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Schon zwei Mal gab es Nachhilfestunden für die „intelligenten Ampeln“ an Schongaus Hauptverkehrsachse.

Ärger über „intelligente Ampeln“

Dauerrot statt grüner Welle?

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Nicht jeder Bürger hält die „intelligente Ampelschaltung“ in Schongau für schlau. Dies wurde in der jüngsten Stadtratssitzung deutlich, als gleich mehrere Stadträte berichteten, dass sie immer wieder deshalb angesprochen würden. „Mal sehen, ob wir noch das ein oder andere nachjustieren können“, versprach Bürgermeister Falk Sluyterman.

Schongau– Helmut Hunger war es, der in der jüngsten Schongauer Stadtratssitzung das Thema „intelligente Ampelschaltung“ aufgriff. Zwar war bereits im vergangenen Jahr vom Staatlichen Bauamt nachgebessert worden, aber offensichtlich sind die Bürger noch immer nicht zufrieden, wie es der CSU-Stadtrat beschrieb. Nach seinen Worten geht es vor allem um die Tagesrandzeiten, also zwischen Feierabend und Nachtdämmerung. Von Grüner Welle könne da an der Spinne keine Rede sein, eher von Dauerrot. „Mit smart hat das nichts mehr zu tun“, kritisierte Hunger. Er forderte: „Da muss sich die Stadt Schongau wirklich mal einschalten.“

Man gebe es weiter ans Straßenbauamt, hieß es seitens der Verwaltung. Im Großen und Ganzen funktioniere es mit den intelligenten Ampeln mittlerweile recht gut, aber es gebe noch kleine Kinderkrankheiten. Auch bei den Fußgängerampeln. Stefan Konrad (SPD) bemängelte, dass Fußgänger viel zu lange auf ihr grünes Männchen warten müssten. „90 Sekunden im Platzregen an der Ampel stehen, ist auch richtig strong“, formulierte er es. Konrad fragte, ob man etwa am Münztor Richtung Blumenstraße die Fußgänger bevorrechtigen könne. „Irgendeinen Weg müssen wir gehen“, warb Stadtbaumeister Sebastian Dietrich für Verständnis. Es sei alles aufeinander abgestimmt.

Rechtsabbieger durch neue Schaltung verunsichert

Zum Thema Ampeln konnte auch Nina Konstantin (ALS) noch etwas beitragen. Sie habe mit dem Landratsamt telefoniert, es werde wohl noch einmal eine Begehung geben. Vor allem ging es der Stadträtin um die Rechtsabbiegespur beim Münztor Richtung Bahnhof. Der Rechtsabbieger sei durch die neue Schaltung sehr verunsichert, meinte Konstantin. Entweder zeigt die Ampel rot, oder aber gar nichts an. Sie schlug neben dem roten Signal einen blinkenden Pfeil vor als Zeichen dafür, dass man zwar fahren dürfe, aber dennoch auf die bevorrechtigten Fahrzeuge achten müsse.

Anregungen der Bürger werden ernst genommen

Bürgermeister Falk Sluyterman versprach, sich zu kümmern; er wolle die Problematik mit dem städtischen Bauamt durchgehen. „Es ist das Wesen einer Ampel, dass sie ab und zu rot zeigt“, so Martin Blockhaus auf Anfrage. Aber die Anregungen der Bürger würden ernst genommen. So habe man Mitte 2018 schon eine Optimierung vorgenommen. Was die Staatsstraße anbelangt, ist eigentlich das Staatliche Bauamt in Weilheim Ansprechpartner – aber die Stadt Schongau ist involviert. Mit einer Evaluierung war dann ein Ingenieurbüro beauftragt, eine weitere Optimierung erfolgte im Oktober/November. „Privilegiert ist die Hauptrichtung Bahnhofstraße – Marktoberdorfer Straße“, erklärt Blockhaus, also die verkehrsstärkste Straße. An der Spinne bleiben damit die Altenstadter und die Augsburger Straße untergeordnet, am Münztor die Blumenstraße. „Wenn man daran etwas ändern will, muss einem bewusst sein, dass man an anderer Stelle wartet“, so Blockhaus, der die jetzige Ampelschaltung für gut befindet.

Abfluss des Verkehrs aus der Münzstraße jetzt deutlich besser

Was die Rechtsabbieger am Münztor anbelangt, dies sei mit Polizei und Planer abgestimmt und bringe im Gegensatz zu früher einen deutlich schnelleren Abfluss des Verkehrs aus der Münzstraße. „Da ist man vor fünf Jahren noch richtig lang gestanden“, erinnert Blockhaus. Es sei ihm nicht bekannt, dass es an dieser Stelle zu einer Unfallhäufung komme, aber das soll mit der Polizei abgeklärt werden.

Fußgänger muss zwischen 1 und 90 Sekunden warten

Und die Schaltung der Fußgängerampeln? „Gefühlt warten Fußgänger ein paar Sekunden länger als früher“, so Blockhaus, der aber für die Schongauer Nachrichten extra beim zuständigen Planer nachhakt. Weil es sich um eine verkehrsabhängige Ampelsteuerung handelt, könne man keine exakte Angabe machen, heißt es. Zu Spitzenzeiten (morgens und am Nachmittag) muss der Fußgänger zwischen 1 Sekunde und maximal 90 Sekunden warten, je nachdem, wann er den Ampelschalter drückt. In den anderen Zeiten sind es maximal 70 bis 80 Sekunden. Was immer gilt: „Ohne Drücken kein Grün“, so der Essener Planer Peter Nolden. Falls eine Änderung vorgenommen werden soll, kann es zu einem größeren Rückstau der Fahrzeuge kommen, warnt Blockhaus.

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