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Hans Geisenberger (links) und Hans Mummert diskutierten im Schulausschuss

Kreis- und Schulausschuss Weilheim-Schongau

Ersten Schritt zu „Talentklasse“ getan

Die Pfaffenwinkel-Realschule in Schongau soll eine „Talentklasse“ bekommen. Der Kreis- und Schulausschuss befürwortete den Antrag, aber nicht einstimmig.

Schongau – Eine „Talentklasse“ muss beim Bayerischen Kultusministerium beantragt werden und ist ein Schulversuch zur individuellen Förderung besonders leistungsfähiger Realschüler im Rahmen der Initiative „Realschule 21“. Die ausgewählten Schüler belegen dabei von der 7. bis zur 10. Jahrgangsstufe ein prüfungsrelevantes Zusatzfach im Bereich Sprachen, Wirtschaft, Kunst oder Naturwissenschaften. Dadurch eröffnen sich für die Absolventen bessere Chancen für den Übertritt auf die Fachoberschule oder die Einführungsklasse am Gymnasium.

Für Schulleiter Armin Eder ist die „Talentklasse“ eine ideale Ergänzung 

Schulleiter Armin Eder sieht die „Talentklasse“ als ideale Ergänzung zum Wahlfach „Gesundheit und Ernährung“, das sich an seiner Schule wachsender Beliebtheit erfreut und nun eine zweite Schulküche notwendig macht. Für Letztere hat laut Florian Steinbach, Leiter der Kommunalen Bauverwaltung, bereits eine Vorplanung inklusive Kostenberechnung stattgefunden. Kreiskämmerer Norbert Merk bezifferte die Kosten auf 250 000 bis 300 000 Euro. Eine staatliche Förderung sei für diese Erweiterung zwar zu erwarten, müsse jedoch entsprechend beantragt werden, ergänzte Merk. Einstimmig sprach sich der Kreis- und Schulausschuss für die Realisierung der zweiten Schulküche aus.

Diskussion: Hört sich „Talentklasse“ nicht zu sehr nach „Eliteklasse“ an?

Beim Thema „Talentklasse“ entbrannte schließlich doch noch eine kontroverse Diskussion – nicht etwa um Kosten oder Umbauten, die laut Schulleiter Eder ausgeschlossen werden könnten, sondern vielmehr um den Namen dieser neuen Fördereinrichtung.

„Talentklasse hört sich an wie Eliteklasse und grenzt damit die anderen Schüler aus“, gab Hans Mummert (SPD) zu bedenken. „Wir reden immer von Inklusion und dann machen wir eine Talentklasse. Dem kann ich nicht zustimmen“, so Mummert weiter. Ins gleiche Horn stieß Hans Geisenberger (Unabhängige): „Eine Talentklasse erhöht den Druck auf die Schüler und ist aus psychologischer Sicht nicht zielführend.“

Schwächere Schüler haben keine Nachteile

Eder erwiderte, dass schwächere Schüler dadurch keine Nachteile hätten. Es ginge vielmehr darum, den leistungsbereiteren Schülern bessere schulische und berufliche Chancen zu bieten. Unterstützung erhielt Eder von Richard Kreuzer, Klaus Gast (beide CSU) und Karl-Heinz Grehl (Bündnis 90/Die Grünen), die die Initiative als sinnvollen weiteren Weg zur Förderung begrüßten. Auch Michael Asam (SPD) kann durch die Einführung einer „Talentklasse“ keine Diskriminierung von schwächeren Schülern erkennen, wobei er eine Bezeichnung wie „Eliteklasse“ ebenfalls „problematisch“ fände.

Unverständnis für die Kritik an der Einführung einer „Talentklasse“ äußerten auch Robert Stöhr (CSU) und Brigitte Loth (BfL). Man dürfe auf die Schwächeren keine Rücksicht nehmen, wenn es um die Förderung von Talenten gehe, argumentierte Stöhr, der selbst Lehrer ist. „An den Hauptschulen gibt es seit vielen Jahren den M-Zug. Daran hat sich bisher niemand gestört“, ergänzte Loth.

Nachdem die Einführung einer „Talentklasse“ für den Landkreis kostenneutral sei, wie Eder bestätigte, stimmte auch Manuela Vanni (Unabhängige) zu. Für den zusätzlichen Personalbedarf wäre im Genehmigungsfall der Freistaat Bayern zuständig, so Eder.

Gegen die Stimmen von Mummert und Geisenberger erhielt die Pfaffenwinkel-Realschule die Erlaubnis, einen Antrag auf Einführung einer „Talentklasse“ beim Kultusministerium zu stellen.

Thomas Karsch


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