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Haben den neuen Welf vorgestellt: Die Vorsitzende des Historischen Vereins Schongau, Heide Krauthauf, und die Autoren (v.l.) Franz Grundner, Harald Scharrer, Luitpold Braun, Manfred Merk und Helmut Schmidbauer. Alfred Gößmann fehlt auf dem Bild. 

Historischer Verein Schongau

Erstaunliche Entdeckungen in Schongau: 19. Jahrbuch „Welf“ erscheint

Mit knapp 400 Gramm ist das diesjährige Jahrbuch „Welf“ zwar ein Leichtgewicht, der Inhalt kann sich aber sehen lassen. Der Historische Verein Schongau hat den Band vorgestellt.

Schongau – „Wir sind wieder im Takt. Das war nicht immer so“, erzählte die Vorsitzende des Historischen Vereins Schongau, Heide Krauthauf. Der allererste Welf erschien 1993. Zwischen 1996 und 2011 erschien der „Welf“ nur alle zwei Jahre.

Seitdem dürfen sich die Freunde des historischen Vereins jedes Jahr auf ein Jahrbuch freuen. Auch wenn laut Krauthauf eigentlich ein Themenband geplant war und die jetzige Ausgabe aus verschiedenen Gründen in kurzer Zeit erstellt wurde, enthält sie sieben interessante Beiträge.

Jahrbuch „Welf“ berichtet Erstaunliches über Schongauer Ballenhaus

Mit Geschichtslegenden um das Schongauer Ballenhaus und Neuerwerbungen des Stadtmuseums beschäftigte sich Franz Grundner, seines Zeichens zweiter Vorsitzender des Vereins. In seinem Text zum Ballenhaus geht Grundner den in der Fachliteratur genannten Daten zum Bau des Ballenhauses nach. Aufgrund von Holzproben, die 2013 aus dem Dachwerk und 2015 aus der Ratsstube zum Zweck der Altersbestimmung entnommen und untersucht wurden, kann er über erstaunliche Entdeckungen berichten.

Unter den Neuerwerbungen des Stadtmuseums dürfte das mittelalterliche Gießgefäss zur Handwaschung des Priesters bei der Messe, das bei Sanierungsarbeiten des ehemaligen Gasthofs Schrimpf am Marienplatz gefunden wurde, die Spektakulärste sein.

Pröbstetafel aus der ehemaligen Stiftskirche wird im Schongauer Jahrbuch „Welf“ beschrieben

Manfred Merk, der sich bereits im 18. Welf mit einem Thema über das Augustiner-Chorherrenstift in Rottenbuch befasste, beschreibt in der aktuellen Ausgabe die Pröbstetafel, die in einem Wandschrein im Chor der ehemaligen Stiftskirche zu sehen ist. Die Tafel, auf der 42 Porträts der Pröbste bis zur Auflösung des Stifts nach einheitlichen Kriterien zusammengefasst sind, ist eine Rarität im süddeutschen Raum. Der Hauptteil seines Aufsatzes besteht in der Transkription der lateinischen Texte und der Übersetzung ins Deutsche. Im Anhang vergleicht er die Tafel mit der Liste der Pröbste, die Rottenbuch-Forscher Jakob Mois 1980 veröffentlichte.

Jahrbuch „Welf“ beschäftigt sich mit 100-jähriger Geschichte der öffentlichen Bibliotheken in Schongau

Der Beitrag von Harald Scharrer befasst sich mit der 100-jährigen Geschichte der öffentlichen Bibliotheken in Schongau und war in Auszügen bereits zum Jubiläum in den Schongauer Nachrichten zu lesen. Besonders interessant dürfte dabei der Einfluss des Nationalsozialismus auf das Schongauer Bibliothekswesen sein.

„Welf“ erzählt Geschichte einer jüdischen Familie aus Schongau

Ebenfalls mit einem Thema aus der Zeit des Nationalsozialismus wartet Altlandrat und Altbürgermeister Luitpold Braun auf. Er beschäftigt sich mit der einzigen jüdischen Familie in Schongau, nämlich Rosa und Moritz Kugler, die ein Textilgeschäft am Marienplatz betrieben und in Theresienstadt ermordet wurden, sowie ihrer beiden Söhne, die nach Frankreich flüchten konnten.

Naturdenkmäler im Schongauer Land werden im „Welf“ beschrieben

Alle Naturdenkmäler, darunter Irrblöcke, Toteiskessel und jahrhundertealte Bäume im Altlandkreis Schongau, beschreibt Alfred Gößmann. Damit neben all’ den interessanten Fakten auch der Unterhaltungswert nicht zu kurz kommt, enthält der druckfrische Welf auch die launige Rede, die Helmut Schmidbauer beim Festakt „Stadt Schongau 750 Jahre bei Bayern“ gehalten hat.

Erhältlich ist der Welf in der „Büchergalerie“ in Schongau und „Buch am Bach“ in Peiting zum Preis von 14 Euro.

VON URSULA FRÖHLICH

Lesen Sie auch: Die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz werden von immer mehr Schulen aufgegriffen. Jetzt wurden sieben Schulen aus dem Landkreis Weilheim-Schongau als „Umweltschulen“ ausgezeichnet. Zwei von ihnen tragen die Auszeichnung heuer zum ersten Mal.

Außerdem interessant: Zwei mal binnen 24 Stunden hat es auf der B17 zwischen Schongau und Hohenfurch gekracht.

Und hier gibt es weitere Nachrichten aus Schongau und Umgebung.

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