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Symbolische Schlüsselübergabe von Architekt Franz Balda (Mitte) an Ulla Heitmeier und Falk Sluyterman.

Staufer-Grundschule eingeweiht

„Unsere neue Schule ist der Hit“

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Es wird gerappt, gesungen und gebetet. Und dann schauen auch noch Stauferkönig Friedrich II. und Cobi Reiser  zur Einweihung der Staufer-Grundschule in Schongau vorbei.

Schongau – Es ist ein gelungener Auftakt zu den Feierlichkeiten anlässlich der Einweihung der neuen Staufer Grundschule. Weit über 400 Schülerinnen und Schüler formieren sich vor dem neuen Bau und ziehen danach vom Frauentorweg kommend durch die Altstadt. Gekleidet in Trachten der Herkunftsländer ihrer Eltern bietet dieser Festzug den Zuschauern ein farbenfrohes Bild. Verstärkt durch die vielen Fähnchen der verschiedenen Nationalitäten. 

Wie bei so einem festlichen Anlass der Brauch, vorneweg hoch zu Ross die Vorreiter. Heute haben Franz Jun. & Antonia Reßle die Zügel in der Hand. Dahinter reiht sich die Schongauer Trachtenjugend der Schlossbergler ein. 

Wie könnte es anders sein. Der Namensgeber dieser Grundschule muss doch einfach mit dabei sein. Man hat das Rad der Zeit zurückgedreht. Und da hat er wahrlich in seiner geschmückten Kutsche Platz genommen und winkt seinem Volke zu: Der Staufer Kaiser Friedrich II höchst persönlich. Neben ihm sein Hofmarschall mit dem sichtbaren Zeichen der Kaiserkrone in den Händen. 

Einweihung der Staufer Grundschule Schongau: Die besten Bilder 

Eine weitere Person in der Kutsche darf natürlich nicht. Hat ja auch für viele Schlagzeilen gesorgt und ist mit der Schule verbunden. Es ist der Künstler und Maler Cobi Reiser. Stolz winkt er den Zuschauern mit seiner Farbpalette zu. Neben ihm sitzt Irmgard Schreiber-Buhl, die so um seine Werke gekämpft hat. Natürlich ebenfalls von einer jungen Schülerin dargestellt. 

Und die Schulleiterin Ulla Heitmeier? Sie ist in das historische Gewand der Hofdame des Kaisers geschlüpft und begleitet ihn zu Fuß. „Mit diesem Festzug durch die Stadt wollen wir alle gemeinsam unsere Freude ausdrücken, so eine tolle neue Schule bekommen zu haben“, sagt Mitglied der Schulleitung Gregor Schuppe am Marienplatz zu den Gästen. Und wird dabei musikalisch unterstützt durch den Massenchor der Schüler. „Wir wollen fleißeige Handwerker sein ......die Schule wird bald fertig sein“, frei nach dem bekannten Kinderlied. Ein wahrlich gelungener Auftakt.

Und auch nach dem Umzug ging es munter weiter.

Einweihung der Staufer Grundschule in Schongau: Feier in der Aula

„Unsere neue Schule ist der Hit, freut euch alle mit!“, rappten Schüler der vierten Klasse zur Einweihung des Teilneubaus der Staufer Grundschule Schongau am Freitag. In der geräumigen Aula, in der Beton und Holzelemente dominieren, hatten sich Vertreter der anderen Schongauer Schulen, der Stadt, Eltern und Lehrer versammelt.

Statt auf Reden, setzte Schulleiterin Ulla Heitmeier auf ein Frage-und-Moderations-Spiel, bei dem Viertklässlerin Michelle den Rednern auch persönliche Anekdoten entlockte. So muss Norbert Merk, Kämmerer des Landkreises Weilheim-Schongau, zum Beispiel an bestimmte Gerüche aus der Landwirtschaft denken, wenn er sich an seine Schulzeit erinnert, da diese ins Gebäude wehten. Er sei froh, dass das im neuen Grundschulgebäude in Schongau nicht der Fall ist.

Auch Bürgermeister Falk Sluyterman fühlte sich an seine eigene Schulzeit erinnert, da er ebenfalls in ein neues Schulgebäude umgezogen war. In die Staufer Grundschule wäre er auf jeden Fall gerne gegangen, erzählt er.

