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Direkt im Eingangsbereich der neuen Grundschule sollen die Cobi-Reiser-Tiermosaike geballt an einer Stelle in die Wand eingepasst werden.

Wiedereinbau der Kunstwerke in Schongau

Cobi Reiser verbindet Alt und Neu

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Die Rettung der Cobi-Reiser-Wandbilder an der mittlerweile abgerissenen Staufer-Grundschule war vergangenes Jahr ein Kraftakt. Nun geht es darum, die Kunstwerke in die neue Schule zu integrieren. Dazu haben die Architekten Vorschläge erarbeitet, die im Stadtrat positiv aufgenommen wurden – zumindest zum größten Teil.

Schongau In der alten Grundschule waren die acht Tiermosaike auf verschiedene Klassenzimmer verteilt. Das soll bei der Wiederintegration andres werden: „Die würden sich im Schulhaus verlieren“, sagte Sebastian Dietrich vom Stadtbauamt im Stadtrat. Man wolle die Kunstwerke zusammenfassen, „so wirken sie am stärksten“. Das Architekturbüro, das die Schule geplant hat, legte nun ein Konzept vor. Demnach sollen die Bilder am künftigen Haupteingang vereinigt werden, und zwar im Verbindungsgang zwischen Neubau und Y-Bau, der als einziges Element der alten Schule erhalten bleibt. Die Bilder wären also das verbindende Element zwischen Alt und Neu. Sie sollen in die Wand integriert und indirekt beleuchtet werden, so Dietrich. „Das ist eine würdige Neupräsentation der Kunstwerke an zentraler Stelle.“

Die Finanzierung ist durch die 40 000 Euro, die die Stadt zur Verfügung gestellt hat, gesichert. Das war bereits damals Bedingung der Stadt für die Rettung – nicht, dass die Kunstwerke danach irgendwo herumstehen. Nur die Wand-Abdeckung auf der Rückseite der Bilder müsste anders gestaltet werden, so Dietrich, das würde zusätzlich 3000 bis 4000 Euro kosten. Weil es sich aber um den Musikraum handele, bei dem man wegen der Akustik ohnehin noch hätte was machen müssen, lasse sich das gut verbinden und durch das Budget für den Schulneubau decken.

Der Vorschlag stieß auf große Zustimmung. „Ich war eigentlich gegen den Wieder-Einbau der Bilder, aber das hier ist klug geplant“, sagte Gregor Schuppe (ALS). Auch Friedrich Zeller (SPD), früher eher dagegen, fand es eine „tolle Lösung“, die 50er-Jahre-Werke Cobi Reisers in den modernen Neubau zu integrieren. „Da gab es einen Sinneswandel bei uns“, sagte er.

Auch Bettina Buresch (ALS) gefiel die Variante gut und wollte wissen, ob die Bilder, die mitsamt der Wand ausgesägt worden waren, dort fest installiert werden oder auch wieder entfernt werden könnten. „Die müssen natürlich wegen der Statik und der Verletzungsgefahr fest montiert werden“, sagte Dietrich, man könnte sie nur mit viel Aufwand wieder entfernen. „Wir sägen sie nicht nochmal aus“, drohte Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD) scherzhaft.

Das monumentale Uhrenbild könnte vor einer leeren Wand des bestehen bleibenden Y-Baus zum Stehen kommen.

Nur der Schriftzug, der innen zwischen den Tiermosaiken prangt, sorgte für Irritationen. „Müsste der nicht außen sein?“, wollte Schuppe wissen. Das sei nicht in Stein gemeißelt, nur ein Vorschlag, sagte Dietrich. Michael Eberle und Kornelia Funke (beide CSU) erinnerten an eine zeitgenössische Variante von Kunst am Bau, was laut Dietrich geplant, aber noch nicht diskutiert sei, ehe Marianne Porsche-Rohrer (CSU) als einzige der Meinung war, „dass die Bilder hinten und vorne nicht zur Schule passen“. „Der Käse ist gegessen“, antwortete Sluyterman lapidar, die Zustimmung fiel mit 17:6 Stimmen aus.

Etwas anders ist es mit dem überdimensionalen Wanduhr-Bild, das erst in letzter Sekunde dank des finanziellen Einsatzes von privaten Spendern und des Historischen Vereins gerettet werden konnte. Die Stadt hatte sich damals erbarmt und 7000 Euro für die Sicherung auf dem Gelände ausgegeben, doch für die geschätzt 55 000 Euro teure Wiederaufstellung – der Vorschlag der Architekten sieht als Standort die freie Wand des Y-Baus neben dem Haupteingang vor – ist kein Geld da. „Wir werden in Abstimmung mit dem Historischen Verein einen Förderantrag an die Wüstenrot-Stiftung stellen, die haben bereits vergleichbare Projekte gefördert“, so Dietrich. Den Antrag soll der Verein stellen, und zwar nicht nur für das Uhrenbild, sondern auch für die Tiermosaike. nach dem Motto: Einen Versuch ist es wert.

„Und wenn das nicht klappt?“, wollte Stephan Hild (UWV) wissen. „Dann bleibt es so stehen, das war von Anfang an klar“, antwortete Dietrich. Das wäre ganz im Sinne des ebenfalls kritischen Markus Wühr (CSU): „Lassen wir das verpackt dort stehen, das ist auch Kunst.“ Die Zustimmung zum Prozedere mit Förderantrag fiel mit 18:5 Stimmen.

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