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Einen gebackenen Schlüssel überreichte Architekt Manfred Ullmann (r.) Gustav Klein-Firmenchef Günther Stensitzki (l.) bei der feierlichen Einweihung des neuen Fertigungsstandorts in Schongau. foto:

Firma Gustav Klein Elektro-Geräte-Bau

Neue Produktionsstätte für 3,5 Millionen Euro: Global Player hält Schongau die Treue

  • Jörg von Rohland
    VonJörg von Rohland
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Die dem Erfolg geschuldete Enge in der weltweit operierenden Schongauer Firma Gustav Klein Elektro-Geräte-Bau hat endlich ein Ende. Die Mitarbeiter durften den neuen Fertigungsstandort an der Greifenstraße schon zu Jahresbeginn beziehen, jetzt wurde der Neubau auch offiziell eingeweiht.

Schongau – Er ist zwar ein knappes Jahr später fertig und mit 3,5 Millionen Euro rund 500 000 Euro teurer geworden als gedacht – der Freude über den neuen Produktionsstandort der Firma Gustav Klein tat das aber keinen Abbruch. Am Donnerstag gaben die Schongauer Pfarrer Norbert Marxer (katholisch) und Jost Herrmann (evangelisch) dem Gebäude an der Greifenstraße den kirchlichen Segen. Die Halle hat eine Nutzfläche von 2400 Quadratmeter und bietet 14 000 Kubikmeter Raum. Untergebracht sind Produktions- und Sozialräume, die Leiterplattenbestückung und die Lehrwerkstatt.

Gut möglich, dass die beiden Geistlichen bald zur nächsten Einweihung kommen: Das Gebäude kann aufgestockt werden. Die Firma soll weiter in Schongau wachsen, wo sie seit ihrer Gründung 1948 den Hauptsitz hat. Einen weiteren Standort gibt es in Inzing in Tirol.

Firmenchef Günther Stensitzki, der Gustav Klein vor 13 Jahren gekauft hatte, spielt mit im Konzert der ganz Großen. Umsatz und Gewinn werden zwar nicht verraten, wohl aber die Partner. Die Autokonzerne Audi, BMW und Daimler gehören dazu, auch die Deutsche Bahn und Bosch. In der Chemie-Branche sind es unter anderen BASF und Wacker Chemie. Und auch Roche in Penzberg ist ein Partner. Rund 250 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen derzeit in Deutschland und Österreich, 175 davon in Schongau.

Seit zehn Jahren geht es mit dem Geschäft nur bergauf

„Ich habe vor zehn Jahren hier angefangen, seitdem geht es nur bergauf“, berichtet der bei Gustav Klein im Engineering tätige stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Stefan Lindner. Grund ist ihm zufolge der Boom der erneuerbaren Energien. „Wir sind die Nahtstelle zwischen den einzelnen Komponenten“, sagt der Ingenieur mit Blick auf die in Schongau und Inzing hergestellten Geräte, die den erzeugten Strom von Windrädern und Fotovoltaikanlagen regeln und speichern.

Gustav Klein wagt auch Vorstoß in die Elektromobilität

Mit seinem neu entwickelten „Infeed Test System“ hat der Mittelständler auch den Vorstoß in die Elektromobilität gewagt. Automobilhersteller weltweit nutzen nach Firmenangaben das System zum Testen neuer Batterie- und Antriebstechnologien. Auch bei der Prüfung von Brennstoffzellen oder der Simulation von Solaranlagen kommt die Innovation aus dem Hause Gustav Klein zum Einsatz. „Der Markt für Elektromobilität und Speichertechnik wird in den nächsten Jahren definitiv stark wachsen“, sagte Firmenchef Stensitzki schon vor einem Jahr. „Deshalb bauen wir genau für diese Produkte nun eine neue Fertigungsstätte in Schongau“, so der Geschäftsführer damals.

Nur einheimische Firmen aus der Region waren am Bau beteiligt

Zusammen mit den am Bau beteiligten Architekten und Ingenieuren, der Hausbank (Sparkasse) sowie Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman feierte der Firmenchef nun die Fertigstellung. Architekt Manfred Ullmann berichtet, dass am Bau nur einheimische Firmen aus der Region beteiligt waren und bedankte sich bei Stadt und Kreis für die unkomplizierten Genehmigungsverfahren: „Das bin ich seit vielen Jahren in Schongau gewöhnt.“

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