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Friedhof als Müllkippe missbraucht - unglaublich, was „entsorgt“ wurde

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Dieser Hausrat  ist  am Donnerstag am helllichten Tag im Waldfriedhof abgeladen worden.

Müllvermeidung, Mülltrennung und Abfallrecycling sollten in der heutigen Zeit eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Leider halten sich nicht alle  daran – und das macht auch den beiden Friedhofswärtern in Schongau Sorgen.

Schongau – „Manche Leute schrecken vor gar nichts zurück“, schimpft Herbert Jungandreas. Er und Günther Graun sind Friedhofswärter in Schongau. Müllsortieren gehört eigentlich nicht zu ihren Aufgaben. Sie haben genügend anderes zu tun. Und doch bleibt ihnen manchmal nichts anderes übrig, als aus den Abfallbehältern das herauszuholen, was dort nicht hineingehört.

Am Donnerstagvormittag traute Herbert Jungandreas seinen Augen nicht. Im südlichen Eingangsbereich des Waldfriedhofs hat jemand am helllichten Tag einen Haufen voll Hausrat abgeladen. Da war alles dabei: Lebensmittel, Kleidung, Schuhe, Handtaschen, Teddybären, Handtücher, und sogar ein Fotoapparat steckte in einer der Taschen.

„In der Früh sind wir noch mit der Kehrmaschine gefahren, da lag dieser Hausrat noch nicht da“, ist sich Herbert Jungandreas sicher. Er geht davon aus, dass die Sachen zwischen 10 und 12 Uhr in den Friedhof getragen wurden. Nach Rücksprache mit dem Rathaus hat er die Polizei verständigt. Zeugen werden gebeten, sich zu melden.

Vandalismus auf Friedhof: Täter demolieren Defibrillator

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Friedhofswärter Herbert Jungandreas an den Restmülltonnen, in denen manchmal auch Grünzeug landet. © Michael Gretschmann

Eigentlich kann man gar nichts falsch machen. „Alles ist beschildert, wo was hingehört“, berichtet Jungandreas. Seit 26 Jahren ist er Friedhofswärter in Schongau. Ihm und auch seinem Kollegen Günther Graun ist es ein wichtiges Anliegen, dass sich die beiden Schongauer Friedhöfe (Waldfriedhof und Stadtfriedhof) in einem ordentlichen Zustand präsentieren. Das bedeutet viel Arbeit für sie, aber das haben sie gut im Griff.

Ärgerlich ist aber, wenn sich manche Friedhofsbesucher nicht an die Regeln halten, sich wie Rowdys aufführen und Randale machen. So ist der Defibrillator, ein lebensrettendes Gerät, heuer auf dem Friedhof schon mal demoliert worden. Und die Toiletten werden offenbar auch dazu benutzt, um heimlich Hausmüll abzuladen.

Es ist einfach ärgerlich, wenn Waschbecken mit Stofffetzen verstopft werden. Und wenn am Boden in der Toilette alte Schuhsohlen und zerlumpte Kleidung herumliegen, ist das ebenfalls kein schöner Anblick. Wer es nicht glaubt, kann sich von Herbert Jungandreas die Fotos zeigen lassen, die er von all dem Saustall gemacht hat.

Auch eine saubere Mülltrennung sollte auf dem Friedhof eigentlich kein Problem sein. Für den Restmüll stehen genügend Mülltonnen bereit (gleich neben dem Container für Grüngut). Und was machen manche Friedhofsbesucher? Sie werfen alte Grabpflanzen in die Restmülltonne, und im Grüngutcontainer landen Plastikabfälle.

„Manche Leute kümmern sich überhaupt nicht darum“

„Manche Leute kümmern sich überhaupt nicht darum, die denken sich nur, Hauptsache wir sind den Dreck los“, ärgert sich Herbert Jungandreas. Auch sein Kollege Günther Graun kann davon ein Lied singen.

Früher standen auf den Schongauer Friedhöfen sogar noch eigene Behälter für den Plastikmüll. Doch davon ist man wieder abgerückt, nachdem die Friedhofswärter erfahren haben, dass im Abfallentsorgungszentrum in Erbenschwang alles wieder zusammengeschüttet wird.

Nach Auskunft von Herbert Jungandreas gibt es auch Friedhöfe (um Beispiel in Füssen), wo die Leute den Plastikmüll nicht auf dem Gottesacker entsorgen können, sondern mit nach Hause nehmen müssen.

Auch die Stadt Schongau appelliert an die Friedhofsbesucher, bei der Mülltrennung mehr Sorgfalt walten zu lassen.

Michael Gretschmann

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