So soll das neue Tor aussehen, es gewährt Einblick durch ein Lochblech aus Cortenstahl.
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So soll das neue Tor aussehen, es gewährt Einblick durch ein Lochblech aus Cortenstahl.

Innenstädte beleben

Schongau: Portal, Tastmodell und Spielestation in der Altstadt

  • Elke Robert
    VonElke Robert
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624 000 Euro bekommt die Stadt Schongau aus dem Sonderfonds „Innenstädte beleben“ des Freistaats, vier Projekte sollen mehr Leute in die Stadt bringen. Jetzt ging es im Stadtrat schon um einige kleine Details.

Schongau – Beworben hat sich die Stadt im Mai mit vier Projekten. Ganz oben auf der Liste steht die Sanierung des Sonnengrabens, wo langfristig das gesamte Stadtmauerumfeld folgen soll. Punkt zwei ist die Anmietung von Gebäuden für Start-up-Unternehmen, um gemeinsame Büros und Arbeitsflächen zu schaffen sowie gleichzeitig Leerstand zu beseitigen. Desweiteren geht es um ein Bündel an Ideen, das unter das Stichwort „Winterbelebung“ des Marienplatzes fällt. Projektbaustein vier beinhaltet ein Tastmodell der Altstadt, eine Spielestation für Kinder und ein neues Portal zum Serenadenhof. Kostenschätzung: rund 76 000 Euro. Stadtbaumeister Sebastian Dietrich fasste in der jüngsten Sitzung des Stadtrats den aktuellen Sachstand zum letztgenannten Projektbaustein zusammen und holte sich vom Gremium den Durchführungsbeschluss.

Tastmodell für Blinde soll Barrieren abbauen

Das Tastmodell soll für blinde Besucher der Stadt Barrieren abbauen. Es könnte als Station in den Stadtrundgang mit eingefügt und in der Nähe der Schongauer Stadtpfarrkirche aufgestellt werden, „Ich freue mich sehr, dass das zur Umsetzung kommt“, meldete sich Kornelia Funke (CSU) zu Wort. Als Stadtführerin verspricht sie sich viel von dem Tastmodell. „Es ist ein weiterer Anziehungspunkt für Erwachsene und Kinder“, berichtete sie von ihren Erfahrungen in anderen Städten, auch in Landsberg gibt es seit Jahren ein Tastmodell.

Marianne Porsche-Rohrer ist als Behindertenbeauftragte mit im Boot. Ihre Stellungnahme stehe noch aus, sie habe bereits Kontakt mit dem bayerischen Blindenbund aufgenommen. Ihre Bewertung werde mit in die Planung eingearbeitet, so Bürgermeister Sluyterman. Ohnehin sei für das Tastmodell noch eine größere Abstimmung notwendig, so Dietrich, denn es handele sich um ein Kunstwerk, und man benötige Entwürfe. „Das muss aufwendig ausgeschrieben werden und wird vermutlich erst im kommenden Jahr realisiert“, so die Einschätzung Dietrichs.

Teleskop für Kinder geplant

Für Kinder soll unter anderem ein Teleskop aufgebaut werden, was aber erst noch mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt werden muss. „Dabei wird eine Art Maskottchen eingeführt, mit dem sich die Kinder am Stadtrundgang immer wieder identifizieren können“, verriet Dietrich ein paar Details.

Das Portal zum Spitalgarten soll erneuert werden. Gleichzeitig wird es der Eingang zu Wohnungen.

Rasch gehen soll es mit dem Zugang zum Heiliggeist-Portal, einem Abbild des Portals zur St. Anna-Kirche, wie Dietrich den Architekten Benedikt Sunder-Plassmann zitierte. Dieser hatte das Projekt bereits im November vergangenen Jahres dem Stadtrat vorgestellt – damals noch im Gesamtpaket mit einem rund 50 Meter langen Balkon an der Stadtmauer unweit des Münzgebäudes. Dies soll eine Lösung sein, die Aussegnungshalle außen zu umgehen, damit der gesamte Wehrgang der Stadtmauer zwischen Norden und dem Spitalgarten erlebbar wird. Lediglich den kleinen Teil neuer Zugang zum Heiliggeist-Garten hatte man damals – auch aus finanziellen Gründen – sofort umsetzen wollen, alles weitere geschoben. Das neue Portal, das einen – kleinen – Durchblick über mit Lochblech verkleidete Glasscheiben gewährt, soll den Serenadenhof besser in den Stadtraum integrieren, der Innenflügel der Türe soll sogar ganz aus Glas gestaltet werden.

Das Portal ist „ein Zitat“ des Tors zur St. Anna-Kirche

Funke lobte auch die Pläne des Portals, „das ist ein attraktiver und reizvoller Zugang zum Spitalgarten und auch eine Aufwertung für die Stadtmauer.“ Dieser Projektteil soll nun umgehend ausgeschrieben werden. Dietrich hofft auf eine Realisierung noch diesen Herbst oder Winter, nachdem das Portal auch als Zugang zu den bald bezugsfertigen barrierefreien Wohnungen im Gebäude des Heiliggeistspitals dient.

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