Im Anschluss an die Vorträge gab es viele Fragen und Diskussionsbedarf. Auch zum Planspiel „Enkeltauglich leben“, das von Bernhard Bayer (links) geleitet wird.
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Im Anschluss an die Vorträge gab es viele Fragen und Diskussionsbedarf. Auch zum Planspiel „Enkeltauglich leben“, das von Bernhard Bayer (links) geleitet wird.

AmmerLechLand

Beitrag zur Gemeinwohl-Ökonomie leisten: Regionalgruppe in Schongau gegründet

Kommunen und Unternehmen im Schongauer Land sollen sich an den Idealen der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) orientieren. Das ist das Ziel der GWÖ-AmmerLechLand-Regionalgruppe, die nun gegründet wurde.

Schongau – Zum Gründungsfest hatte die Gemeinwohl Ökonomie-Regionalgruppe AmmerLechLand am Mittwochabend ins Ballenhaus geladen. Ziel ist die Ausrichtung von Kommunen und Unternehmen im Raum Schongau-Peiting-Altenstadt an den Idealen der GWÖ. Rund 80 Bürger nahmen teil.

„Die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen führen dazu, dass sich Konsumenten, Unternehmer und auch Kommunen mit der ökologischen Nachhaltigkeit beschäftigen“, hieß es in dem Grußwort von Bürgermeister Falk Sluyterman. Als Schirmherr der Veranstaltung hatte er sich entschuldigen lassen, da er am zeitgleich stattfindenden Starkbieranstich im Schongauer Brauhaus teilnahm. Immerhin teilte er mit, dass der Schongauer Stadtrat den Beschluss gefasst habe, sich mit dem Thema GWÖ zu beschäftigen.

Ralf Schnabel fand durch Buch zur Gemeinwohl-Ökonomie 

Schon etwas länger mit dem Thema befasst haben sich Ralf Schnabel, Koordinator der Regionalgruppe und seine Mitstreiter. „Alles, was wir machen, wird der Wirtschaft untergeordnet“ – das hatte Ralf Schnabel im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit in der Industrie festgestellt. „Humankapital“ ist das Stichwort dazu, das nichts anderes bedeutet, als: „Der Mensch dient der Wirtschaft, die Erde dient dem Menschen.“

„Wir müssten das Weltbild eigentlich komplett umkehren“, wurde Ralf Schnabel irgendwann klar. Die in der Wirtschaft gelebten Recht des Stärkeren, Ellenbogen-Mentalität und Konkurrenzdenken stehen im Wiederspruch zu den Werten, die für ein erfolgreiches Privatleben wichtig sind. „Da kommen viele in einen Konflikt, der unter Umständen zum Burnout führt“, so Ralf Schnabel.

Er selbst entdeckte durch das Buch des Österreichischen Vordenkers Christian Felber die GWÖ als Lösung dieses Konflikts. Hier werden Werte für ein ethisches Wirtschaften, Solidarität, Mitbestimmung und echte gelebte Demokratie definiert.

Jörn Wiedemann gibt Überblick über Geschichte der Gemeinwohl-Ökonomie

Einen Überblick über die Geschichte der GWÖ gab Gemeinwohl-Experte Jörn Wiedemann, der für die Unabhängigen als Landratskandidat ins Rennen geht.. Die erste Regionalgruppe wurde im Oktober 2010 von rund 50 Unternehmern im Raum Wien gegründet und breitete sich von dort aus. In Bayern wurde bereits 2011 die erste Regionalgruppe in Weilheim auf Initiative von Brigitte Gronau gegründet.

Experte Jörn Wiedemann gab eine Einführung in die Geschichte und Ziele der Gemeinwohl Ökonomie.

Inzwischen ist der bayerische Verein neben Wien der stärkste Verein der GWÖ. „Es ist schön zu sehen, dass viele Unternehmen sich uns anschließen und einen Beitrag leisten“, so Jörn Wiedemann, der hofft, dass sich der riesige weiße Fleck auf der Landkarte zwischen Kirchanschöring und drei ostfriesischen Gemeinden, die sich mittlerweile auch der GWÖ angeschlossen haben, in den nächsten 10 Jahren mit GWÖ füllt.

GWÖ-Regionalgruppe AmmerLechLand will GWÖ in die Gesellschaft tragen

„Die Wirtschaft muss dem Menschen dienen, der Mensch muss dem Planeten dienen. Der ist unsere Lebensgrundlage“, so Jörn Wiedemann, der in diesem Zusammenhang Albert Einstein zitierte: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind!“

Die GWÖ-Regionalgruppe AmmerLechLand will das Ihre dazu tun und die Ideen der GWÖ in die Gesellschaft, Schulen, Unternehmen und Kommunen tragen. Mit Herzogsägmühle habe man bereits ein Unternehmen in der Region, das GWÖ-zertifiziert ist, so Mitkoordinatorin Johanna Hentschke.

Wie GWÖ umgesetzt werden könnte, davon konnten sich die interessierten Besucher des Gründungsfestes an verschiedenen Infoständen und mit einem Spiel ein Bild machen.

VON URSULA FRÖHLICH

Lesen Sie auch: Am Sonntag, 15. März 2020 finden die nächsten Bürgermeisterwahlen in Bayern statt. Hier finden Sie alle Bürgermeister-Kandidaten in der Region Schongau.

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