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Katze Lilly wurde von einem Jagdterrier totgebissen. Rudolf Feichtmeier konnte nicht helfen. 

Besitzer kann sie nicht mehr retten

Durch Katzenklappe verfolgt: Hund beißt Lilly tot

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Tierdrama in Schongau-West: Ein kleiner Jagdterrier hat dort eine Hauskatze totgebissen. Noch eine Woche nach der Tragödie sind die Besitzer der Katze erschüttert.

Schongau – „Dieser Hund hat nicht mal mehr einen ausgeprägten, sondern bereits einen übersteigerten Jagdtrieb.“ Rudolf Feichtmeier, dessen Frau Evi die Katze gehört hat, kann dies mehr als gut einschätzen. Der ehemalige Polizist ist Fachmann. Kein Jäger, aber bis zur Pension bei der Polizei in der Spezialeinheit der Hundeführer eingesetzt, über 20 Jahre lang, er kennt sich also bestens mit abgerichteten Hunden aus.

Allein, wie es zu dem Übergriff kam, ist ungewöhnlich. Morgens kurz vor halb 9 Uhr wachte Feichtmeier von einem lauten Gepolter im Treppenhaus des 1. Stocks auf. Er sprang aus dem Bett und erblickte auf der Treppe einen fremden Hund, der sich in seine Katze verbissen hatte. Der Hund muss die Katze erst in den Wintergarten des Hauses, dann die Kellertreppe hinunter und durch die – große – Katzenklappe hindurch verfolgt haben, denn sonst waren alle Türen zu. „Ich bin hin und habe dem Hund einen Tritt versetzt, um ihn von der Katze zu trennen.“ Der ehemalige Polizist hatte nur im Sinn, seine Katze zu retten und den Hund so schnell wie möglich aus dem Haus zu bringen. Dieser rannte die Kellertreppe hinunter, wo Feichtmeier ihn durch die Türe nach draußen ließ.

Katze konnte nicht mehr gerettet werden

Leider rettete dies die Katze nicht, denn diese war zwischenzeitlich – stark verletzt und blutend – auch nach draußen geflohen und hatte sich unters Auto geduckt. Feichtmeier sah durchs Fenster, wie der Jagdhund laut bellend ums Auto kreiste. Bis er selbst in Kleidung geschlüpft war, um der Katze zu Hilfe zu eilen, war es schon zu spät. Als der Pensionist nach draußen kam, hatte der Hund die Katze bereits unter dem Auto hervorgezerrt und totgebissen, er saß – wieder ruhig – neben ihr.

Hundebesitzerin hat sich entschuldigt

Die Feichtmeiers wissen, wem der Hund gehört, die Hundebesitzerin, die einige Straßen weiter wohnt, war auch bereits bei ihnen und hat sich entschuldigt. „Wir möchten auch auf keinen Fall eine Hetzjagd auf die Hundebesitzerin veranstalten, darum geht es uns definitiv nicht“, stellt Evi Feichtmeier klar. „Wir wollen nur, dass die Katzenbesitzer in der Nachbarschaft gewarnt sind, damit so etwas auf keinen Fall noch einmal passiert.“

Der Hundebesitzerin, die namentlich nicht genannt werden will, tut der Vorfall unglaublich leid. „Der Hund ist mir beim Spaziergang ausgekommen“, erzählt sie, hatte sich offenbar von der Leine befreien können und die Katze verfolgt. „Es ist ein Jagdhund, ein Jagdterrier, den wir natürlich nie scharf auf Katzen gemacht haben, aber das liegt einfach in der Natur des Hundes.“ Das eigene Grundstück sei abgesichert, sagt sie, damit das Tier dort nicht unbeaufsichtigt hinaus kann. „Und ich habe einen Hundetrainer; wir haben das Problem besprochen und arbeiten daran.“

Der Jagdterrier ist erst zwei Jahre alt. „Ich habe zu dem Ehepaar gesagt, Sie lieben Ihre Katze genau so wie ich meinen Hund“, berichtet die Schongauerin. Für die Hundebesitzerin besonders schlimm: Das Tier gehörte ihrem Mann, einem passionierten Jäger, der erst vor ein paar Wochen gestorben ist. „Das ist eine ziemliche Belastung für mich, das können Sie mir glauben.“

Rudolf Feichtmeier ist noch immer schockiert, dass er der Katze – sie hieß Lilly – nicht mehr helfen konnte. „Es blieb für mich nur noch die traurige Pflicht, sie zu begraben.“ Sie ruht nun im Garten direkt neben seinem letzten Diensthund.

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