Gibt Tipps zum Umweltschutz: SN-Mitarbeiterin Christine Wölfle.

Kolumne

Fridays for Future dahoam: Vor dem Einkaufen nachdenken

Fridays for Future: Für die einen ein Reizwort, für die anderen das neue Evangelium. Ich möchte Ihnen immer freitags Tipps geben, wie man im ganz Kleinen zu Hause anfangen kann, seinen eigenen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Das spart nicht nur Müll, sondern tatsächlich auch Geld. Und es macht furchtbar Spaß!

Und wieder ist ein Gelber Sack voll. Doch die Zeitspanne, bis es soweit ist, lässt sich verlängern: Das Nonplusultra bei der Plastikmüllvermeidung ist das bewusste Einkaufen. Hört sich leicht an, ist aber tatsächlich die größte Umstellung, da es sämtliche Gewohnheiten auf den Kopf stellt. Doch es hat, neben der Vermeidung von Verpackungen, auch den Vorteil, dass man mit bewusstem Einkaufen dem fiesen „Ich-hab-mit-Appetit-viel-zu-viel-eingekauft“-Kobold ein Schnippchen schlägt.

Es ist erstaunlich, wie viele Händler und auch Supermärkte mittlerweile das verpackungsfreie Einkaufen unterstützen. Bei allen Metzgern, Käseläden, Bäckern und Obst- und Gemüseläden in Schongau und Umgebung ist es möglich, völlig ohne Verpackungsmüll rauszugehen. Grundvoraussetzung ist lediglich, dass man sich vorher überlegt, was man braucht und die entsprechenden Behältnisse mitnimmt.

Vorher...

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Die Dose für Wurst oder Käse, das Glas für Joghurt oder die Flasche für Sahne. Und meistens hat man das sogar zu Hause, denn einem Essiggurkenglas ist es ziemlich egal, wenn man nach der Säuberung Quark einfüllt. Und danach eingelegte Knoblauchzehen. Sammeln Sie einfach so lange, bis Sie für alle Ihre Einkäufe das Richtige daheim haben.

Auch Backwaren lassen sich unverpackt kaufen. Dazu braucht es nicht zwangsläufig die hübsch verzierten Brotbeutel, es reicht eine saubere Baumwolltasche. Haben Sie gerade nicht daheim vorrätig? Dann warten Sie noch ein bisschen ab, der Wahlkampf hat gerade erst begonnen, bald werden Sie Ihnen an jeder Ecke geschenkt.

Bei Obst und Gemüse gilt: Das ist quasi alles schon verpackt, nämlich durch die Schale. Sollte Ihnen das in manchen Fällen zu fragil sein, bieten sich Baumwollsäckchen an, die es mittlerweile auch in vielen Geschäften gibt. Oder eben wieder die Jutebeutel.

Die große Umstellung ist fraglos, dass man eben VOR dem Einkaufen nachdenken sollte, was man braucht. Aber wenn man das konsequent durchzieht, gibt es den leckeren Fleischsalat halt erst beim nächsten Einkauf, wenn man da überhaupt noch Lust darauf hat, oder man isst eine Woche lang mal keinen Joghurt. Und meistens hat man mit den eigenen Behältnissen auch nicht zu viel Essen zu Hause, so dass letztendlich weniger weggeschmissen wird.

...nachher.

Bei manchen Sachen ist es leider, in Ermangelung eines verpackungsfreien Ladens bei uns, nicht möglich, sie lose zu kaufen. Aber annähernd plastikfrei ist möglich. Denn ganz viele Produkte gibt es in Papier, Karton oder Glas. Man muss vielleicht ein wenig suchen, aber es gibt sie.

Kritiker werden jetzt die Ökobilanz bemühen, die besagt, dass Papier in der Produktion und Glas auch noch im Transport nicht ökologisch sind. Zugegeben: Was diese beiden Kriterien betrifft, ist Plastik unschlagbar, weil es mit weniger Energie hergestellt und aufgrund des geringen Gewichts ökologischer zu transportieren ist. Aber beim Recycling sieht die Bilanz schon wieder anders aus: Laut Bundesumweltamt wurden Glas und Papier im Jahr 2017 zu fast 90 Prozent wiederverwertet, Tendenz steigend. Die Quote bei Kunststoff liegt stagnierend bei unter 50 Prozent. Persönlicher Vorteil: Man muss viel seltener ins Rathaus rennen, um sich Gelbe Säcke zu besorgen.

Aber genug der Bilanzen und Quoten. Mit den eigenen Behältnissen einkaufen macht Spaß, und man weiß auch immer, wie viel man im Kühlschrank unterbringt, denn man kann ja vorher Probe-Stapeln. Wenn Sie sich noch unsicher sind, was Sie alles „einfach so“ einkaufen können und dürfen: Reden Sie mit den Geschäftsleuten. Ich kann aus Erfahrung sagen, dass diese sehr aufgeschlossen sind und das verpackungsfreie Einkaufen allesamt unterstützen.

CHRISTINE WÖLFLE

Bisherige Folgen:

Fridays for Future Dahoam: „Der kleine Beitrag zum Umweltschutz macht Spaß“

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