Ihle, Schongau, Stadtrat, CSU, Bäckerei, Café
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So soll das Café in Schongau-West ausschauen. Endgültig entschieden ist über das Bäckerei-Café aber noch nicht.

Thema noch nicht vom Tisch

Café am Kreisel kommt – oder nicht?

  • Elke Robert
    VonElke Robert
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Das Ihle-Café an der Zugspitzstraße kommt – oder auch nicht. Während der Schongauer Bauausschuss das Vorhaben absegnete, stellte die CSU in der Stadtratssitzung den Antrag, die Pläne erneut zu behandeln.

Schongau – Bereits im Mai hatte der Bau- und Umweltausschuss den Neubau eines Bäcker-Cafés in Schongau-West auf dem Tisch – und lehnte den Vorbescheid damals ab. Mit einer bunten Präsentation machte Bernhard Bauer, bei Ihle in Augsburg zuständig für Expansion und Vertrieb, den Ausschuss-Mitgliedern das nun umgeplante Projekt in der Zugspitzstraße schmackhaft.

Ihle, schon seit 20 Jahren in Schongau mit einer Filiale ansässig, möchte den Standort an der Tannenberger Straße schließen und direkt am Kreisel auf 300 bis 400 Quadratmetern ein Bäckerei-Café mit Mittagstisch eröffnen. „Wir können das alles nach den Wünschen und Vorgaben der Stadt machen“, betonte Bauer. So wurde die Terrassenanlage im Norden reduziert, die Stellplätze werden mit Bäumen und Grünflächen untergliedert. Bis zu 35 Parkplätze werden angelegt, dazu Radlständer, das werde in der Stadt ja immer wichtiger. „Wir denken auch über eine Ladestation für E-Bikes nach“, so der Vertriebsleiter.

„Ich halte die neue Planung für ein recht attraktives Angebot für Schongau“, führte Bettina Buresch (ALS) aus, warnte jedoch davor, dass die Altstadt geschwächt werde, weil sich eventuell zu viel Publikumsverkehr nach Schongau-West verlagere. Stadtbaumeister Sebastian Dietrich konnte beruhigen: „Die Nutzung ist nicht altstadtrelevant, wir können sie daher auch im Rahmen des Einzelhandelskonzepts nicht ausschließen.“

Das Augenmerk liege auf einem eher gastronomischen Angebot. Das Bäckerei-Café werde modern ausgestattet, 1:1 vergleichbar mit dem Standort in Geiselbullach/Olching. „Genau so wollen wir in Schongau bauen, es ist ein erprobtes Konzept“, versprach Bauer. Montag bis Samstag zwischen 6 und 20 Uhr soll geöffnet sein sowie sonntags von 8 bis 17 Uhr. „Aber bei den Öffnungszeiten sind wir flexibel“, antwortete Bauer auf die Frage von Buresch, die angeregt hatte, dass sich Jugendliche dort auch abends treffen können sollen. „Wenn wir merken, wir müssen unsere Gäste um 8 Uhr förmlich rauskehren, verlängern wir die Öffnungszeiten – wir sind da nicht stur und gehen auf die Bürger zu.“

Ilona Böse (SPD) hatte sich zuvor konkret ein begrüntes Flachdach gewünscht, was Bauer direkt umzusetzen versprach. Kornelia Funke (CSU) steht dem Vorhaben auch weiterhin kritisch gegenüber: „Ich bleibe bei meiner Meinung, mir würde dort Wohnbebauung am besten gefallen.“ Diesbezüglich winkte Michael Wölfle vom Bauamt Schongau ab: Wohnbebauung am Kreisverkehr sei schwierig, „ich möchte da nicht wohnen“. Bürgermeister Falk Sluyterman gab gleichzeitig zu bedenken, dass „Wohnungsbau in Schongau zwar drängend ist, aber solange sich kein Investor findet, ist das Café eine gute Alternative bei diesem Verkehrslärm am Kreisel“.

Zuvor hatte der Ihle-Vertriebsleiter noch betont, dass man allein für die Einrichtung des zweistöckigen Gebäudes viel Geld in die Hand nehme – rund 750 000 Euro – und nicht nur ein regionaler Investor sei, sondern auch regionale Vermieter bevorzuge und regionale Handwerker beauftragen wolle – „wir sind auf die Region bedacht“.

Um das Bäcker-Café bauen zu dürfen, sind diverse Befreiungen vom Bebauungsplan notwendig, unter anderem bei den Baugrenzen, der Gebäudeform, der Dachform, der Dacheindeckung und dem Lärmschutzwall. Böses Vorschlag eines Flachdachs wurde aufgenommen. Der Ausschuss stimmte mit 4:3 Stimmen dafür, dem Vorbescheid mit samt Befreiungen zuzustimmen.

Dass der Vorbescheid noch nicht vom Tisch ist, zeigte sich ein paar Stunden später am Ende der Stadtratssitzung: Michael Eberle kündigte den Antrag der CSU-Fraktion an, das Vorhaben noch einmal im Stadtrat zu behandeln. „Wir sind nicht gegen das Projekt, aber bei diesen vielen Befreiungen muss das gesamte Gremium entscheiden“, so Eberles Begründung. Weil es seiner Fraktion keinesfalls um eine Verzögerungstaktik gehe, habe man den Antrag noch am gleichen Tag gestellt, das Thema wurde jedoch nicht mehr aktuell behandelt. Das Café ist Thema einer nun extra einberufenen Sitzung des Stadtrats am Dienstag, 31. Juli, um 19 Uhr.

Elke Robert

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