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Ein Überblick über die Einkaufsmärkte im Schongauer Land. In den Orten, die blau markiert sind, gibt es bereits Supermärkte bzw. größere Einkaufsläden. In den rot markierten Orten werden Supermärkte gerade gebaut, und in den grün gekennzeichneten Orten ist die Ansiedlung eines Einkaufsmarktes geplant. 

Nach den Protesten in Rottenbuch 

„Froh über Supermarkt“

Die geplante Ansiedlung von Einkaufsmärkten sorgt in Gemeinden wie Bernbeuren und Rottenbuch seit Wochen für Diskussionen. Kleinere Ladenbesitzer fürchten um ihre Existenz und gehen auf die Barrikaden. Wie ist das eigentlich in anderen Orten in der Vergangenheit so abgelaufen? Wir haben nachgefragt.

SchongauNach den Protesten in Rottenbuch gegen den Supermarkt kommen auch andere Gemeinden zu Wort. 

„Auch heute noch kommen regelmäßig Rückmeldungen, welch ein Glück wir Hohenfurcher hatten, einen solchen Markt wie Rewe ortszentral zu bekommen“, berichtet Bürgermeister Guntram Vogelsgesang aus Hohenfurch. Dort hatte die Gemeinde im weiten Vorfeld (eineinhalb Jahre vor der Aufstellung des Bebauungsplanes, nach den ersten zielgerichteten Gesprächen) die Bevölkerung ausführlich über die Planungen informiert.

„Dass die Wiese beim Bräustadl nicht auf ewig eine Wiese mitten im Dorf bleiben wird, dürfte damals wohl jedem klar sein“, meinte der Bürgermeister rückblickend. Klar sei auch gewesen: Aufgrund des Lärms der Bundesstraße werde zur B17 hin sicherlich nur eine gewerbliche Bebauung entstehen können.

Konkret konnte sich die Gemeinde damals an dieser Stelle einen Lebensmittelmarkt vorstellen. Die Entscheidung war jedoch nicht einfach, denn schließlich gab es auch einige Geschäfte in Hohenfurch, die von einer solchen Konkurrenz betroffen sein werden, und auch die direkten Anwohner werden ihre eigene Meinung haben. „Zum Wohl der Allgemeinheit muss hier ein sinnvoller Mittelweg gefunden werden“, hieß es damals.

In der Folge kamen laut Bürgermeister Vogelsgesang fast ausschließlich positive Äußerungen aus der Bevölkerung. Negative Rückmeldungen bezogen sich insbesondere auf den Verlust der Wiese als Zeltplatz bei Großveranstaltungen.

Zur Sprache kam in Hohenfurch damals auch, warum das Projekt nicht im Gewerbegebiet angesiedelt wurde. „Gerade die Ortsmitte ist, auch rückblickend, der ideale Standort gewesen“, sagt der Bürgermeister heute.

Bei den Inhabern der Geschäfte zeigte sich naturgemäß ein anderes Bild. Diese waren nicht begeistert von der neuen Konkurrenz, haben dies auch auf unterschiedliche Weise kund getan.

Rückblickend bleibt für Hohenfurch festzuhalten: Kein Geschäft hat bisher wegen des neuen Marktes geschlossen. Die inzwischen eingeschränkten Öffnungszeiten bei zwei Geschäften sind der Gesundheit bzw. privaten Umständen geschuldet und nicht primär auf den Rewe zurückzuführen.

Als in Hohenpeißenberg vor sechs Jahren ein Netto-Markt angesiedelt wurde, ist das in Abstimmung mit dem örtlichen Edeka-Geschäft erfolgt. „Es gab sogar eine große Unterschriftenaktion für die Ansiedlung des Netto-Marktes“, erinnert sich Hohenpeißenbergs Bürgermeister Thomas Dorsch. Und in Kürze wird die Nahversorgung in Hohenpeißenberg weiter verbessert, denn in den neuen Schächen kommen eine Bäckerei, eine Metzgerei und eine Eisdiele rein. „Auch das ist vorher alles abgesprochen“, sagt der Bürgermeister. Denn die Tage des kleinen Edeka-Ladens in Hohenpeißenberg sind eh gezählt (aus Altersgründen der Betreiber).

Eine Aufrüstung bei der Nahversorgung erfolgt auch in Rott. Dort wird gerade ein neuer Edeka-Markt gebaut. Mit 1200 Quadratmetern ist er viel größer als der bestehende Edeka-Laden. Voraussichtlich noch im Herbst soll der neue Edeka den Kunden zur Verfügung stehen.

Bautätigkeit auch Ludenhausen. Dort entsteht ein Penny-Markt. „Wir sind froh“, dass wir eine Einkaufsmöglichkeit am Ort bekommen“, sagen die Ludenhausener. Vom dem neuen Markt profitieren auch die Reichlinger, die am Ort neben Bäcker und Metzger nur einen kleinen Gemischtwarenladen haben, deren Betreiberin auch nicht mehr die Jüngste ist.

Michael Gretschmann

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