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Weilheims neue Sicherheitswacht mit alten Schongauer Bekannten: Johann Siemens (l.) war Mitgründer und lange Jahre dabei, Birgit Albert (4.v.l.) und Silvia Höring (rechts daneben) reduzi eren ihre Stunden in Schongau.

Weniger Zeit für Schongau

Sicherheitswacht: Problem wegen Weilheim

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In Schongau gibt es sie schon seit fast zehn Jahren, jetzt wurde am Montagabend in Weilheim die zweite Sicherheitswacht im Landkreis gegründet. Doch was laut Polizeipräsident Robert Kopp „eine gute Nachricht für die Stadt Weilheim“ ist, hat Folgen für Schongau.

Schongau/Weilheim – Wer die Mitglieder der Schongauer Sicherheitswacht kennt und sich jetzt das Bild aus Weilheim anschaut, wird viele bekannte Gesichter erkennen. Da ist zum einen Johann Siemens (51), Diplom-Meteorologe – und vermutlich bayerischer Rekordhalter im Sicherheitswacht-Gründen: An seinem ehemaligen Wohnort Straubing hatte er eine Sicherheitswacht gegründet und war elf Jahre dabei, 2010 half er mit, die Schongauer Sicherheitswacht aus der Taufe zu heben, bis er nach seinem Umzug nach Weilheim aufhörte – und jetzt die Chance nutzte, am neuen Wohnort Weilheim wieder ehrenamtlich auf Streife zu gehen.

Während Siemens schon länger nicht mehr in Schongau tätig war, trifft die örtliche Polizei die Weilheimer Teilnahme von Birgit Albert (52) und Silvia Höring (56) aus Peißenberg deutlich ärger. Denn das Powerfrauen-Duo patrouilliert seit eineinhalb Jahren für die Schongauer Sicherheitswacht durch die Lechstadt und teilt sich jetzt die Stunden auf – sie reduzieren also in Schongau um die Hälfte, um auch in Weilheim tätig zu sein. „Das war ihr expliziter Wunsch, wir haben das genehmigt“, sagt Rene Kießlich, bei der Polizeiinspektion Schongau für die Sicherheitswacht zuständig.

Kießlich ist froh, dass ihm das Frauen-Duo überhaupt erhalten bleibt, doch stellt die Stunden-Reduzierung ihn und die Schongauer Sicherheitswacht insgesamt vor ein Problem. Denn zum Jahreswechsel haben drei weitere der bisher neun Mitglieder aufgehört. „Die waren zuletzt zwar weitgehend inaktiv“, sagt Kießlich, doch mit nur noch sechs Mitgliedern, darunter Albert und Höring mit reduzierter Stundenzahl, wird es nicht so einfach sein, die bisher 30 Stunden monatlich, die durch ein Sicherheitswacht-Duo abgedeckt war, aufrecht zu erhalten. „Arbeit wäre genug da“, sagt Kießlich. „Wir müssen jetzt schauen, wie wir weiter vorgehen.“

Das Problem: Selbst wenn es neue Interessenten gibt, müssen die erst geschult werden, was sich für einen oder zwei Bewerber nicht lohnt. Deshalb werden Neulinge in der Ausbildung immer zusammengefasst – Albert und Höring etwa mussten vor eineinhalb Jahren für ihre 40-stündige Ausbildungsdauer mindestens einmal pro Woche nach Marktoberdorf fahren – von Peißenberg aus nicht wirklich der nächste Weg. „Wenn wir gewusst hätten, dass so viele aufhören oder kürzertreten, hätten wir rechtzeitig in die Anwerbung neuer Mitglieder gehen können und sie problemlos mit den Weilheimern schulen lassen können“, so Kießlich.

Im Winter ist erfahrungsgemäß weniger los, doch die ersten schönen Frühlingstage haben gezeigt, dass sich das bald wieder ändern kann. Dass die Arbeit der Sicherheitswacht gefruchtet hat, bestätigt Kießlich: „Ob am Lido, am Grillplatz, in der Altstadt oder an den Spielplätzen – wir haben eigentlich keinen Brennpunkt mehr, es ist deutlich besser geworden.“ Was passiert, wenn nächste Woche der Peißenberger Gemeinderat beschließen sollte, ebenfalls eine Sicherheitswacht einzuführen – daran will noch niemand denken.

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