtsmitarbeiter Bernd Liebermann hat dafür eine Erklärung: „Wenn wir das machen, bekommen wir einen Schilderwald.“

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