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Neues und altes Sorgenkind: Bei den Brückenbauarbeiten über und im Mühlkanal sind auch 2019 unangenehme Überraschungen nicht ausgeschlossen. Noch immer werden im Wasser Kampfmittel vermutet.

Arbeiten an den Straßen laufen wieder an

Mit dem Frühling erwachen die Baustellen

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Mit Grausen erinnern sich viele Autofahrer an den Baustellensommer 2018 im Schongauer Land. Staus und Behinderungen waren oft an der Tagesordnung. Weil sich das 2019 nicht wiederholen soll, hat das Staatliche Bauamt zwei Maßnahmen verschoben. Die Zahl der laufenden und neuen Vorhaben ist dennoch beachtlich.

Schongauer Land– Die Pannen-Baustelle über dem Mühlkanal, das Riesenprojekt Echelsbacher Brücke und die Verzögerungen der Arbeiten der Ortsdurchfahrt Bernbeuren: Die drei Baustellen sorgten 2018 für reichlich Schlagzeilen. Immerhin: Zwei von ihnen sollen in diesem Jahr fertig werden.

Ortsdurchfahrt Bernbeuren wieder zu

In Bernbeuren werden derzeit die Restarbeiten im nördlichen Teil des Orts erledigt. Wie berichtet, war es vor dem Winter zu Verzögerungen gekommen. Unter anderem, weil die Telekom lange Zeit vergeblich nach Fehlern in ihrem Kabelnetz suchte. Irgendwann wurde es der Baufirma zu bunt und verwies die Techniker der Baustelle. Bis Mitte April dauern nach Auskunft des Staatlichen Bauamts nun die Restarbeiten an. Eine Verkehrsinsel am nördlichen Ortseingang sowie die Erneuerung des Fahrbahnbelages der Schongauer Straße stehen noch aus. Unter anderem sind auch noch Reparaturen an Bordsteinen erforderlich.

Gleich im Anschluss wird in der Ortsmitte Bauphase drei eingeläutet. „Sie ist die aufwendigste Phase und wird bis Ende des Jahres andauern“, heißt es. Der Weg nach Lechbruck ist dann wieder abgeschnitten. Der Verkehr muss großräumig über Stötten umgeleitet werden. Wer von Schongau nach Lechbruck möchte, dem wird schon jetzt empfohlen, über Steingaden zu fahren.

Mühlkanal-Baustelle bleibt Sorgenkind

Die aufregendste Baustelle des Jahres 2018 könnte auch 2019 für Gesprächsstoff sorgen. Die Verantwortlichen vermuten noch mehr Weltkriegsüberreste im Kanal. „Aufgrund der nach wie vor bestehenden Kampfmittelproblematik“ werde aus Arbeitsschutzgründen auf der Sohle des Mühlkanals eine sogenannte Grundschwelle aus Big Packs (kiesgefüllte Nylonsäcke) in Keilform errichtet, erklärt Projektleiter Christoph Prause. So sollen etwaige Kampfmittel nicht unmittelbar im Baufeld des Mittelpfeilers zu liegen kommen. „Es müssen sichere Verhältnisse geschaffen werden, damit wir gefahrlos bauen können“, macht Prause klar. Bei den Bauarbeiten wurden 2018 die Weltkriegsüberreste entdeckt. Einige konnten geborgen werden, andere wurden im Wasser gesprengt. Zu Verkehrsbehinderungen wird es jetzt auf alle Fälle wieder an einzelnen Tagen beim Rückbau der zweiten Brückenhälfte kommen. Die Fertigstellung der Brücke ist für Herbst 2019 geplant.

Kreisel am Schulzentrum

Auch innerorts geht es in Schongau heuer wieder rund: Im Mai beginnen die Arbeiten für den Kreisverkehr Marktoberdorfer Straße am Schulzentrum. Weil bei den Bauarbeiten kein Nadelöhr wie zeitweise am Mühlkanal entstehen soll, wird eine Behelfsstraße über den früheren Lehrerparkplatz geführt. Vollsperrungen drohen nur im Sommer, wenn die Fußgängerunterführung saniert wird. Ebenso während der Instandsetzung der Marktoberdorfer Straße, die von der Spinne bis zum Schulzentrum ertüchtigt wird. Letzte Maßnahme erfolgt laut Stadt nachts.

Umgehung bekommt erst 2020 neue Decke

Wegen der Mühlkanal-Brücke und den Arbeiten für den Kreisel verschiebt das Staatliche Bauamt die für 2019 geplanten Deckenbauarbeiten auf der Schongauer Umgehung ins nächste Jahr, so Sprecher Michael Meister. Dort soll bekanntlich zunächst der Abschnitt der B 17 zwischen Hohenfurch und Schongau-West ertüchtigt werden, anschließend folgt die restliche Strecke über die Lechtalbrücke bis Peiting. Die Strecke Peiting-West bis Hohenbrand wurde bereits 2018 erneuert.

Bau der Echelsbacher Brücke läuft nach Plan

Die Arbeiten an der Echelsbacher Brücke laufen nach Plan, der Verkehr rollt über die Behelfsbrücke. Auf Behinderungen müssen sich die Autofahrer lediglich einstellen, wenn das Behelfsbauwerk wieder gewartet wird. Dazu wird jeweils zweimal zwei Tage je eine Spur gesperrt, der Verkehr per Ampelschaltung geregelt. In den Osterferien ist es voraussichtlich wieder so weit.

B 17-Deckenbau bei Steingaden

Und noch eine Maßnahme hat sich das Staatliche Bauamt für 2019 vorgenommen: Bei Steingaden soll die Decke der B17 erneuert werden. Vier Wochen werden diese Arbeiten unter Vollsperrung der Verbindung andauern und 500 000 Euro kosten. Wann es losgeht, ist aber noch offen. „Irgendwann zwischen Juni und Oktober“, heißt es aus dem Staatlichen Bauamt. Man sei noch in Abstimmung mit dem Nachbarlandkreis Ostallgäu, über den der Verkehr umgeleitet wird. Dort seien ebenfalls Bauarbeiten geplant.

Kreisstraßenausbau bei Böbing

Für den Landkreis darf das Staatliche Bauamt derweil von April bis September bei Böbing ran. Die Kreisstraße von Böbing nach Schönberg wird ab Höhe Pischlach auf einer Strecke von 1,8 Kilometer ausgebaut. Nach Auskunft des Bauamts ist vorgesehen, die Straße in dem Abschnitt von derzeit knapp fünf auf sechs Meter zu verbreitern und die Kurven zu entschärfen. Der Landkreis lässt sich den Ausbau stolze 2,4 Millionen Euro kosten. Der Verkehr wird während der Bauzeit über Rottenbuch umgeleitet. Fahrzeuge, die höher sind als 2,70 Meter, müssen den Bereich weiträumiger umfahren, weil sie nicht durch das Klostertor in Rottenbuch passen.

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