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Nach der brutalen Attacke wurde der Kinsauer Spieler schwer verletzt mit dem Krankenwagen abtransportiert.

Aus dem Gericht

Bewährung für brutale Attacke auf Spielfeld

Ein Fußballspiel zwischen Türk Gücü Schongau und dem SV Kinsau endete vergangenes Jahr für einen Kinsauer im Krankenhaus. Ein türkischer Spieler hatte ihn überraschend niedergeschlagen. Der 25-Jährige stand nun wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Weilheimer Amtsgericht.

Schongau „Die Bilder sind in meinem Kopf eingebrannt“, sagte ein Zeuge aus. Der Auswechselspieler der Kinsauer Mannschaft hatte den Vorfall genau beobachtet. So sei in der Nachspielzeit beim Spielstand von 2:1 für Kinsau ein normales Zweikampf-Foul vorausgegangen, bei dem der Kinsauer nach einem langen Ball den türkischen Spieler mit einem Bodycheck foulte. Nach dieser vom Schiedsrichter geahndeten Tätlichkeit habe aber der angeklagte türkische Spieler buchstäblich rot gesehen. Er sei über den Platz von hinten zu dem Kinsauer Spieler gelaufen, habe ihn mit einem Faustschlag an die linke Schläfe zu Boden gestreckt und dann diesen noch einmal mit den Noppenschuhen mindestens einmal ins Gesicht getreten, so der Zeuge. Das konnte auch ein vorgeladener Zuschauer bestätigen.

Opfer lag zwei Wochen in Klinik

Der Kinsauer Fußballspieler zog sich bei dieser Tätlichkeit diverse Gesichtsverletzungen, unter anderem eine Nasenbeinfraktur, Einblutungen in die Augenhöhle und eine Platzwunde, zu, die genäht werden musste. Er lag vierzehn Tage im Schongauer Krankenhaus.

Der 25-jährige Angeklagte zeigte sich teilweise geständig und reuevoll. „Ich habe einfach nach dem Foul rot gesehen“, sagte er. An den Faustschlag erinnerte er sich, aber nicht mehr an den Tritt. Und auch nicht daran, dass er laut Zeugenaussagen gesagt haben soll, dass er den Kinsauer umbringen will. „Wie erklären Sie sich denn diese Aggressivität?“, hakte die Vorsitzende Richterin Kathrin Krempl nach. Der Angeklagte wusste es nicht. In einem vollkommenen Adrenalinkick sei er gewesen, so der junge Mann. Seit zehn Jahren spielt er Fußball, nie ist etwas derartiges vorgefallen.

Der 25-Jährige hat seit einigen Jahren einen festen Arbeitsplatz und studiert noch nebenbei. Dem Geschädigten, der entschuldigt dem Gerichtssaal fernblieb, zahlte der Türke ein Schmerzensgeld von 3100 Euro. In einem Brief, der vor Gericht verlesen wurde, entschuldigte er sich bei dem Spieler. Vom Fußballgericht wurde er wegen seines brutalen Vorgehens für eineinhalb Jahre gesperrt.

Freiwillig 3100 Euro gezahlt

Die Staatsanwaltschaft beantragte auf Grund der massiven Gewaltanwendung eine achtmonatige Freiheitsstrafe zur Bewährung. Der Verteidiger wies in seinem Schlussplädoyer noch einmal auf die damalige allgemein sehr aufgeheizte Stimmung während des Verlaufs des Fußballspiels hin, die das Verhalten seines Mandanten zwar nicht entschuldigen, aber ein wenig erklären könnte. Außerdem hob er die aktive Wiedergutmachung in Form des Schmerzensgeldes hervor und beantragte lediglich eine Geldstrafe.

Richterin Krempl schloss sich dem Antrag der Staatsanwaltschaft an und verurteilte den Angeklagten zu einer achtmonatigen Freiheitsstrafe, die sie für drei Jahre zur Bewährung aussetzte. Außerdem verhängte sie eine Geldstrafe in Höhe von 2500 Euro zu Gunsten des Opferschutzbunds Weißer Ring. In ihrer Urteilsbegründung wies sie noch einmal auf den für den Kinsauer vollkommen überraschend erfolgten Faustschlag und das weitere brutale Vorgehen des Türken hin. „Ohne Ihren freiwilligen Täter-Opfer-Ausgleich wäre die Strafe deutlich höher ausgefallen“, sagte sie.

Regina Wahl-Geiger

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