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Die besten Vorleser: (v.l.) Viktoria Schöner (Altenstadt), Benjamin Wörnzhofer, Anna Bertl (beide Peiting) und Nina Hentschel (Schongau) mit Wilfried Funke (l.) und Rotary-Präsident Hubert Raab.  

Grundschul-Wettbewerb

Bester Vorleser kommt aus Peiting

Der einzige Bub hat sich durchgesetzt: Benjamin Wörnzhofer aus Peiting hat den Vorlesewettbewerb der Grundschulen, den der Rotary Club Schongau zum siebten Mal ausgetragen hat, gewonnen. Er darf im März den Gau Schongau in Kempten vertreten.

Schongau „Da stand ein Schreibtisch mit lilafarbenen Schubladen. Lila?“ Mit einem Augenaufschlag kommentiert Nina Hentschel das eben Gelesene. Und legt einen etwas verächtlichen Unterton in ihre Stimme, als sie weiterliest: „Aber ein Mädchen, nein danke.“ Vier Minuten hatte die Schongauer Viertklässlerin Zeit, Publikum und vor allem die kritische Jury von ihren Vorlesequalitäten zu überzeugen, genauso wie ihre Mitkonkurrenten Wörnzhofer und Anna Bertl aus Peiting sowie Viktoria Schöner aus Altenstadt. Dabei geht es um das Tempo, die Lautstärke und Betonung, vor allem auch um eine deutliche Aussprache des Gelesenen. „Und versprechen darf sich jeder“, macht Organisator Wilfried Funke den vier jungen Herrschaften Mut, bevor er das Buch, das er sich für den Vorlesewettbewerb herausgesucht hat, vorstellt.

„Es ist schön, dass überhaupt noch gelesen wird“, hatte Rotary-Präsident Hubert Raab Schüler und Eltern begrüßt. Das „Wischkastel“, wie Raab das Smartphone titulierte, sollte man den Kindern so lange wie möglich vorenthalten. „Es geht nicht völlig ohne“, war er sich bewusst. Aber man sollte Kinder nicht zu früh alleine lassen mit dem Medium Internet.

Lesekompetenz soll gefördert werden

Damit haben die vier, die sich am frühen Abend in der Schongauer Bücherei versammelt haben, ohnehin kein Problem. Sie sind, wie Funke anmerkt, schon Sieger, haben sich in ihren Schulen gegen ihre Mitschüler durchgesetzt und bewiesen, dass sie gerne und deshalb auch gut lesen und, wichtiger noch, vorlesen können. Ob sie dabei ein kleines Lineal benutzen wie Nina, mit dem Finger übers Papier fahren, um die Zeile nicht zu verlieren oder auch so ihre Augen auf die Lettern fokussiert halten, ist dabei egal. Es geht um die Lesekompetenz, die man fördern wolle, so Funke.

So präpariert, schickte Funke die vier Zehnjährigen ins Rennen. Vier Minuten hatten sie Zeit, um aus dem ersten Band der Reihe „Die Schule der magischen Tiere“ vorzulesen. Genauso schnell einig war sich anschließend auch die Jury, neben Funke noch Hubert und Christian Raab sowie Michael Hunger und Heidemarie Krauthauf. Alle hätten gut gelesen, so Funke. So gut, „dass sich manch einer meiner Oberstufenschüler noch eine Scheibe abschneiden könnte“, wie der Gymnasiallehrer meinte. Dennoch kürten die Juroren Benjamin Wörnzhofer als besten Vorleser. Er habe, so Funke, die Begeisterung am besten transportiert.

Das liegt vielleicht auch daran, dass der Peitinger ohnehin gerne die Bücher von Margit Auer liest, der Autorin der Reihe „Die Schule der magischen Tiere“. Ansonsten liest er vor allem Abenteuerbücher, wie etwa „Fünf Freunde“ von Enid Blyton, oder auch mal einen Comic. Auch seinem kleinen Bruder liest er manchmal vor. „Es ist toll zu wissen, wie gut man ist, das hätte ich vorher nicht gedacht“, kommentierte Benjamin sein Abschneiden.

Oliver Sommer

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