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Der Biber lässt das Nagen nicht. Auch im Landkreis Weilheim-Schongau richtet er zunehmend Schäden an. 

An Ammer und Eyach

Biber-Abschuss nur in Ausnahmefällen

Die Biber-Population im Landkreis Weilheim-Schongau nimmt weiter zu – und mit ihnen die Schäden. Wie kann man den Biber in die Schranken weisen? Mit dieser Frage beschäftigt sich inzwischen auch der Bauernverband. In Einzelfällen hat die Untere Naturschutzbehörde schon einen Abschuss erlaubt.

Weilheim-Schongau – „Die Biber setzen Felder unter Wasser und höhlen Dämme aus“, sagt Herbert Strauß, BBV-Obmann von Böbing. An Ammer und Eyach fühlen sich die Nager bereits wie zu Hause, wobei sie auch vor den Seitenbächen nicht Halt machen. „Natürliche Feinde gibt es für den Biber nicht“, bedauert Strauß, somit vermehren sich die Tiere immer mehr.

„Nach meiner Einschätzung halten sich mindestens sechs bis acht Biber in der Böbinger Eyach auf“, so die Beobachtung des Böbinger Naturschutzwächters Werner Schubert. BBV-Obmann Strauß glaubt, dass es noch viel mehr sind, „und sie nagen nicht nur an den Bäumen, sondern fressen auch den Klee von den Feldern“.

Von der Böbinger Kläranlage flussabwärts bis zur Eyachmühle und weiter bis Sprengelsbach gehören die Nager längst zum Landschaftsbild und fühlen sich pudelwohl. Auch in den Seitenzuflüsse der Eyach haben sie ihre Spuren hinterlassen.

Aber nicht nur die Bauern sind zunehmend besorgt. Auch die Besitzer von Fischweihern in Böbing haben schon schlechte Erfahrungen mit Bibern gemacht. Denn die Tiere graben Löcher in die Dämme, bis schließlich das Wasser aus den Weihern abläuft – und somit auch die Fische weggespült werden.

Solche Löcher gräbt der Biber in die Dämme von Fischweihern. 

Am Wirtsweiher östlich von Böbing hat der Biber vor drei Jahren schon mal heftig gewütet. Zahlreiche Bäume mit bis zu 50 Zentimetern Durchmesser wurden beschädigt bzw. umgelegt. Die Nager haben aber auch den Abfluss dieses Weihers verstopft, was beinahe zu einer Überschwemmung geführt hätte. Das Landratsamt ist damals auf das Problem aufmerksam gemacht worden. Biber-Berater Fritz Gindhart aus Peißenberg hat sich daraufhin nach Böbing begeben, um sich ein Bild vom Ausmaß der Schäden zu machen. In den vergangenen Jahren hat sich die Lage weiter zugespitzt.

„Ein schwieriges Thema“, pflichtet Böbings Bürgermeister Peter Erhard bei. Vor allem, weil man den Biber nicht so ohne Weiteres entfernen darf, denn diese Tiere stehen unter strengem Schutz. Erhard kennt das Problem, das die Bauern haben. „Das wird bald noch größer, wenn man nichts macht“, ist der Böbinger Gemeindechef überzeugt.

Auch im Bereich der Ammer sind die Biberschäden nicht zu übersehen. „Die Weiden auf den Kiesbänken sind alle abgefieselt worden“, hat der Böbinger Naturschutzwächter Werner Schubert festgestellt.

In Rottenbuch treten die Biberschäden vor allem an der Illach im Bereich Rudersau auf, berichtet Thomas Bonusch, BBV-Ortsobmann von Rottenbuch. Auch er bemüht sich um eine Schadensaufnahme, die dann an die BBV-Kreisgeschäftsstelle in Weilheim weitergeleitet wird.

„Wir machen derzeit eine Erfassung auf Kreisebene“, sagt BBV-Kreisobmann Wolfgang Scholz. Die Berichte der Obmänner würden anschließend ausgewertet und sollen bei einer Versammlung präsentiert werden.

Zig Bäume hat der Biber an der Eyach bei Böbing umgelegt. 

Was kann die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes tun? Deren Anliegen ist es natürlich, den Biber zu schützen. „Ein Abschuss ist bisher nur in wenigen Ausnahmefällen genehmigt worden“, sagt Abteilungsleiter Friedrich von der Mülbe. Nämlich dann, wenn durch die Aktivitäten der Biber große Schäden angerichtet werden oder zu befürchten sind, z. B. ein Dammbruch.

Ganz leer müssen die Biber-Geschädigten allerdings nicht ausgehen. Es gibt einen staatlichen Fonds in Bayern, mit dem Biberschäden auf Antrag beglichen werden können. Heuer stehen insgesamt 450.000 Euro zur Verfügung (für ganz Bayern). Anspruch auf Entschädigung haben allerdings nur Vollerwerbslandwirte.

Michael Gretschmann

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