Und was gefällt eigentlich dem Architekten Franz Balda selbst am besten an der neuen Schule? „Die blauen Toiletten, auch wenn sich da die Geister scheiden“, sagt er und lacht. Aber da es ohnehin die schönste Schule sei, die er bauen durfte, gefalle ihm eigentlich alles.

Einweihung der Staufer Grundschule in Schongau: Friedrich II und Cobi Reiser feiern mit

Zwischen den kurzweiligen Interviews sorgen die Schüler der Bläserklasse und der Schulspiel AG sowie die Lehrermusik mit kleinen Auftritten für Auflockerung. Da zieht zum Beispiel Viertklässlerin Karolina als Friedrich II, Kaiser der Staufer, ein und Medine singt, verkleidet als Maler Cobi Reiser, über dessen Kunstwerke. Und sogar eine Schülerin, die mit roter Perücke und Brille Lehrerin Irmgard Schreiber-Buhl mimt, taucht auf. Sie hatte sich zusammen mit Schülern dafür eingesetzt, dass die Mosaike von Cobi Reiser erhalten bleiben. „Ich habe Ihnen bestimmt das ein oder andere graue Haar und schlaflose Nächte bereitet – Ihre Frau möge mir verzeihen“, sagt sie unter lautem Gelächter des Publikums zu Bürgermeister Sluyterman.

„Eine Schule muss inspirieren und ermutigen. Alle Schüler sollen wertgeschätzt und individuell gefördert werden.“ Das macht für Anneliese Willfahrt von der Regierung Oberbayern eine gute Schule aus – und sie ist sicher, dass in der Staufer Grundschule alle Voraussetzungen dafür gegeben sind.

Einweihung der Staufer Grundschule in Schongau: Das macht die Schule besonders

Die Schule ist nicht nur die größte der insgesamt 33 Grundschulen im Landkreis Weilheim-Schongau, sondern biete weitere Besonderheiten, erzählt Schulamtsdirektorin Ingrid Hartmann-Kugelmann. So gibt es eine Deutschklasse, zwei Sozialpädagoginnen, engagierte Eltern, eine Schülerzeitung, und es wird ein vielfältiges Miteinander gelebt.

Das Motto der Schule „Wir wachsen zusammen, zusammen wachsen wir“ könne nicht passender sein, findet darum auch Stadtpfarrer Norbert Marxer. Zusammen mit dem evangelischen Pfarrer Jost Herrmann überreicht er Schulleiterin Ulla Heitmeier ein Kreuz und segnet die Schule. Auch der Imam Erdogan Bulut aus Marktoberdorf ist bei der Segnung dabei.

Immer wieder bedanken sich die Redner bei Schulleiterin Heitmeier für deren Engagement. Sie geht zum Schuljahresende in den Ruhestand und freut sich auf mehr Zeit mit ihrem Mann und den Enkelkindern. Auch wenn sie die Schule bestimmt vermissen werde. Elf Jahre lang war sie Schulleiterin in Schongau.

Bei der Einweihungsfeier war ihre Nachfolgerin, Ute Meub, auch dabei. Sie ist von der neuen Schule und den Schülern begeistert: „Ich freue mich auf die Zukunft“, so Meub.

Tag der offenen Tür

Wer sich die Staufer Grundschule anschauen möchte, hat am heutigen Samstag, 6. Juli, Gelegenheit dazu. Zwischen 11 und 16 Uhr finden jeweils zur vollen Stunde Führungen statt. Treffpunkt ist in der Aula.

Hans-Helmut Herold/Elena Siegl

Außerdem interessant: In Schongau könnte bald das erste genehmigte Tiny-House im Landkreis stehen: Der Bauausschuss befürwortete einstimmig die Bauvoranfrage in der Aggensteinstraße.

Lesen Sie auch: Pendler zwischen Schongau und Weilheim sind genervt: Die Bahnstrecke ist gesperrt, der „Bus-Notverkehr“ läuft schleppend. Ein Fahrgast ist jetzt komplett ausgerastet. Er würgte den Fahrdienstleiter.

Und hier gibt es weitere Nachrichten aus Schongau und Umgebung.

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