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Emma Heck und Leon Braunegger wollten bei Jugend forscht wissen, warum das Marmeladenbrot auf die Marmeladenseite fiel.

Jugend forscht und Schüler experimentieren 

Warum fällt das Brot auf die Marmeladenseite?

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Beim Regionalwettbewerb von Jugend forscht und Schüler experimentieren präsentieren Nachwuchswissenschaftler in der Schongauer Lechsporthalle ihre Erfindungen.

Schongau – Aufgeregt warten Emma Heck (12) und Leon Braunegger (11) gleich nach der Eröffnung von Jugend forscht in der Schongauer Lechsporthalle darauf, dass die Jury an ihren Stand kommt. Die Schüler des Welfen-Gymnasiums üben bis dahin noch einmal, was sie alles erzählen wollen.

Dass sie bei Jugend forscht dabei sind, haben sie gewissermaßen einem Missgeschick zu verdanken. Leon fiel im Landschulheim ein Marmeladenbrot auf den Boden. Das landete, wie könnte es anders sein, natürlich mit der Marmeladenseite nach unten. Aber ist das tatsächlich immer so, oder war es doch nur Zufall? Das wollten die beiden Nachwuchswissenschaftler genauer wissen. Deshalb forschten sie nach, welche Rolle es spielt, dass die Marmeladenseite schwerer ist, ob es längs oder quer vom Tisch fliegt, mit welcher Geschwindigkeit es geschubst wird und wie hoch der Tisch ist.

Weil der Versuch mit immer unterschiedlichen Bedingungen wiederholt werden musste, haben die beiden die Brotscheibe aus Holz nachgebaut. „Wir wollten keine Lebensmittel verschwenden. Und das Holzbrot verhält sich gleich, wie das normale“, erklärt Leon.

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Eine selbst gebaute Maschine, bei der man die Geschwindigkeit einstellen kann, schubst das Brot, alles wird von einer Hochgeschwindigkeitskamera festgehalten. „Wir haben herausgefunden, dass Höhe und Geschwindigkeit ausschlaggebend sind, auf welcher Seite das Marmeladenbrot landet“, erzählt Emma.

Jugend forscht: „Frag nicht mich. Frag dich.“

Der Gedanke von Jugend forscht findet sich wie bei vielen Projekten auch hier gut wieder, findet Jurymitglied Patricia Breunig. „Man stellt etwas fest, und geht der Sache nach eigenen Möglichkeiten auf den Grund“. Wichtig sind ihr vor allem die kreativen Ideen, nicht etwa finanzielle Mittel, mit denen ein Projekt umgesetzt wurde. Deshalb findet sie auch das diesjährige Motto sehr passend. „Frag nicht mich. Frag dich.“, lautet es. Nicht einfach googeln, sondern selbst nachdenken. „Wie funktioniert das? und Wie kann man das erleichtern? sind typische Ausgangsfragen für Projekte bei Jugend forscht“, sagt Breunig, die Mathematik und Physik für Lehramt studiert.

Während es vor einigen Jahren bei vielen Projekten noch darum ging, wie Handys effizienter aufgeladen werden können, spielt heuer die Umwelt häufig eine Rolle. So zum Beispiel auch bei Julian Göbel (11) von der Pfaffenwinkel-Realschule in Schongau. Er hat eine Methode zur Filterung von Mikroplastik aus Wasser entwickelt (wir berichteten).

Nachwuchswissenschaftler setzen sich bei Jugend forscht in Schongau  für sauberes Wasser ein

Auch Simon Trumpfheller (15) und Jan Deffner (15) setzen sich für sauberes Wasser ein. Die Schüler des Max-Born-Gymnasiums Germering haben ein zweijähriges „Project Clean Ocean“ geplant. Ein Katamaran, der autonom auf Meeren oder Seen unterwegs ist und Müll einsammelt. Heuer war das Ziel der beiden, ein robustes, wasserabweisendes Schiff zu bauen. Das Ergebnis zeigen sie nun in der Schongauer Lechsporthalle. Noch fährt es allerdings mit Fernbedienung. „Durch Zufall haben wir vom Meeresstaubsauger erfahren, der ebenfalls das Meer von Müll befreien sollte“, erzählt Jan. „Der ist allerdings gescheitert, vielleicht haben wir mit unserer Idee mehr Glück“, ergänzt Simon.

Auch interessant: Der Landkreis Weiheim-Schongau hinkt beim Breitbandausbau hinterher

Zahlreiche Schüler aus Schongau schauen am Mittwochvormittag in der Lechsporthalle vorbei. Aber nur sieben Teilnehmer aus der Region sind beim Wettbewerb vertreten. „Wir hoffen, dass es in den nächsten Jahren wieder mehr werden“, sagt Kerstin Giebel, Patenbeauftragte von Jugend forscht bei Hoerbiger. Mit insgesamt 102 Teilnehmern ist die Halle dennoch gut gefüllt. Das Einzugsgebiet des Wettbewerbs ist sehr groß. Teilnehmer kommen unter anderem aus den Landkreisen Fürstenfeldbruck und Ostallgäu.

Jugend forscht in Schongau: Mehr Projekte im Fachbereich Arbeitswelt

Giebel ist aufgefallen, dass es viele alltagsorientierte Projekte gibt. „Früher hatten wir die meisten Projekte im Bereich Technik, heuer gibt es erstmals mehr im Fachbereich Arbeitswelt“.

Zum Beispiel haben Leon Hoffmann (9), Kristof Hock (11) und Benedikt Schmidt (12) vom Werdenfels-Gymasium Garmisch-Partenkirchen eine Sitz- und Lenkerheizung auf ihr Fahrrad gebaut. Im Winter fuhren sie mit dem Fahrrad zur Schwimmbad und überlegten, wie sie das Ganze etwas wärmer gestalten könnten.

Lukas Straub (16) und Samuel Fäßler (16) entwickelten für eine Bekannte einen wintertauglichen Rollstuhluntersatz. Über eine Rampe geht es mit dem Rollstuhl auf die Vorrichtung, die motorisiert auf Ketten fährt. Und damit auch geländetauglich ist. Dass ihre Erfindung bestens funktioniert, präsentieren die beiden Jungs, indem sie mehrere Runden durch die Halle drehen.

Jugend forscht: Das ist für Donnerstag geplant

Für die Teilnehmer wird es am heutigen Donnerstag ernst. Von 10 bis 13 Uhr zeigen sie ihre Projekte noch einmal der Öffentlichkeit.und beantworten Juryfragen. Am Nachmittag werden die Sieger in der Peitinger Schlossberghalle gekürt. Fünf erste Preise werden bei Jugend forscht vergeben und vier erste Preise bei den jüngeren Teilnehmern von Schüler experimentieren.

„Weil es sieben Fachrichtungen gibt, kann es sein, dass es nicht in jedem Bereich einen ersten Preis geben wird oder gleich mehrere in eine Fachrichtung fallen“, so Wettbewerbsleiter Stefan Felber. Das komme ganz auf die Qualität der Erfindungen an. Der Gewinn ist gleichzeitig das Eintrittsticket für die Landesentscheide von Jugend forscht und Schüler experimentieren. 

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