Ein Inthro-Ball mit nur 150 Besuchern und Mundschutz kann sich niemand vorstellen – im Bild der Hohenfurcher Inthroball 2019 
+
Ein Inthro-Ball mit nur 150 Besuchern und Mundschutz kann sich niemand vorstellen – im Bild der Hohenfurcher Inthroball 2019 

Faschingshochburgen im Landkreis Weilheim-Schongau

Faschingssaison 2021 steht auf der Kippe

  • Barbara Schlotterer-Fuchs
    vonBarbara Schlotterer-Fuchs
    schließen

Mitten im Sommer denkt kaum jemand an den Fasching. Doch in den Hochburgen Schongau, Hohenfurch und Schwabsoien ist das anders: Dort wird überlegt, die kommende Saison ausfallen zu lassen.

Schongau/Hohenfurch/Schwabsoien Ihrer vollen Verantwortung bewusst, haben sich jetzt die Präsidenten der Faschingsgesellschaft Schongau, des Faschingsclubs Hohenfurch und des Faschingsclubs Schwabsoien zu einem Krisen-Gespräch getroffen. Während andere Vereine, Schwangau oder Mindelheim beispielsweise, den Fasching 2021 bereits offiziell begraben haben, behalten sich die drei Präsidenten aus dem Schongauer Land eine endgültige Entscheidung vor.

Bis spätestens Anfang Oktober wolle man die Angelegenheit noch aussitzen, spricht Schongaus Präsident Andreas Mock auch für seine zwei Kollegen. Ganz entscheidend sein wird dann unter anderem, welche Einschränkungen es voraussichtlich geben wird. Vor allem in Sachen Großveranstaltungen. „Ein Umzug kann vielleicht noch gehen. Eine Maske unter der Verkleidung, das kann man sich vielleicht noch ausmalen“, so Mock. Aber ein Inthroball mit Maske und traurigen 150 Leuten in der Riesen-Halle? Wohl kaum.

Fasching trotz Corona? Nicht auf Biegen und Brechen

Und überhaupt: „Wie viele Bälle würde es dann überhaupt geben?“, hinterfragt Mock. Ein Fasching ohne Bälle, nur mit Umzug also? Irgendwie ist das kein Fasching. Eine wichtige Entscheidungshilfe also wird die Handhabung der Großveranstaltungen sein. „Wenn die bis Ende des Jahres verboten werden, werden wir am 8. Januar wohl kaum einen Ball feiern.“ Zumindest Umzüge wären toll. Jedenfalls hätte man ausreichend Themen zu Persiflieren.

„Dass wir mit den Einschränkungen leben müssen: Das steht fest“, spricht Mock vielen aus der Seele. Allerdings: Wie viel Einschränkungen kann man im Fasching hinnehmen, „so dass das Feiern noch Spaß macht?“ Sprich: Kein Fasching 2021 also auf Biegen und Brechen.

Fasching trotz Corona? Kein neues Prinzenpaar in petto

Ja, und auch das mit dem Prinzenpaar ist so eine Sache. „Wir haben in Hohenfurch jedenfalls keins in petto“, so Präsident Johannes Linder. Auf keinen Fall will er es einem möglichen Prinzenpaar 2021 zumuten, viel Geld zu investieren, „die studieren alles ein – und dann findet letztlich nichts statt“.

Turnusgemäß wären die Hohenfurcher im kommenden Jahr wieder mit dem Nachtfasching am Start. Einen Party-Zeltbetrieb mit lustiger Stimmung, dicht an dicht gedrängt: Das kann sich Linder indes kaum vorstellen.

Auch die Sache mit dem Inthroball sieht er ebenso wie sein Kollege Mock äußerst skeptisch. Selbst wenn der nur von 150 Leuten statt 400 besucht werden könnte (was wirtschaftlich ein großes Minus für den Club bedeuten würde). „Wer entscheidet dann, wer hin darf und wer nicht? Wir haben ja eh immer viel zu wenig Karten.“

Kein Inthroball, kein neues Prinzenpaar. Die aktuellen Prinzenpaare in Schongau und Hohenfurch dürften dann offiziell ein weiteres Jahr das Zepter schwingen. Bewegung in die Sache gekommen ist inzwischen in Sachen Garde-Training. Die Garden aller drei Vereine haben ihr Training wieder aufgenommen. Kontaktlos. Ohne Choregraphie. Im gebührenden Sicherheitsabstand, versteht sich.

