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Weil sie Polizisten beleidigt hatte, stand nun eine Schongauerin vor Gericht.

Angeklagte verärgert über Einsatz

Schongauerin beleidigt Polizisten massiv - vor Gericht zeigt sie sich uneinsichtig

Weil sie Polizisten mehrfach drastisch beleidigt hat, stand nun eine Schongauerin vor Gericht. Doch die 62-Jährige zeigte sich vollkommen uneinsichtig.

Schongau – Die Angeklagte war während der ganzen Verhandlung ziemlich wütend: „Die Polizisten dürfen alles und ich nichts“, sagte sie immer wieder. Sie war angeblich immer noch sehr mitgenommen von einem Vorfall im Jahr 2016, bei dem Polizeibeamte ihre Wohnung durchsucht und sie anschließend zur Überwachung in die Psychiatrie nach Landsberg gebracht hatten.

Diese Aktion, auf die in der Verhandlung nicht näher eingegangen wurde, da sie laut Gericht nichts mit der aktuellen Anklage zu tun hatte, ärgerte die Angeklagte also über Jahre hinaus. Im Januar dieses Jahres schrieb sie einen Brief an die Polizeiinspektion Schongau und beleidigte darin fünf Polizeibeamte mehrmals drastisch mit den Worten „Trottel“, „Idioten“ und weiteren unschönen Wörtern.

Schongauerin wirft Polizisten vor, sie beleidigt zu haben

Es war wohl auch irgendein ominöser Strafzettel über zehn Euro im Spiel, den die Schongauerin im Rahmen der damaligen Aktion erhalten hatte und der das Fass zum Überlaufen brachte. Interessanterweise brachte die Frau neben allerlei schriftlichen Unterlagen auch ihren Laptop mit, auf dem ein Mitschnitt der polizeilichen Wohnungsdurchsuchung aus dem Jahr 2016 zu hören war. Sie hatte das Ganze mit ihrem Handy aufgenommen.

„Ich bin damals von den Beamten beleidigt worden“, erklärte sie. Die Vorsitzende Richterin Karin Beuting hörte sich mit viel Geduld geraume Zeit dieses Mitschnitts an, auf dem neben permanent zornig geschrienen Äußerungen seitens der Angeklagten jedoch nur die beschwichtigenden Antworten der Polizeibeamten zu hören waren. Es seien keine Beleidigungen zu hören, so Beuting und machte deutlich: „Dieser Vorfall tut doch hier nichts zur Sache.“

Sie verwies auf den eigentlichen Grund zur Anklage, den beleidigenden Brief, den die Angeklagte geschrieben hatte. Beuting betonte, dass man sich zwar beschweren könne, aber nicht in dieser Form. „Sie haben schriftlich massive Beleidigungen an fünf Polizisten verfasst. Das ist strafbar.“

Schongauerin nach Polizisten-Beleidigung vollkommen uneinsichtig: „Ich gehe in Berufung“

Aber die Angeklagte zeigte sich vollkommen uneinsichtig: „Die dürfen beleidigen, ich nicht“, sagte sie zum wiederholten Male. Angaben zu ihren persönlichen Verhältnissen wollte sie auch nicht machen. Das Gericht musste also in puncto Strafmaßhöhe schätzen. Richterin Beuting ging von einem Hartz-IV-Einkommen aus, da die Frau angab, arbeitslos zu sein. 60 Tagessätze zu 15 Euro wurden verhängt. „Ich gehe in Berufung“, sagte die Angeklagte und packte ihren Laptop ein.

VON REGINA WAHL-GEIGER

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