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Bienenschwarm belagert Arztpraxis mitten in Stadt: Patienten trauen sich kaum mehr hinein

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Von: Jörg von Rohland

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Erster Einsatz der neuen Schwarmfänger in Schongau: Wolfgang und Karin Lehmann bugsierten das Bienenvolk aus der Eibe an an der Liedlstraße.
Erster Einsatz der neuen Schwarmfänger in Schongau: Wolfgang und Karin Lehmann bugsierten das Bienenvolk aus der Eibe an an der Liedlstraße. © Hans-Helmut Herold

Ein Bienenvolk hat Schongau heimgesucht. Ausgerechnet im Eingangsbereich einer Arztpraxis ließen sich die Insekten in einem Baum nieder. Zum Leidwesen von Arzt und Patienten.

Schongau - Schon am Vormittag war auch bei den Schongauer Nachrichten ein lautes Summen zu vernehmen. Zu tausenden schwärmten Bienen über der Liedlstraße und im Hof der Arztpraxis. Patienten, die in die Sprechstunde wollten, liefen regelrecht Slalom, um ins Haus zu kommen. „Zum Glück wurde niemand gestochen“, sagt Martin Kayser erleichtert. Denn wenn jemand unter einer Immunschwäche leidet, ist ihm zu Folge mit einem Bienenstich nicht zu spaßen.

Bienenschwarm belagert Arztpraxis: Imker war nicht zu erreichen

Damit der Spuk ein baldiges Ende hat, wusste sich Kayser nicht anders zu helfen, als die Feuerwehr zu rufen. Zuvor hatte er noch vergeblich versucht, einige Imker zu erreichen, die zu seinen Patienten zählen. Bei der Feuerwehr war der Arzt dann aber an der falschen Adresse. Die Brandschützer verwiesen Kayser an die Schwarmfänger, die es sich zur Aufgabe machen, verirrte Bienenvölker wieder einzufangen.

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Bienenschwarm an Arztpraxis: Imkerin hat Bienengiftallergie, bleibt aber trotzdem gelassen

Imkerin Karin Lehmann, die sogleich von Altenstadt nach Schongau eilte, ist erst in diesem Jahr den Schwarmfängern beigetreten. Der gestrige Einsatz war ihr erster. Eigentlich habe sie eine Bienengiftallergie, aber ein Stich „wird schon gehen“, erklärte Lehmann den verblüfften Zaungästen, die beobachteten, wie die Bienen-Traube in der Eibe vor der Arztpraxis immer mehr anschwoll. Die Imkerin blieb gelassen. „Jetzt schauen wir mal, dass wir die Königin fangen“, kündigte sie an.

Die Bienentraube in dem Baum wurde immer größer. Das Volk beschützte seine Königin im Inneren.
Die Bienentraube in dem Baum wurde immer größer. Das Volk beschützte seine Königin im Inneren. © Hans-Helmut Herold

Zusammen mit ihrem zur Hilfe gekommenen Mann Wolfgang Lehmann machte sich die Altenstadterin ans Werk. Zunächst wurden die Bienen mit Wasser besprüht. „Das macht sie flugunfähig“, erklärte die Altenstadterin, bevor ihr Mann die Bienen-Traube vom Baum in eine Holzkiste schüttelte.

Der Einsatz der Schwarmfänger lief wie am Schnürchen. Königin samt Volk landeten in der Kiste, die versprengten Bienen gesellten sich nach und nach dazu.

Bienen belagern Baum an Arztpraxis: Schwarmfängerin darf das Bienenvolk behalten

Am Abend wollte die Imkerin den Kasten abholen. Das Bienenvolk gehöre jetzt ihr, freut sich die Schwarmfängerin. Den Imker, dem das Volk abhanden gekommen ist, muss sie nicht suchen. Schließlich habe er es nicht selbst wieder eingefangen, erklärt die Altenstadterin die Regel. Sie geht davon aus, dass sich das Volk geteilt hatte, um einer neuen Königin Platz zu machen. Die älteren Bienen schwärmen dann zusammen mit der alten Königin aus und suchen sich ein neues Zuhause Das werden sie jetzt in Altenstadt bekommen. „Vorher geht es aber noch zwei Tage in den Keller“, kündigt Lehmann an. Dort sollen sich die Bienen beruhigen.

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