+
Der Zustand der Baumkronen wird beim Gesundheitscheck in regelmäßigen Abständen untersucht – allerdings nicht mehr so häufig wie früher.

Gesundheitszustand wird nicht mehr überprüft

Schongau fällt durchs Waldraster

Auch in diesem Jahr hat die Bayerische Forstverwaltung wieder den Gesundheitszustand der bayerischen Wälder überprüft. Dazu waren speziell geschulte Förster landesweit unterwegs – allerdings nicht im Schongauer Land, das für die Zustandserhebung des Waldes offenbar keine Rolle mehr spielt.

Schongau – Warum ist Schongau aus dem Raster gefallen? „Bis 2011 sind Bayerns Wälder in einem Raster von acht mal acht Kilometer untersucht worden“, berichtet Alexandra Wauer von der Landesanstalt für Wald und Forsten (LWF) in Freising. Sie koordiniert den bayernweiten Gesundheitscheck. In den Jahren 2012/13 sei das Raster geändert worden – auf 16 mal 16 Kilometer, und somit flogen Inventurpunkte wie zum Beispiel im Bereich Schongaus heraus.

Ein Jahr später machte das Forstministerium wieder einen Rückzieher. Es ging zurück zum kleineren Raster (acht mal acht Kilometer) – allerdings nur in Bereichen wie z.B. in den fränkischen Trockengebieten und direkt im Alpenraum. Weiter südlich von Schongau, z.B. im Bereich von Bad Kohlgrub und Saulgrub, gibt es noch diese Gesundheitschecks, wobei das Landesamt für die Untersuchungen dort auch Mitarbeiter vom Forstamt in Schongau einsetzt, wie Forstdirektor Martin Kainz bestätigen kann.

Ausgerüstet mit Fernglas, Computer und speziellen Messgeräten kontrollieren die Forstleute in ganz Bayern an mehr als 250 Inventurpunkten Laub und Nadeln von rund 11 000 Waldbäumen. Zusätzlich werden Schäden durch Pilz- oder Insektenbefall sowie Sturm, Hagel und Trockenheit erfasst.

Die Aufnahmepunkte sind nach Auskunft von Alexandra Wauer auf einem systematischen Raster gleichmäßig über Bayern verteilt. „Damit lassen sich über den Zustand der häufigsten bayerischen Baumarten statistisch abgesicherte Aussagen treffen“, so die Mitteilung des Forstministerium. Im Anschluss an die Aufnahmen wertet die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in Freising die erhobenen Daten aus. Die Ergebnisse sind jetzt dem Landtag vorgestellt und auch im Internet veröffentlicht worden.

Die jährliche Kronenzustandserhebung ist Bestandteil des langfristigen forstlichen Umweltmonitorings in Bayern und wird von der Forstverwaltung seit über 30 Jahren durchgeführt. Laut Forstminister Helmut Brunner liefern die Erkenntnisse aus den Aufnahmen wichtige Hinweise zur Waldbewirtschaftung etwa zum Anbaurisiko bestimmter Baumarten in Zeiten des Klimawandels oder zur Verbreitung von Schädlingen.

„Wenn das Schongauer Land bei der Zustandserhebung des Waldes nicht mehr berücksichtigt wird, dann ist das positiv zu sehen, denn es liegen bei uns offenbar keine Brennpunkte vor“, sagt Förster Jürgen von der Goltz, der für die Waldbesitzervereinigung Schongau tätig ist.

Und wie sieht es mit einem Gesundheitscheck in den städtischen Wäldern von Schongau aus? „Das kann die Stadt nicht selber machen“, erklärt Rathaussprecherin Yvonne Voigt, denn dazu seien spezielle Laboruntersuchungen notwendig. „Wenn wir was Genaueres wissen wollen, müssen wir Proben nehmen und einschicken“, deutet die Stadtsprecherin auf Anfrage der Zeitung an.

Michael Gretschmann

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Schongauer stehen Pate für Frühlingshauch
Die Schongauer Steuerberatungsgesellschaft Hampel + Marka hat das große Los gezogen: Mitten im Winter bringt sie für kurze Zeit den Frühling nach Deutschland. Die …
Schongauer stehen Pate für Frühlingshauch
Sie kollabierte im Auto an der Lechtalbrücke und sucht Lebensretter mit Münchner Kennzeichen
Andrea Fischer hatte Angst um ihr Leben. Es ging ihr schlagartig schlecht, als sie im Auto nach Schongau fuhr. Sie kollabierte. Mit letzter Kraft signalisierte sie einem …
Sie kollabierte im Auto an der Lechtalbrücke und sucht Lebensretter mit Münchner Kennzeichen
Unfall am UPM-Bahnübergang: Warum krachte Lkw in Regionalbahn?
Großeinsatz am Bahnübergang bei UPM in Schongau: Am Morgen ist dort ein Lastwagen mit einem Zug kollidiert. Mehrere Fahrgäste wurden verletzt. Die Bahnstrecke war …
Unfall am UPM-Bahnübergang: Warum krachte Lkw in Regionalbahn?
Medizinstudium: Rumänien statt Warten
Das bisherige Auswahlverfahren zum Medizinstudium ist teilweise verfassungswidrig. Zu diesem Schluss kam das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe Mitte Dezember. …
Medizinstudium: Rumänien statt Warten

Kommentare