Erster Biergartenbesuch im Schongauer Lechwirt

Im Schongauer Land

Fast normale erste Biergartentage

Die Biergärten sind seit einer Woche wieder geöffnet. Die Wirte zeigen sich verhalten optimistisch, und die Gäste machen die Auflagen, auch wenn sie manchen nerven, geduldig mit. Wichtig ist es, wieder ein Stück in die Normalität zurückzukehren.

Schongau„Am ersten Tag war ich ziemlich nervös“, gibt Dejan Bondokic freimütig zu. Seit vergangenem Montag ist der Biergarten am Lechwirt Schongau wieder geöffnet, und er war überrascht, wie viele Gäste das Angebot in der ersten Woche wahrnahmen. „Alle sind sehr entspannt“, meint Dejan Bondokic, der an Feiertagen und am Wochenende von 11.30 bis 20 Uhr und werktags von 11.30 bis 14.30 Uhr geöffnet hat – ohne Ruhetag. Zu den Stammgästen zählen sich Zobi und Dietmar Mrusek, die mit Tochter Nicole ein Feierabendbier genießen. „Gut, dass man wieder draußen sitzen darf. Die Auflagen sind erträglich“, findet Dietmar Mrusek. Seine Tochter Nicole wohnt seit 1997 in Florenz und wurde während eines Geburtstagsbesuchs in Schongau vom Lockdown überrascht. Sie durfte nicht mehr zurück und behilft sich derzeit mit Homeoffice über die Grenzen hinweg. „Eigentlich bin ich ganz froh, in Deutschland zu sein. In Italien sind die Auflagen wesentlich strenger“, weiß sie.

Die Gäste auf der  Gsteig genießen die Aussicht

„Auf der Gsteig“ ist die Terrasse am Mittwochabend gut zur Hälfte besetzt. Die Gäste genießen einen traumhaften Ausblick auf die Berge, auch wenn ein Besucher die Auflagen ziemlich „umständlich und nervig“ findet. „Wir machen das mit, denn wir haben das Zusammensein schon sehr vermisst“, spricht er für die Runde. Wirtin Manuela Kurpjuwait hofft, dass bald wieder Normalität einkehrt. Für das Personal ist Bedienen mit Mundschutz, besonders bei warmem Wetter schwierig. Dafür gibt es Extra-Pausen, um auch einmal richtig durchschnaufen zu können. In puncto Hygiene musste hier nicht viel geändert werden. In der Küche herrschten schon immer strenge Standards. Das Restaurant ist derzeit von 11.30 bis 20 Uhr geöffnet und Manuela Kurpjuwait bittet um Voranmeldung per Telefon oder E-Mail. Ruhetage gab es noch nie Auf der Gsteig. „Die haben wir in den letzten Wochen alle auf einmal gekriegt“, lacht Manuela Kurpjuwait und freut sich schon auf Montag, wenn die Innengastronomie wieder zugelassen ist. Auch wenn rund die Hälfte der Sitzplätze drinnen und draußen den Auflagen zum Opfer fallen. „Wir freuen uns, wenn die Gäste wieder kommen.“

Das kleine Lokal „Goldener Apfel“ tut sich nicht leicht

Problematischer schaut es beim „Goldenen Apfel“ in Apfeldorf aus. Das kleine, gemütliche Gasthaus bietet laut Wirt Julian Resch nicht die räumlichen Möglichkeiten, um ein vernünftiges Hygienekonzept durchzuführen. Seit Mittwoch ist der Ausweich-Biergarten am Dorfladen Resch in Kinsau geöffnet. „Wetterbedingt hatten wir am ersten Tag kaum Gäste“, so Julian Resch. Am Vatertag läuft das Geschäft wesentlich besser. Genauso, wie das „to go“-Geschäft mit Tageskarte am Kiosk. Resch wird den Biergarten nur am Wochenende von 17 bis 20 Uhr und mittags öffnen. „Am Dorf bringen uns Öffnungszeiten zwischen 18 und 20 Uhr unter der Woche nichts“, begründet er seinen Entschluss. Und auch der „Goldene Apfel“ wird erst einmal nicht geöffnet, da nur etwa zehn Gäste bewirtet werden können, was unrentabel ist.

Auf dem Auerberg setzt man auf Selbstbedienung  

Auf Selbstbedienung setzt Wirtin Eike Weissinger im Panorama-Gasthof auf dem Auerberg, und die Gäste stellen sich brav an. Tische mussten draußen nicht reduziert werden, da einfach mehr von dem großen Gelände rund um den Gasthof genutzt wird. Und auch drinnen kann ab Montag auf den Saal ausgewichen werden. „Alles steht und fällt mit dem Wetter“, so Eike Weissinger, die von 10 bis 18 Uhr geöffnet hat. Aber sie sagt auch: „Man muss optimistisch in die Zukunft blicken. Wenn ich nur schwarzsehe, bin ich als Selbstständige verkehrt!“ und hofft, dass die Gäste durch die Zwangspause auch gelernt haben, die Gastronomie zu schätzen.

Bei Markus Keppeler in Peiting ist das so. Genauso wie beim Gasthof Lamprecht. Auch wenn Gast Waltraud Nienhofer findet: „Komisch ist das mit dem Mundschutz. Irgendwie ungemütlich!“ Cordula Huber, die sich im Lamprecht ein Weißwurst-Frühstück schmecken lässt, findet die Regeln „einen Witz“. „Ich bin selbst Risikopatient und leide durch den Mundschutz an Atemnot“, erzählt sie. Abstand zu halten, fände sie im Freien ausreichend. Wirtin Karin Hedderich im Gasthof Lamprecht, freut sich, endlich wieder aufsperren zu können. „Im Großen und Ganzen passt es. Wir haben einige Reservierungen. Aber man wird abwarten müssen, wie es läuft.“

Ursula Fröhlich

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