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Die Cobi-Reiser-Mosaike haben einen besonderen Platz erhalten, finden Rektorin Ursula Heitmeier, Jochen Handke (links) und Franz Balda vom gleichnamigen Architekturbüro sowie Bürgermeister Falk Sluyterman (rechts).

Erster Blick in die neue Staufer Grundschule

Tafelkreide hat ausgedient

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Schüler und Lehrer haben den Neubau der Staufer Grundschule bereits in Beschlag genommen, nun hatte die Stadt zu einem Rundgang eingeladen.

Schongau„Is des ned schee woan?“ Die Begeisterung von Architekt Franz Balda über die fertig eingesetzten Cobi-Reiser-Mosaikbilder im Neubau der Staufer Grundschule ist unüberhörbar. Viel habe man gelernt im Rahmen der Bilder-Rettung. „Und zusammen sehen sie super aus“, so Balda. Das fand auch Stadtbaumeister Sebastian Dietrich: „Die Verbindung zur Vergangenheit ist hergestellt.“ Bei den Mosaikbildern startete diese Woche auch der Rundgang durch die neuen Räume der Staufer-Grundschule Schongau, der Schulstart erfolgte bereits nach den Osterferien. Auch für Bürgermeister Falk Sluyterman war es der erste Besuch nach dem Umzug.

Zeitverzug wegen Insolvenz der Fassadenfirma

Etwas in Zeitverzug ist man aufgrund der Insolvenz der Fassadenfirma, man habe viel Zeit verloren, bedauert Balda. Dafür entschädigt ihn vielleicht das große Lob von Schulleiterin Ursula Heitmeier: „Es ist eine ganz tolle  Atmosphäre, das ist gleich ein ganz anderes Arbeiten.“ Was insgesamt auffällt: Im gesamten neuen Bereich, der aus vier würfelförmigen Elementen besteht, wurde sehr reduziert gearbeitet. Holz und Beton wechseln sich ab, die Räume wirken hell und licht, allerdings auch weniger bunt, wie man es sich für eine Grundschule vorstellen mag. Man habe so wenig Ablenkung für die Schüler wie möglich schaffen wollen, so Balda, wofür er seitens der Hortleitung Manuela Tausch dann ebenfalls ein dickes Lob erhält: „Wir sagen dazu ,reizfrei’, es gefällt uns sehr gut.“ Für Schülerarbeiten soll es noch ein Befestigungssystem geben. „Von mir aus auch direkt an die Wand, das hat auch was“, so Balda. Und wer kurz mal in Farbe baden möchte, kann die Toiletten besuchen – diese sind komplett in Blau gehalten.

Das Konzept, alle Flächen zu nutzen, besticht

Was besticht, ist das Konzept, wirklich alle Flächen für den Unterricht nutzen zu können, einen leeren Schulgang gibt es an dieser Schule nicht mehr. Die Klassenzimmer gehen von einem Gemeinschaftsraum ab. Die Ausstattung ist überall funktional. Auch Kreidetafeln gehören in einer modernen Schule natürlich der Vergangenheit an. Eine Lehrerin demonstriert das computergestützte Board mit seinen Funktionen – „die Kinder finden vor allem den Radiergummi toll“, verrät sie.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings, wie sich gegen Ende der Führung zeigte: Die Turnhalle ist noch nicht nutzbar. Durch ein kleines Loch in einer Leitung der Fußbodenheizung sickerten über Tage rund 400 Liter Wasser unbemerkt in die Schüttung, der Wasserschaden wurde erst kurz vor Schulbeginn entdeckt. Das Material werde nun komplett ausgetauscht, so Johannes Niggl, der mit seinem Team für die Objektüberwachung des Baus zuständig ist. In zwei bis drei Wochen soll die Halle komplett funktionsfähig sein. Was sich an der Turnhalle nochmals zeigt: Auch dort wurde mit einem raumhohen Ballfangnetz gearbeitet statt fester Mauern. Das gleiche soll noch ein Stockwerk über der Turnhalle, wo der Kinderhort bereits seinen Betrieb aufgenommen hat, bei der Freifläche installiert werden. „So bekommen wir eine maximale Transparenz“, so Jochen Handke vom Architekturbüro Balda.

Es war nicht die letzte Baustelle an der Grundschule

Die letzte Baustelle wird es für die Grundschule aber noch nicht gewesen sein, denn eine Klassenstufe bleibt auch weiterhin im alten „y-Bau“ untergebracht. Aber zehn, eher fünfzehn Jahre könnten schon noch vergehen, bis dieses Projekt angegangen werde, schätzt Stadtbaumeister Sebastian Dietrich. Jetzt stehen erst mal Planung und Neubau der Mittelschule an. Wenn es soweit ist, ist die Erweiterung aber dank der Ausführung mit den würfelförmigen Baukörpern ein Kinderspiel: Weitere Module können dann das Schulzentrum vervollständigen.


Info:

Sämtliche Restarbeiten im Außenbereich und an den Fassaden sollen so zügig wie möglich beendet werden. Am Freitag, 5. Juli, soll vormittags die offizielle Einweihung erfolgen, nachmittags wird beim Schulfest weitergefeiert. Ein Tag der offenen Türe für die gesamte Bevölkerung ist dann für Samstag, 6. Juli, geplant.

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