Fasching trotz Corona? Schongau, Hohenfurch und Schwabsoien wollen gemeinsame Linie finden

Am wenigsten im Stress sind, was die Entscheidung von Tragweite anbelangt, die Schwabsoier. Stephan Jahl ist der Präsident des Faschingsclubs. „Wir brauchen nicht viel planen.“ Ein Prinzenpaar gibt es nicht. Die Party im Zelt wäre theoretisch schnell organisiert. „Wir warten bis Dezember: Gibt es Lockerungen – Ja oder Nein.“ Bloß noch feiern mit Mundschutz: Das, so steht es für Jahl fest, „ist jedenfalls auch keine Lösung“. Weiter betont er: „Wir fahren eine Linie. Entweder alle drei Clubs feiern Fasching oder keiner.“

Vor allem in einer Sache sind sich die drei Präsidenten absolut einig: Was die Inthronisationsbälle anbelangt oder etwa ein Partyzelt wie beim Umzug in Schwabsoien oder beim Hohenfurcher Nachtfasching – das alles mit vielen hundert Menschen auf einem Haufen wird es 2021 auf keinen Fall geben. Schließlich will keiner der Präsidenten, dass der eigene Wohnort zu einem zweiten Heinsberg wird. „Wer trägt dann die Verantwortung?“, erklären Mock, Linder und Jahl unabhängig voneinander. Linder: „Der Sicherheitsaspekt für Besucher, Garden, Elferrat und Prinzenpaar wird unsere Entscheidung massiv beeinflussen.“

Fasching trotz Corona? Schongauer Gardemädels trainieren wieder

Ob 2021 Fasching gefeiert wird, ist noch unklar. Die Prinzengarde Schongau trainiert dennoch. 

Auch wenn noch nicht klar ist, ob der Fasching im nächsten Jahr in gewohnter Manier stattfinden kann, trainiert die neu formierte Schongauer Prinzengarde ab sofort wöchentlich mit Feuereifer die neuen Tanzschritte. „Wir haben acht neue Mädels dabei, teilweise aus der ehemaligen Minigarde, und alle sind hoch motiviert“, freut sich Trainerin Anne Löw über den großen Zuspruch der 17 bis 23-Jährigen. Denn alle haben ihr versichert, dass sie auf jeden Fall dabeibleiben werden – egal ob der Fasching nächstes oder übernächstes Jahr kommt.

bas/cho

Lesen Sie auch: Jetzt ist es amtlich: Die offizielle Einladung zum Treffen „Zweites Bürgerbegehren V-Baumarkt“ in Peiting ist raus.

Außerdem interessant: „Auswählen, anmelden, mitmachen. Für jeden ist etwas dabei!“ Auch das gemeinsame Ferienprogramm der Stadt Schongau und der Gemeinden Altenstadt und Hohenfurch liegt druckfrisch vor. „Trotz Corona ist es gelungen, ein tolles Programm zusammenzustellen“, freute sich Bürgermeister Falk Sluyterman.

Und hier gibt es weitere Nachrichten aus Schongau und Umgebung

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Heißer Baustellensommer hat begonnen: Wo Autofahrer rund um Peiting mit Umleitungen rechnen müssen
Püntklich zu den Sommerferien legen im Schongauer Land die Straßenbaufirmen mit ihrer Arbeit los. Betroffen sind diesmal auch zwei wichtige Bundesstraßen.
Heißer Baustellensommer hat begonnen: Wo Autofahrer rund um Peiting mit Umleitungen rechnen müssen
Altenstadts Rathauschef Andreas Kögl nach 100 Tagen im Amt: „Der schönste Beruf der Welt“
100 Tage ist Altenstadts neuer Bürgermeister Andreas Kögl mittlerweile im Amt. Im Interview blickt er auf die ersten Monate an seiner neuen Wirkungsstätte zurück.
Altenstadts Rathauschef Andreas Kögl nach 100 Tagen im Amt: „Der schönste Beruf der Welt“
Schwabbruck und Schwabsoien teilen sich künftig einen Bauhof
Die Gemeinden Schwabbruck und Schwabsoien werden sich in Zukunft einen Bauhof teilen. Die beiden Bürgermeister Manfred Schmid und Norbert Essich haben den Mietvertrag …
Schwabbruck und Schwabsoien teilen sich künftig einen Bauhof
„Kampf der Realitystars“: Der Pavillon der RTL2-Stars ist ein bayerisches Unikat
Derzeit zoffen sich Promis beim „Kampf der Realitystars“ auf RTL 2 im fernen Thailand. Für die luxuriöse Unterbringung war ein Mann aus Unterhausen zuständig.
„Kampf der Realitystars“: Der Pavillon der RTL2-Stars ist ein bayerisches Unikat

Kommentare