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Ein Blick auf „seine Kirche“ Verklärung Christi von der Drehleiter aus, kurz vor Pfarrer Karl Rottachs Abschied aus Schongau im Juli 2014. 

Festgottesdienst wird am Sonntag live gestreamt

Schongaus früherer Stadtpfarrer Karl Rottach feiert 50-jähriges Priesterjubiläum

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Schongaus ehemaliger Stadtpfarrer Karl Rottach kann in Kürze sein 50-jähriges Priesterjubiläum feiern. Eigentlich wollten auch die Schongauer, die sich gerne an den zurückhaltenden Geistlichen erinnern, mitfeiern. Wegen Corona sieht dies nun aber etwas anders aus: Nur eine kleine Abordnung fährt zum Festgottesdienst am Sonntag, 12. Juli, nach Kaufbeuren. Dafür wird dieser live übertragen.

Schongau„Pfarrer Rottach hat Spuren hinterlassen.“ So fasst es Kurt Büchler, der Schongauer Pfarrgemeinderatsvorsitzende, kurz und knapp zusammen. In seiner Aufgabe als Seelsorger hat er den ehemaligen Stadtpfarrer, der mehr als 20 Jahre in Schongau in Verklärung Christi wirkte, kennengelernt und erinnert sich sehr gerne an diese Zeit zurück.

 „Es ist die längste Zeit, die ein Pfarrer bisher am Stück in Verklärung Christi war“, so Büchler. Vom Frühjahr 1994 bis Herbst 2014 war der Kaufbeurer in Schongau, offiziell verabschiedet worden war Karl Rottach am 1. September 2014. 

Ruhig und aufgeschlossen

Er kehrte als Ruhestandspfarrer in seine alte Heimat zurück und hat neue Aufgaben bei den Franziskanerinnen des Crescentiaklosters in Kaufbeuren übernommen. Auch Pfarrhausfrau Ilse Berkmann ist ihm nach Kaufbeuren gefolgt.

„Als sehr ruhig und aufgeschlossen für die Menschen“, ist Büchler der ehemalige Stadtpfarrer in Erinnerung. „Ein sehr aufgeschlossener Mensch und richtiger Seelsorger.“ Rottach habe sich immer gut in die Menschen hineinversetzen können und sei auch sehr praktisch veranlagt. „Er hat etwas verstanden vom Bau, hat die Renovierung von Verklärung Christi gut begleitet und war da voll motiviert.“

Das ist Thomas Geiger, Kirchenpfleger in Verklärung Himmelfahrt, genauso in Erinnerung. „Pfarrer Rottach ist ein Macher und ein leidenschaftlicher Hobbyarchitekt.“ Wenn es in Schongau-West rund um die Kirche etwas gab, was baulich verändert werden musste, habe ihm dies nicht nur Kopfzerbrechen bereitet, sondern er sei auch selbst voll dabei gewesen. 

Geschenk schon verpackt

„Der Ruhestand sei ihm vergönnt, aber Pfarrer Rottach fehlt unglaublich in Schongau“, ergänzt Geiger. Durch sein langes Wirken habe er ein gewisses Vertrauen aufbauen können, auch regelmäßige Zusammenkünfte seien ihm wichtig gewesen. Im 6-Wochen-Rhythmus habe man sich etwa zum Austausch getroffen.

 „Da hat er alle Themen angesprochen, die ihm wichtig waren“, so Geiger. Dabei habe der Geistliche besonderen Wert darauf gelegt, die kirchlichen Gremien hinter sich zu wissen. Das ein oder andere Treffen habe sich schon etwas hingezogen, erinnert sich Geiger schmunzelnd. „Die Sitzungen dauerten schon mal bis Mitternacht, aber es waren immer konstruktive Diskussionen für Verklärung Christi.“ Dass es keine Abendtermine mehr gibt, findet Pfarrer Rottach hingegen heute wunderbar. 

Büchler und Geiger haben zum 50-jährigen Priesterjubiläum etwas gemeinsam verfasst und schon ein Geschenk verpackt. An dem Gottesdienst in Kaufbeuren können wegen Corona allerdings nur ganz wenige Schongauer teilnehmen. In der Hoffnung, einen Platz zu bekommen, möchte sich Gisela Brandstetter ins Auto setzen.

Persönliche Verbundenheit bleibt

 „Da bleibt eine persönliche Verbundenheit, wenn man so lange zusammengearbeitet hat“, ist Brandstetter überzeugt. Zwölf Jahre war sie in der Zeit von Pfarrer Rottach Pfarrgemeinderatsvorsitzende in Verklärung Christi. „Es war eine sehr harmonische und konstruktive Zusammenarbeit, ich habe ihn immer als sehr aufgeschlossen und gesprächsbereit empfunden“, so Brandstetter. 

Geschätzt habe sie ihn als hervorragenden Prediger und als humorvollen Menschen, der selbst auch zu gerne bei Pfarreifahrten mit dabei war. Pfarrer Rottach habe sowohl den guten Draht zu den Ministranten gesucht, als auch ein Herz für die Senioren gehabt. „Pfarrer Rottach hat in Schongau viel bewegt.“

Nur wenige fahren nach Kaufbeuren

Viele persönliche Verbindungen zu Pfarrer Rottach hat auch Gerhard Kleinhenz, der fast seine ganze Zeit als Kirchenpfleger (von 1995 bis 2012) mit Pfarrer Rottach zusammengearbeitet hat. „Es war stets ein angenehmes Miteinander, man hat immer gut mit ihm auskommen können, denn er war sehr umgänglich“, fasst es der ehemalige Kirchenpfleger zusammen. „Der Ton macht einfach die Musik“, so Kleinhenz, und die hat bei Pfarrer Rottach immer harmoniert.

Info: Der festliche Gottesdienst in St. Martin in Kaufbeuren am Sonntag, 12. Juli, kann wegen der Corona-Abstandsregelung nur in ganz kleinem Rahmen stattfinden. Er kann aber live gestreamt werden unter www.kaufbeuren-katholisch.de (ab 10 Uhr). Auch zu einem späteren Zeitpunkt ist die Feier noch abrufbar.

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