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Zugausfälle der Pfaffenwinkelbahn sorgen für Ärger. 

Zugausfälle Pfaffenwinkelbahn

BRB-Chaos: Viele Schüler kommen zu spät - Schulleiter kritisieren „unhaltbare Zustände“

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  • Kathrin Hauser
    Kathrin Hauser
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Seit zwei Wochen kommen über 100 Schüler des Schongauer Gymnasiums und der Pfaffenwinkel-Realschule zu spät zum Unterricht. Schuld daran sind die Zugausfälle der Bayerischen Regiobahn (BRB). Der Ärger der Schulleiter ist groß: „Das sind unhaltbare Zustände.“

Schongau – Wer mit der Bayerischen Regiobahn dieser Tage zwischen Schongau und Weilheim unterwegs sein will, der muss darauf gefasst sein, dass er nicht im Zug, sondern in einem Bus Platz nimmt. Sofern einer kommt. Wegen Personalmangels bei den Lokführern bleiben derzeit Bahnen im Depot, ihren Ausfall versucht die BRB mit Schienenersatzverkehr aufzufangen. Doch das funktioniert nur leidlich, mal fahren Busse verspätet, manchmal gar nicht. Betroffen von den chaotischen Zuständen sind neben Pendlern auch die Schüler, die von Peiting zu den weiterführenden Schulen nach Schongau fahren – mit entsprechenden Folgen. (Wie die Schüler die Situation erleben,lesen Sie hier.)

„Die Auswirkungen sind katastrophal“, schimpft Armin Eder, Leiter der Pfaffenwinkel-Realschule. Seit zwei Wochen kämen rund 30 Schüler nicht mehr pünktlich zum Unterricht. Teilweise sei der Bus, der als Ersatz für den Zug bereitgestellt werden sollte, einfach nicht gefahren, teils sei dieser deutlich zu spät gekommen. So hätten viele Kinder den späteren Zug nehmen müssen, der allerdings erst um 7.51 Uhr am Bahnhof in Schongau eintreffe. „Ohne zu rennen schaffen die es dann aber nicht pünktlich in die Schule.“ Eigentlich seien die Eltern in solch einem Fall dafür verantwortlich, dass ihr Kind rechtzeitig zum Unterrichtsbeginn vor Ort sei, sagt Eder. Doch angesichts des fortgeschrittenen Schuljahrs drücke man ein Auge zu. „Wir notieren uns nur, wer zu spät kommt.“

Der Zorn des Schulleiters richtet sich vielmehr gegen die BRB. Er sei „entsetzt“ über deren Verhalten. Weder sei man im Vorfeld über die Ausfälle informiert worden noch hätten sich die Verantwortlichen bislang für das Chaos entschuldigt, ärgert er sich.

Schongauer Gymnasiasten verpassen erste Unterrichtsstunde

Ähnlich verstimmt zeigt man sich am benachbarten Gymnasium. „Aus schulischer Sicht sind die aktuellen Zugausfälle zwischen Schongau und Peiting seit letzter Woche fatal“, teilt die Schulleitung mit. Betroffen seien am Welfen-Gymnasium rund 100 Schüler. „Diese kommen derzeit mit einer Verspätung von durchschnittlich 20 bis 30 Minuten zum Unterricht.“ Weil der Ersatzbus aus Hohenpeißenberg erst um 7.50 Uhr abfahre, hätten die Schüler teils dauerhaft die erste Unterrichtsstunde versäumt. „Das sind unhaltbare Zustände.“ Die Schulleitung fordert deshalb Konsequenzen und nimmt auch den Landkreis in die Pflicht: „Hier müsste der Sachaufwandsträger nicht nur auf eine deutliche Verbesserung der Situation, sondern auf eine lückenlose Schülerbeförderung hinwirken.“

Immerhin: Seit dem gestrigen Montag verkehrt eigens ein Schülerbus zwischen Weilheim und dem Schongauer Gymnasium, um die Situation in den letzten beiden Schulwochen zu entspannen, bevor während der Ferien der Zugverkehr zwischen Schongau und Weilheim wegen Bauarbeiten auf der Strecke komplett eingestellt wird.

Die Probleme mit der BRB verfolgt man derweil auch im Peitinger Rathaus mit Sorge. „Das ist höchst unerfreulich“, sagt Bürgermeister Michael Asam. Und das gerade in Zeiten, in denen man versuche, den öffentlichen Nahverkehr zu stärken, ärgert er sich. Sollten die Probleme auch nach den Ferien bestehen, müsse man politisch reagieren. „Das darf nicht so weitergehen.“ Auch Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman zeigte sich verärgert: Die aktuelle Situation sei „absolut bedauerlich“.

Auch in Weilheim kommen Schüler zu spät

Auch an der Mittelschule in Weilheim sind diese Schwierigkeiten bei der BRB bereits aufgefallen, wie Rektor Bernhard Bürger sagt: „Es ist richtig nervig, weil fast jeden Morgen Schüler zu spät kommen.“ Besonders betroffen seien die Mittelschüler, die aus der Raistinger und Dießener Ecke nach Weilheim pendeln. „Die Schüler können nichts dafür und müssen aber darunter leiden“, sagt der Rektor. Regelmäßig hätten die Schüler, die mit der BRB kommen, zehn bis 15 Minuten Verspätung. „Wenn die dann nach zehn Minuten eintrudeln, ist das immer eine Störung für die anderen“, sagt Bürger. 

An der Mittelschule Peißenberg machen sich die Probleme bei der BRB nicht bemerkbar, wie Schulleiterin Susanne Coldwell sagt: „Unsere Schüler kommen alle mit Bussen, deswegen betrifft uns das nicht.“ Auch der Rektor der Peißenberger Realschule Armin Thefeld hat noch nicht viel mitbekommen von den Problemen auf der Bahnstrecke Weilheim-Schongau: „Wir haben kaum Schüler, die mit der BRB fahren“, sagt er. Die meisten Schüler, die von außerhalb nach Peißenberg pendeln, seien mit Bussen unterwegs. Auch da komme es manchmal vor, dass ein Bus Verspätung habe, aber das gehöre eben zum Pendeln dazu. 

Auch zum Weilheimer Gymnasium kommen die meisten Schüler mit Bussen gefahren und nur wenige mit dem Zug. Deswegen gibt es auch bei Direktorin Beate Sitek keinen Grund für Ärger über die BRB und zu spät kommende Schüler: „Bei uns ist nichts aufgeschlagen“, sagt sie.

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