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Franz Heger freute sich über den Ehrenamtspreis der Stadt Schongau und bedankte sich auch bei Ehefrau Elfriede. Den Preis überreichte Bürgermeister Sluyterman. 

Bürgerstiftung Schongau 

Ehrenamtspreis für Franz Heger: Den Scheckbetrag möchte er spenden

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Der Eissport ist für Franz Heger das Größte, ohne Heger wiederum wäre so manches im Schongauer Eissport undenkbar: Für seinen unermüdlichen Einsatz ist Heger nun ausgezeichnet worden. 

Schongau – Mit der Bürgerstiftung Schongau sollen vielfältige Projekte und Ideen angestoßen, die ehrenamtliche Arbeit ins Licht der Öffentlichkeit gerückt werden. „Mehr als ein Drittel der Menschen in Bayern sind freiwillig tätig, ohne dieses Potenzial könnten viele Dinge nicht mehr verwirklicht werden – das Ehrenamt ist das Rückgrat unserer Gesellschaft“, erläuterte Bürgermeister Falk Sluyterman eingangs der Verleihung des Ehrenamtspreises. Diese fand wie auch schon die Jahre zuvor im Rahmen der Weihnachtssitzung des Stadtrats mit vielen geladenen Gästen statt. Eigeninitiative und Eigenverantwortung hob Sluyterman besonders hervor, „nicht der Ellenbogen ist unser wichtigstes Körperteil, sondern das Herz“. Die Gesellschaft müsse den Hut ziehen vor diesem unentgeltlichen Einsatz. Dem Stiftungsrat sei es nicht leicht gefallen, den diesjährigen Preisträger aus den eingereichten Vorschlägen auszuwählen, so Sluyterman, der auch Vorsitzender des Stiftungsrates ist. Die Wahl fiel schließlich auf Franz Heger, vor dem Schongau nun den Hut zieht.

„Seit nahezu 70 Jahren setzt sich Heger für den Eissport in unserer Stadt ein“, begründete dies Sluyterman. Und erzählte von den Anfängen, als sich die Lechvorstädter und die Altstädter auf dem zugefrorenen Lech mit selbst gemachten Schlägern aus Haselnussstauden heiße Duelle geliefert haben müssen. Dies führte dazu, dass im September 1951 im Gasthaus zur Glocke ein Eislaufverein gegründet wurde, die Geburtsstunde der heutigen Eislaufabteilung Schongau. Unter den Gründungsmitgliedern war auch Franz Heger. 1967 taucht zum ersten Mal Hegers Name in der Vorstandschaft auf, beim Spatenstich 1968 für das neue Eisstadion war er aktiv mit dabei. Wie all die folgenden Jahre bis heute, wie Sluyterman betonte, „ohne seinen Fleiß fand keine Baumaßnahme statt“. 1976 wurde Heger Jugend- und Schülerleiter in der Vorstandschaft der Eislaufabteilung, war dabei, wie im gleichen Jahr das Natureis- durch ein Kunsteisstadion ersetzt wurde. 13 000 freiwillige Arbeitsstunden seien damals von den Vereinsmitgliedern geleistet worden, mitten unter ihnen Heger.

Lang anhaltender Applaus für Franz Heger

Hegers Metier war und ist die Elektrik, „bis zum heutigen Tage kümmert er sich um die elektrischen Bereiche der Eislaufabteilung“, so Sluyterman. Erst im Oktober habe Heger wieder per Hebebühne eine Lampe unter dem Stadiondach montiert – und dies mit mittlerweile 86 Jahren, wusste der Bürgermeister anerkennend zu berichten. Für dieses jahrzehntelange ehrenamtliche Engagement erhielt Heger nun den Ehrenamtspreis der Bürgerstiftung, wofür alle Stadträte und Gäste im Rathaussaal einen lang anhaltenden Applaus spendeten.

„Es waren nicht nur arbeitsreiche, sondern auch schöne und erlebnisreiche Jahre“, bedankte sich Heger, der seinerseits einen Dank weiterreichte, nämlich an Ehefrau Elfriede. Auch sie habe viel dazu beigetragen. Aus den Händen des Bürgermeisters gab es für den rüstigen Senior nicht nur eine Urkunde, sondern eine weitere Anerkennung in Form eines Schecks über 500 Euro. Diesen Betrag möchte Heger der Eislaufabteilung Schongau spenden, wie er sagte.

Ehrenamtspreis der Bürgerstiftung Schongau wird einmal im Jahr vergeben

Der Stiftungsrat der Bürgerstiftung Schongau hatte im Jahr 2014 beschlossen, künftig ein Mal im Jahr den Ehrenamtspreis zu vergeben. 2018 hatte ihn Markus Wölfle, Vorstand des Schongauer Trachtenvereins, bekommen, der auch selbst im Stiftungsrat sitzt. Sechs stimmberechtigte Mitglieder aus Schongauer Vereinen und Institutionen sitzen im Stiftungsrat, dazu je ein Vertreter der Sparkasse Oberland und der Stadt ohne Stimmrecht.

Für ihr Engagement wurden kürzlich auch zwei Altenstädter ausgezeichnet: Sie erhielten den Goldenen Ehrenring. Auch eine Peitingerin hat Grund zur Freude - obwohl sie bei einer besonderen Miss-Wahl leer ausging. Und hier gibt es weitere Nachrichten aus Schongau und Umgebung.

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