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Stilvoll ist es zugegangen beim „Dinner in weiß“.

Spontane Veranstaltung in Schongau

„Dinner in weiß“: Der Kayser lädt in Schongau zum Kaiser

Es ist die gelungene Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte: Zum sechsten Mal hat in Schongaus Altstadt die Spontanveranstaltung „Dinner in weiß“ stattgefunden. 

Schongau – Es lag da in den vergangenen Tagen etwas ganz Unbeschreibliches in der Luft: Heiße Tage, heiße Nächte, die richtige Zeit eigentlich für das von den Schongauern sehr geschätzte „Dinner in weiß“. Noch etwas anderes lag aber auch in der Luft: Nämlich die quälende Frage, wo denn die Veranstaltung in diesem Jahr stattfinden wird.

Organisator Martin Kayser muss einen siebten Sinn haben in Sachen idyllische Plätze in und rund um die Schongauer Altstadt: Plätze, die sonst nicht so sehr belebt sind, belebt die Gruppe „Schongau belebt“. Natürlich auch wieder in diesem Jahr. Denn: Der Kayser lädt zum Kaiser ein. Besser ausgedrückt: Zeremonienmeister Martin Kayser versammelt seine Gäste am Bronze-Standbild von Kaiser Friedrich II. an der Spinnen-Kreuzung. Ein traumhaftes Plätzchen im Schatten einer alt gewordenen Buche.

Perfektes Wetter beim „Dinner in weiß“ in Schongau

Besser hätte Kayser nicht in die Wetterkiste greifen können. Er hat den heißesten Tag der Woche ausgewählt, die Nacht inbegriffen. Ein Novum in diesem Jahr: Drei Sammelpunkte waren den Gästen am Nachmittag via Social-Media bekannt gegeben worden. Von dort aus folgte nach „Alarmierung“ der Marsch in Richtung Zielpunkt. Quasi ein Sternenmarsch, nur ohne Musik.

Mehr als stimmungsvoll: Zu später Stunde entzünden die Teilnehmer beim „Dinner in weiß“ am Bürgermeister-Pröbstl-Platz Wunderkerzen.

Der Aufbau? Problemlos. Schließlich sind viele „alte Hasen“ dabei. Es geht zackzack, Klapptische und Stühle sind schnell aufgebaut. Noch bevor der Zeremonienmeister das Klingelzeichen zur Eröffnung gibt, wird am Tisch von Schongaus „Roten“ angestoßen und der rote Vollmundige getrunken. Der Kayser nimmt’s gelassen, ist die Ruhe selbst. Ein letzter Blick in die Runde. Er ist zufrieden.

„Dinner in weiß“ in Schongau: Teilnehmer verzichten auf Plastikgeschirr

Ganz wichtig: Sein Aufruf hat gefruchtet. Keine Papp- oder Plastikbecher und -teller, nur Keramik, Porzellan und Gläser sind auf den Tischen zu finden. Dazu Kerzenleuchter, Blumen und Tischdecken. Alles natürlich in weiß und stilvoll.

Das Klingelzeichen durch Martin Kayser ertönt: Flaschen werden geöffnet, jeder greift zu, denn an diesem Abend haben Schweinshaxn und Kalbsbraten Zwangsurlaub, mediterrane Küche ist angesagt. Dazu Frischkäse in vielen Variationen, gefüllte Peperoni, getrocknete Tomaten, eingelegt in Öl und natürlich gefüllte Oliven und viele Salate werden verspeist. Dazu den französischen „blanc de blanc“ zum Nachspülen.

Weite Anreisen zum „Dinner in weiß“ in Schongau

Ein Blick auf einen lustigen Dreiertisch: Italienische Küche, Spießchen in den Nationalfarben, Basilikumblätter, Feta-Käse, kleine Tomaten. Dazu einen 2018er Soave. Karin und Margot waren im vergangenen Jahr am Kasselturm dabei. Ihre Begeisterung ist bis nach Dachau geschwappt und hat Iris angesteckt, die extra von dort angereist ist. Iris ist richtig happy, hat so etwas Idyllisches noch nicht erlebt. Ein Hoch auf Schongau.

Ebenfalls einen weiten Weg hat Beatrice Amberg auf sich genommen: Die Zeremonienmeisterin des vergangenen Jahres hat ihren Wohnsitz in der Zwischenzeit gewechselt und ist aus Landshut angereist. „Bei dieser Veranstaltung muss ich einfach dabei sein, ich habe schließlich so viele Erinnerungen daran“, sagt Amberg.

Ein letztes Kommando des Kaysers beim Kaiser: Wunderkerzen werden angezündet. Stimmungsvoll und romantisch. Ein Moment, den mancher gerne verlängern und einfrieren würde. Auf alle Fälle ein unvergesslicher Abend auf dem Bürgermeister-Pröbstl-Platz in Schongau.

VON HANS-HELMUT HEROLD

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