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Stolz über die Auszeichnungen: Evelyn Schmidbauer (l., mit Ehemann Helmut) freute sich über die Silberne Ehrenmedaille, Kornelia Funke (mit Ehemann Wilfried) über den Ehrenamtspreis. In der Mitte Bürgermeister Falk Sluyterman. 

Schongauer Stadtrat

Ehrungen für zwei fleißige Frauen

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Schongau – Zwei starke und fleißige Frauen, die sich um Schongau verdient gemacht haben, sind in der Weihnachtssitzung des Schongauer Stadtrats ausgezeichnet worden: Evelyn Schmidbauer erhielt die Silberne Ehrenmedaille der Stadt, Kornelia Funke den Ehrenamtspreis.

Wie aus heiterem Himmel habe sie die Nachricht getroffen, dass sie die Silberne Ehrenmedaille erhalte, sagte Evelyn Schmidbauer. „Ich dachte erst, es kommt eine Rechnung“, gestand sie und sorgte damit im feierlich geschmückten und gut besetzten Rathaussaal für Gelächter. „Aber ich habe mich sehr gefreut und bedanke mich ganz herzlich dafür.“

Die Auszeichnung der Stadt bekommt Schmidbauer für ihre Verdienste um die Städteverschwisterung. Seit 1990 ist sie dort aktiv und hat regelmäßig Gäste aus den fünf Partnerstädten aufgenommen – zum Beispiel erst im September aus dem polnischen Gogolin, sagte Bürgermeister Falk Sluyterman in seiner Laudatio. Auch ein Wanderwochenende für eine Gästegruppe aus Colmar (Frankreich) hatte sie im September organisiert. Apropos organisieren: Die Gründung des Freundeskreises Städtepartnerschaft im Jahr 2002 ging auch auf Schmidbauer zurück. In diesem lockeren Verbund, der sich alle drei Monate trifft und bewusst nicht als Verein organisiert ist, besprechen die Mitglieder alles Wichtige. Dazu kommt die ebenfalls von ihr gegründete Kirchenverschwisterung, die sehr aktiv ist. „Mit Ihrer Arbeit entlasten Sie auch Frau Diesch von der Tourist Info, die bei fünf Städtepartnerschaften viel Arbeit hat.“

Schmidbauer empfängt aber nicht nur Gäste, sondern ist selbst oft im Ausland unterwegs und kennt sich in den Partnerstädten bestens aus – ein Umstand, der Sluyterman selbst schon eine Peinlichkeit erspart hat: Er irrte durch Colmar und fand den Weg zu einem Treffen im Rathaus nur, weil er zufällig Schmidbauer getroffen hatte.

Dass ihr Einsatz für die Städteverschwisterung für so eine Auszeichnung reicht, zeige das hohe Ansehen, dass das Thema bei der Stadt habe, sagte Schmidbauer – kritisierte aber gleichzeitig, dass es den städtischen Ausschuss nicht mehr gibt und das Thema deshalb im Stadtrat kaum mehr präsent sei. Sie dankte ihren Mitstreitern, ohne die die vielen Aktivitäten nicht möglich gewesen wären, und hoffte auf eine positive Zukunft Europas, „das für viele nur noch ein synonym für ungeliebte Vorschriften geworden ist“. Ihr Mann Helmut bekam eine Flasche Wein, weil er so oft auf seine Frau verzichten musste – mit genau den selben Worten war er 2013 nach 29 Jahren im Stadtrat und dem Erhalt des Goldenen Ehrenrings verabschiedet worden.

Die Liste von Funkes Ehrenämtern sprengt jeden Rahmen

Dass Kornelia Funke den Ehrenamtspreis erhalten würde, war nur eine Frage der Zeit. Als Sluyterman nach der umfangreichen Aufzählung ihren Ehrenämter (unter anderem im Pfarrgemeinderat Verklärung Christi, Elternbeirat Musikschule, Seniorenbeirat der Stadt, Vorsitzende der Frauenunion und Lesepatin an der Grundschule) fertig war, fügte er an: „Und das war alles in der Vergangenheit.“ Ihre aktuellen Tätigkeiten, vor allem die Leitung der Büchereien am Münztor und Verklärung Christi, aber unter anderem auch im Förderverein für das Heiliggeist-Heim, bei Schongau belebt, als Stadtführerin und nicht zuletzt als Stadträtin, nahmen ebenso viel Raum ein.

Die Vergabe des Ehrenamtspreises sei eine hervorragende Gelegenheit, den „Säulen der Gesellschaft“ für den geleisteten Einsatz zu danken und in die Öffentlichkeit zu rücken. „Frau Funke ist ein Mensch, der anpackt, wenn etwas zu tun ist“, sagte Sluyterman – und das, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. „Ohne Sie wären viele Einrichtungen Schongaus um einiges ärmer oder es würde sie gar nicht geben“, sagte Sluyterman und überreichte ihr neben einer Urkunde und einem Blumenstrauß auch noch einen Scheck über 500 Euro, was Funke alles kaum halten konnte.

Sie blickte in ihrer kurzen Rede zurück auf ihre Anfänge in Schongau vor 30 Jahren, dass sie als Zugezogene über ehrenamtliche Mitarbeit vor allem in der Pfarrei Verklärung Christi schnell Anschluss gefunden habe. „Es macht Spaß, sich für Schongau und die Schongauer zu engagieren, aber ohne Teamarbeit geht es nicht – egal wo“, so Funke. Klar, dass sie die 500 Euro an verschiedene Institutionen wie Pfarrbücherei und Trachtler aufteilt.

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