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In der Stadt Schongau gibt es bereits ein großes Baumarkt-Sortiment.

Stadt Schongau 

V-Baumarkt in Peiting: „Es geht nicht um eine Neiddebatte“

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Die Stadt Schongau möchte in der Diskussion um den in Peiting geplanten V-Baumarkt einige Dinge geraderücken. Der Vorwurf der „Neiddebatte“ entbehre jeglicher Grundlage. Vielmehr gehe es allein um die Dimension des Vorhabens und darum, Schaden abzuwenden. Eine maßvolle Erweiterung des V-Markts Schongau hat dem Betreiber offenbar nicht ausgereicht.

Schongau„Peter Ostenrieder und ich kommen bestens miteinander klar.“ Mit diesen Worten leitete Bürgermeister Falk Sluyterman ganz am Ende der Bauausschusssitzung auf das Thema V-Baumarkt Peiting über. Eine dreiseitige Presseerklärung hatte man dennoch vorbereitet, „um allen Bürgern die Möglichkeit zu geben, die Fakten kennenzulernen und die Gewerbetreibenden zu informieren, wie wir uns für deren Bestand einsetzen“, wie es dort heißt. Es gehe überhaupt nicht um das Thema „Neiddebatte“. Im Gegenteil betrachte die Stadtverwaltung den zentralen Doppelort Peiting/Schongau und die Auswirkungen für das Mittelzentrum im Ganzen, ganz gleich, wo der Bau- und Gartenmarkt geplant werde. Es gehe darum, insgesamt eine wettbewerbsfähige und ausgewogene Wirtschaftsstruktur zu bewahren.

Leserbriefe seien inhaltlich falsch gewesen

„In Leserbriefen wurden die Dinge einfach nicht richtig dargestellt“, begründete Sluyterman die Erklärung der Stadt. Auch bat er die Mitglieder des Bauausschusses, „auf Fraktionskollegen einzuwirken, dass Dinge nicht falsch wiedergegeben werden“. Er bestätigte, dass es auch in Schongau eine Anfrage für den Bau eines V-Baumarkts mit einer 7800-Quadratmeter-Verkaufsfläche gegeben habe. „Wir mussten das damals verneinen.“ Dies zum einen, weil man nicht über ein entsprechendes Grundstück verfüge. Aber eben auch unter Hinweis auf das Einzelhandelskonzept. Über konkrete Gespräche und Planungen des V-Baumarkt-Betreibers mit der Gemeinde Peiting sei man aber nicht informiert worden. Und was die Stellungnahme der Stadt für das Raumordnungsverfahren anbelangt: „Es ist keine Schelte an Peiting, aber gleichwohl können wir auf unsere Bedenken hinweisen“, so Sluyterman.

Man ist nicht grundsätzlich gegen das Projekt, nur gegen seine Größe

Auch Stadtbaumeister Sebastian Dietrich betonte, dass man keine grundsätzlichen Einwendungen gegen das Projekt habe. „Es geht nur um die Dimension.“ Man habe der Georg Jos. Kaes GmbH eine maßvolle, standortverträgliche Erweiterung und Modernisierung auf dem Bestandsgrundstück des V-Markts vorgeschlagen. „Aber das hat zu keinem Ergebnis geführt“, so Dietrich auf Nachfrage der Schongauer Nachrichten. Gleichzeitig haben man darauf verwiesen, dass die Planung eines großen Bau- und Gartenmarkts weder mit den städtebaulichen Zielen von Schongau, noch mit den Zielen des Mittelzentrums Peiting/Schongau vereinbar seien. „Wir kämpfen um jeden Quadratmeter in der Innenstadt, aber durch den V-Baumarkt entsteht eine Kaufkraftbindung von bis zu 50 Prozent“, so Dietrich, der auch auf Fehler in den Projektunterlagen hinwies. Er warnte vor einer zunehmenden Monopolisierung, wodurch Arbeitsplätze gefährdet seien, auch Leerstand drohe – in Schongau wie auch Peiting. „Wir haben das Beispiel Füssen vor Augen; dort musste ein Konkurrent schließen.“

Projekt hinter verschlossenen Türen diskutiert, aber erst im April öffentlich

Das Projekt V-Baumarkt samt Planung in Peiting war in Schongau offenbar sehr wohl diskutiert worden, „auch mit kritischen Stimmen“, allerdings nichtöffentlich. Die Thematik war intern im Stadtrat in der Sitzung am 19. November und im Bau- und Umweltausschuss am 10. März beraten worden. Erst in der Sitzung am 28. April hatte der Stadtbaumeister die Stellungnahme für das Raumordnungsverfahren, die er bei der Regierung von Oberbayern eingereicht hatte, vorgestellt. Was die Diskussion in dieser Sitzung ins Rollen gebracht hatte, war unter anderem der Alleingang von Peiting, die fehlende Absprache auch im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit (Stichwort IKEK). Die Schongauer Stadtverwaltung sieht die mehrheitlich gefassten Ziele und Beschlüsse der Gemeinden Altenstadt, Peiting und Schongau durchaus als bindend an. „Das ist natürlich nicht einklagbar, das ist eher auf der Ebene der Glaubwürdigkeit“, so Dietrich.

Peitings neuer Bürgermeister Peter Ostenrieder hatte sich nach dem SN-Bericht über die Stadtratssitzung zu Wort gemeldet und sich gegen die massive Kritik aus der Lechstadt zur Wehr gesetzt.


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